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Alkohol-Entzug im Kreis 1: Klinik wird überrannt

Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 27.07.2009

Viel Betrieb im neuen Ambulatorium für Alkohol- und Medikamenten-süchtige mitten in Zürich: Nicht nur Trinker melden sich hier, sondern auch Arbeitgeber und Arbeitsvermittlungszentren.

Gleich beim Grossmünster: Das Ambulatorium der Forel Klinik. (Bild: PD)

Gleich beim Grossmünster: Das Ambulatorium der Forel Klinik. (Bild: PD)

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Seit Anfang Juni bietet die Forel Klinik am Zwingliplatz beim Grossmünster ambulante Entzugskuren an – für Alkoholiker und Tablettensüchtige. «Wir sind überrascht über die grosse Nachfrage», sagt Thomas Meyer, Direktor und Chefarzt der Forel Klinik. Zwar kann er noch keine konkreten Zahlen nennen, doch bereits ist klar: «Wir haben unsere Kapazitätsgrenze erreicht.» Möglicherweise müsse das Personal bald aufgestockt werden.

Laut Meyer sind es vor allem Alkoholabhängige, die sich beim Ambulatorium melden, respektive Hausärzte und Psychotherapeuten, die ihre Patienten weiterleiten. Inzwischen seien mehrere Dutzend Personen in einer Behandlung. Diese ist so angelegt, dass die Süchtigen möglichst weiterhin in ihrem normalen Umfeld bleiben können. Die Kosten für die Behandlung übernimmt die Krankenkasse.

Hat der Mitarbeiter ein Alkoholproblem?

Aber nicht nur Süchtige suchen im Ambulatorium Rat. Auch Unternehmen und Regionale Arbeitsvermittlungszentren (RAVs) melden sich, wie Meyer sagt. Etwa, wenn ein Angestellter öfter zu spät kommt, sich auffällig verhält und der Arbeitgeber ein Alkoholproblem vermutet. «Die Verantwortlichen rufen bei uns an, weil sie nicht wissen, ob und wie sie intervenieren sollen», so Meyer. Manchmal kommen die betroffenen Angestellten dann zu einer Kurzabklärung ins Ambulatorium, wo sie von einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Psychotherapeuten und Sozialarbeitern untersucht werden. Bei den RAVs verhält es sich ähnlich: Sie schicken Klienten vorbei.

Firma schickt Raucher zum Entzug

Tabletten- und Tabaksucht sei derzeit weniger ein Thema, so Meyer. Er führt dies darauf zurück, dass Medikamentenabhängigkeit eine anonyme Sucht sei. Und das Rauchen werde in der Gesellschaft nach wie vor oft nicht als Abhängigkeit wahrgenommen. Allerdings hat kürzlich ein Grossunternehmen gemeldet, das seinem Personal beim Zigarettenentzug helfen will. Von der Forel Klinik wollte die Firma wissen, ob es Angestellte, die mit dem Rauchen aufhören wollen, ins Ambulatorium schicken könnte.

Meyer ist überzeugt, dass das Ambulatorium auch wegen seines zentralen Standorts einen so grossen Zulauf hat. «Distanz hält Süchtige davon ab, sich helfen zu lassen», sagt er. Auch die Möglichkeit, sich online anmelden zu können, werde häufig genutzt: «Für manche ist auch ein Telefongespräch eine zu grosse Hemmschwelle.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.07.2009, 12:46 Uhr

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