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Amtssekretärin mit Sex-Seiten auf dem Internet

Von Markus Rohr. Aktualisiert am 30.06.2009

Die Sekretärin des Sozialamtes in Oberweningen ist mit Sadomaso-Bildern ins Visier der Boulevardpresse geraten.

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In eindeutiger Pose ist die 25-jährige Oberweninger Verwaltungsangestellte im gestrigen «Blick» auf drei Seiten abgebildet: Als Sadomaso-Girl, bondagiert, angekettet, im Käfig liegend, mit Augen- und Halsbinden und vollgestopftem Mund. Die Bilder stammen von der Website eines Sadomaso-Anbieters namens «Dr. Pain». Sein Sujet trägt den Namen «Snouky».

Die Sekretärin hat keine Entscheidungskompetenz, sondern nur beratende Stimme in der Sozialbehörde und Kundenkontakt. Die Sozialbehörde ist für Fürsorgefälle und Jugendarbeit zuständig. Darf die Sekretärin als Privatperson tun und lassen, was sie will? Bei Verwaltungsangestellten komme es sehr darauf an, wie exponiert eine Person sei, sagt der Zürcher Rechtsanwalt Tomas Poledna. Bei Personen mit Kontakt zur Öffentlichkeit könne rasch die Autorität infrage gestellt sein.

Sind die Bilder unsittlich?

Ernst Danner, Leiter der Rechtsabteilung beim kantonalen Personalamt, sagt dazu: «Wenn der Fall das einwandfreie Funktionieren der Amtsstelle beeinträchtigt, dann muss der Gemeinderat handeln.» Danner würde die Frau primär verpflichten, die Bilder vom Netz zu nehmen. Grundsätzlich entstehe immer dann ein Problem, wenn eine Handlung «rechtswidrig oder unsittlich» sei, meint Danner.

Für Michael Zbinden, als Gemeinderat und Vorsteher für Soziales auch Vorgesetzter der Sekretärin, sind die Bilder kein grösseres Problem. «Sie modelt halt gerne, und die Bilder stammen von früher», sagt Zbinden. 2008 gehörte die Frau zu den beiden Finalistinnen der Miss-Bikini-Wahl.

Auf der Homepage der Gemeinde sind die Bilder mit der Frau und ihr Name verschwunden. Dort finden sich vom Brunnenmeister über die Schulhausabwartin bis zur Lernenden alle, nur nicht die Sekretärin der Sozialbehörde. Die Frage, ob die Homepage nach den «Blick»-Recherchen geändert worden sei, will Gemeindepräsidentin Sabine Sollberger-Pfund nicht beantworten. Sie sagt nur: «Wir müssen die Mitarbeiterin schützen.» Diese war am Dienstag nicht erreichbar.

Gemeinderat steht zur Sekretärin

Ruth Rau, nebenamtliches Mitglied der Sozialbehörde, schildert die Sekretärin als «starke Persönlichkeit, korrekt, hochintelligent, einfühlsam und fachlich gut ausgewiesen». Man müsse den Fall jetzt genau anschauen. Es gehe hier ja auch um das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Behörde.

Der Gemeinderat hat sich an seiner Sitzung von am Dienstag Abend mit der Angelegenheit beschäftigt. Die Gemeindepräsidentin sagte im Anschluss an die Sitzung: «Wir stehen hinter der Sekretärin und werden mit ihr das Gespräch suchen und die Zusammenarbeit klären.» Die Gemeinde werde den Fall auch medienrechtlich abklären lassen, so Sabine Sollberger-Pfund. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.06.2009, 22:26 Uhr

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