Zürich

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Biometrischer Pass: «Alles andere als kundenfreundlich»

Wer irgendwo im Kanton einen neuen Pass will, muss künftig nach Zürich fahren, um diesen zu beantragen. Das sei eine denkbar schlechte Lösung, kritisiert Kantonsrat Markus Bischoff.

Halten nichts vom Entscheid zur Einführung des biometrischen Passes: die beiden Kantonsräte Jörg Kündig (links) und Markus Bischoff. (Bild TA)

Halten nichts vom Entscheid zur Einführung des biometrischen Passes: die beiden Kantonsräte Jörg Kündig (links) und Markus Bischoff. (Bild TA)

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

«Die Zahlen verdeutlichen, wie teuer die ganze Sache ist», sagt Bischoff, Kantonsrat der Alternativen Liste. Der Regierungsrat hat bekannt gegeben, dass er für die Einführung des biometrischen Passes mit jährlichen Zusatzkosten von 3,6 Millionen Franken rechnet. Im Passbüro werden 27 neue Stellen geschaffen.

«Das liesse sich günstiger machen»

FDP-Kantonsrat Jörg Kündig ist «sehr überrascht über den massiven Stellenausbau.» Er ist der Meinung, dass sich dies günstiger machen liesse. «Unsere Abklärungen haben gezeigt, dass man die biometrischen Daten in den Gemeinden erfassen kann. Das wäre ohne zusätzliches Personal möglich und damit deutlich günstiger, als alles in Zürich zu zentralisieren.»

«Der Bund will eine zentrale Lösung», entgegnet Peter Schnider vom Stab der kantonalen Sicherheitsdirektion. Das entsprechende Gesetz sehe ausdrücklich vor, dass die Kantone Zentren bestimmen, in welchen die biometrischen Daten erhoben werden. «Eine Gemeindelösung ist ausgeschlossen», sagt Schnider. Laut Guido Balmer vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD stimmt das so nicht. «Der Bundesbeschluss überlässt es den Kantonen, zu entscheiden, wieviele Zentren sie wo einrichten.»

Von Sternenberg ans Sihlquai

Der Zürcher Regierungsrat sieht vor, dass die biometrischen Daten zentral an einer Liegenschaft am Sihlquai erfasst werden; dies umfasst Gesichtsbild, Fingerabdrücke und elektronische Unterschrift. «Gegenüber heute ist das eindeutig eine Verschlechterung», sagt Kündig. «Für die Bürgerinnen und Bürger ist das alles andere als kundenfreundlich», ärgert sich Markus Bischoff.

Ob jemand in Flaach wohnt oder in Sternenberg – gemäss dem Entscheid des Regierungsrats müssen ab nächstem Jahr alle nach Zürich fahren, um einen biometrischen Pass zu beantragen. Ab dem Jahr 2012 wird in Winterthur ein zweites Zentrum erwogen.

Die aufwendigen Kantonsreisen werden bald auch für Identitätskarten erforderlich. Auch für diesen Ausweis sollen biometrische Daten die Grundlage bilden. Allerdings ist der Zeitpunkt noch offen, wann auch für die Identitätskarte alle Kantonsbewohner nach Zürich kommen müssen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.03.2009, 19:42 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

21 Kommentare

Michael Meienhofer

16.03.2009, 17:11 Uhr
Melden

Es gibt ja auch günstigere Lösungen. Man pflanzt jedem Bürger eine Microchip unter die Haut, das kann jeder Hausarzt machen. Warum wohl brauchen nur Haustiere solche chips? Damit hat man die tierische Identität im Griff - beim Menschen ist dies wohl nicht gefragt . Praktisch wär's ja schon - mann könnte seinen Pass nie mehr zu Hause vergessen. Antworten


marcel Zürich

15.03.2009, 21:20 Uhr
Melden

@Walter Meier - Auch die EU will die Pässe. Spricht auch nix dagegen. Die Airlines geben heute schon mehr als das doppelte an Informationen über jeden Passagier weiter. Indianer? Gibts nicht, heissen Indigenas, schwarze Sklaven? Was denken Sie woher die amerikanische Bevölkerung kam? Soviel ich weiss aus Europa, im Namen der Kircne.... Atombombe? Das war ein Deutscher in amerikanischen Diensten Antworten


Toni Müller

15.03.2009, 16:02 Uhr
Melden

Eine zentrale kantonale Stelle muss sein. Wer weiss, was in den Gemeinden sonst noch mit den Fingerabdrücken der BürgerInnen angestellt wird. Mein Vertrauen in Gemeindeverwaltungen ist relativ klein und zwar zu recht... Antworten


Walter Meier

14.03.2009, 14:34 Uhr
Melden

Die USA wollen diese Pässe und schon wieder hüpft die ganze Welt. Die grössten Schurken weltweit sind immer noch die USA selber, welche zu Beginn Indianer abgeschlachtet haben und schwarze Sklaven hatten, die Atombombe erfunden haben, Länder gestützt auf Lug und Trug angreifen und vermutlich auch die Zwillingstower selber gesprengt haben. Antworten


Helena Müller

14.03.2009, 12:46 Uhr
Melden

Gewisse Kreise wollen, dass wir zu gläserenen Menschen werden (das Bankgeheimnis versteckt nur die wahren Themen ...) - und das wir kontrolliert werden. Ohne Ende. Mit der Gentechnologie werden noch ganz andere Möglichkeiten auf uns zukommen - wie wir immer mehr als dumme Schafe in die Kontrollen kommen. Argumente ohne Ende mit der Angst! Die Leute merken es gar nicht mehr. Antworten


Heiri Mächler

14.03.2009, 09:17 Uhr
Melden

ich zeigte dem EJPD schon vor Jahren die Problematik auf die sich daraus ergeben wird. Verantwortung abschieben an die Kantone, und die Schreibtischtäter kümmern sich wieder um Ihre internen Sorgen, und die gläubigen Kantone setzen vor der Volksabstimmung Millonen in den Sand. Liebe Gemeindeangestellten sucht euch auch langsam einen neuen Job. Auch eure Arbeit ist nicht mehr gefragt. Antworten


Marco Tedaldi

14.03.2009, 09:10 Uhr
Melden

Unglaublich, was wir uns da antun sollen. Der Pass ist teurer, weniger lang gültig, mühsamer zu beschaffen. Ganz zu schweigen davon dass er, trotz gegenteiliger Beteuerungen der Behörden, unbemerkt vom Besitzer ausgelesen werden kann. Die Schnüffelbehörden sind die einzigen die profitieren. Ein Sicherheitsgewinn ist damit jedoch nicht zu erreichen. Aber wir haben ja noch die Chance "Nein" zu sagen Antworten


Walter Kunz

13.03.2009, 22:41 Uhr
Melden

Was soll das Alles? Erstens ist der Preis ist viel zu hoch. Zweitens der Weg zu der Stelle in der alle Daten erfasst werden sollen, zu lang. Zu guter letzt die Frage woher nehmen ausgerechnet die kriegsführenden Staaten Deutschland., Frankreich und die USA überhaupt das Recht hinter jeder Person einen Verdächtigen zu sehen. Sind wir nun schon soweit das wir alle wie eine Herde Schaffe begutachtet und durchleuchtet werden. Die Kriminalität als einer der Vorwände kriegen sie alle, auch mit diesem Mittel nicht in den Griff. Die neue Weltordnung lässt grüssen. Antworten


Helena Müller

13.03.2009, 21:47 Uhr
Melden

Dieses Brimborium um diese biometrischen Pässe wird ohne mich ablaufen. Schade um die Gelder. Es wird nichts bringen. Gar nichts. Ein weiterer Leerlauf, um die Leute zu kontrollieren. Das scheint jedoch nur der Anfang zu sein. Rette sich wer kann. Antworten


Luca Toni

13.03.2009, 21:10 Uhr
Melden

Wieso werden auch die Fingerabdrücke genommen? Mit einem biometrischen EU Pass (mit Chip-Karte aber ohne Erfassung der Fingerabdrücke) sind wir vor 3 Monaten in die USA gereist; ohne Probleme. Also scheint es für die Datensammlungswut der US Behörden nicht nötig zu sein auch Fingerabdrücke zu nehmen. Wieso müssen unsere Behörden da noch mehr Daten horten? Der EU Pass kostet weniger als die Hälfte. Antworten


Lukas Lautenschlager

13.03.2009, 19:32 Uhr
Melden

Ujujuj: Von Flaach oder Sternenberg nach Zürich ist schon eine gewaltige Weltreise. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Pass eine Gültigkeitsdauer von 10 Jahren hat. Was also soll dieses Geschrei? Antworten


Giovanni Baptista

13.03.2009, 19:22 Uhr
Melden

Kosten des biometrischen Passes mal 50% der Kantonseinwohner geteilt durch Gültigkeit in Jahren ergibt das Budget, das man theoretisch für den Schwachsinn verbraten dürfte. Nur "kaufmännisches" Rechnen ist zu hohe Mathematik für Beamtenhirne (as even they exist)... Antworten


Andreas Hugi

13.03.2009, 18:07 Uhr
Melden

"Unsere Abklärungen haben gezeigt, dass man die biometrischen Daten in den Gemeinden erfassen kann" - go for it, Gemeindepräsis! Der Bundesbeschluss sieht diese Möglichkeit vor, jetzt muss nur noch die kantonale Sicherheitsdirektion einlenken! Antworten


Charles Ponzi

13.03.2009, 17:40 Uhr
Melden

Dieser biometrische Pass und die damit einhergehende Datenbank ist völlig unsinnig und von Seiten Datenschutz sowieso viel zu heikel. Es gibt keine vernünftigen Gründe dabei mitzumachen. Auch Schengen verlangt dies nicht!. Darum unbedingt NEIN stimmen. Wir brauchen keinen Biometrie-Zwang! Die Leute, welche einen biom. Pass wollen können dies jetzt schon haben. NEIN Antworten


Andreas Hugi

13.03.2009, 17:37 Uhr
Melden

Der Bundesbeschluss, über den am 17. Mai abgestimmt wird, sagt klar, dass die Kantone frei sind zu bestimmen, wer alles Pässe ausstellen kann! Sicher ist es bei einem komplexeren Pass, wie dem biometr. Pass nicht mehr machbar, dass jede Gemeinde selbst Pässe ausstellen kann. Bei einer zehnjährigen Gültigkeitsdauer des neuen Passes ist aber ein Zentrum in Zürich verkraftbar. Antworten


Markus Grimm

13.03.2009, 17:30 Uhr
Melden

CH-Pass: "sehr SCHLECHTE Qualitaet des schon jetztigen Passes" beim heutigen Pass BRICHT die Plastikseite mit Foto/personlichen Angaben sehr leicht &kurzer Zeit - auch viel zu wenige Seiten und die Kantonswappen sind wohl schoen, ABER in vielen Laendern stempelt man nicht darauf, was den Umfang einschraenkt. wenn schon ein biomet Pass, dann bitte auch diese schweren Maengel beheben Antworten


Paul Weber

13.03.2009, 17:19 Uhr
Melden

Bin ja mal gespannt wie das für Auslandschweizer funktionieren wird. Muss ich dann wohl nach Washington fliegen für den Pass oder wie? Das würde den Passpreis auf nur etwa 1500 Franken ansteigen lassen. Ob man wohl schon darüber nachgedacht hat, wie das in Asien oder Afrika funktionieren soll? Dann noch der Transfer der Daten in die Schweiz....good luck. Antworten


Hugo Frey

13.03.2009, 16:18 Uhr
Melden

Die Schweiz ist wieder einmal dabei, in der Wirtschaftskrise ihre Bürokratie auszubauen. Es werden Millionen von Steuergeldern verbraten, um unnötige Pass-Erfassungszentren einzurichten und damit dem Schweizer Fotohandel das Passbilgeschäft wegzunehmen, was für viele kleinere Geschäfte der Todesstoss sein wird. Weltweit stellen Fotografen biometrische Passbilder her. Wieso geht das hier nicht? Antworten


Pass Port

13.03.2009, 16:18 Uhr
Melden

Unglaublich, ich habe mich schon über den alten Preis geärgert. Das man nun dem Bürger und Steuerzahler noch mehr Schikanen und Unkosten in den Weg stellt nur damit man sich als Einheimischer deklarieren darf ist einfach nicht in Ordnung. Antworten


Walter Schmid

13.03.2009, 15:42 Uhr
Melden

Hauptsache es kostet einen Haufen Geld, das man sich mit etwas mehr Grips einsparen könnte. Wenn Beamte sparen, sparen sie irgendwo, nur nicht dort, wo es Sinn macht. Hört ihr, wie der Amtsschimmel wiehert? Unglaublich, sowas! Antworten


Mark Berger

13.03.2009, 15:39 Uhr
Melden

Ist ja nicht so, als müsse man alle paar Wochen einen neuen Pass beantragen. Viel schlimmer ist der hohe Preis für den Pass. Antworten



Zürich

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Geschäftsführer / CEO MICRODUL AG, Zürich

Partner Scalis AG, Regensdorf

Geschäftsführer/in (80-100%) Amt für Jugend und Berufsberatung, Zürich