Zürich
Biometrischer Pass: «Alles andere als kundenfreundlich»
Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 13.03.2009 21 Kommentare
Artikel zum Thema
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
«Die Zahlen verdeutlichen, wie teuer die ganze Sache ist», sagt Bischoff, Kantonsrat der Alternativen Liste. Der Regierungsrat hat bekannt gegeben, dass er für die Einführung des biometrischen Passes mit jährlichen Zusatzkosten von 3,6 Millionen Franken rechnet. Im Passbüro werden 27 neue Stellen geschaffen.
«Das liesse sich günstiger machen»
FDP-Kantonsrat Jörg Kündig ist «sehr überrascht über den massiven Stellenausbau.» Er ist der Meinung, dass sich dies günstiger machen liesse. «Unsere Abklärungen haben gezeigt, dass man die biometrischen Daten in den Gemeinden erfassen kann. Das wäre ohne zusätzliches Personal möglich und damit deutlich günstiger, als alles in Zürich zu zentralisieren.»
«Der Bund will eine zentrale Lösung», entgegnet Peter Schnider vom Stab der kantonalen Sicherheitsdirektion. Das entsprechende Gesetz sehe ausdrücklich vor, dass die Kantone Zentren bestimmen, in welchen die biometrischen Daten erhoben werden. «Eine Gemeindelösung ist ausgeschlossen», sagt Schnider. Laut Guido Balmer vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD stimmt das so nicht. «Der Bundesbeschluss überlässt es den Kantonen, zu entscheiden, wieviele Zentren sie wo einrichten.»
Von Sternenberg ans Sihlquai
Der Zürcher Regierungsrat sieht vor, dass die biometrischen Daten zentral an einer Liegenschaft am Sihlquai erfasst werden; dies umfasst Gesichtsbild, Fingerabdrücke und elektronische Unterschrift. «Gegenüber heute ist das eindeutig eine Verschlechterung», sagt Kündig. «Für die Bürgerinnen und Bürger ist das alles andere als kundenfreundlich», ärgert sich Markus Bischoff.
Ob jemand in Flaach wohnt oder in Sternenberg – gemäss dem Entscheid des Regierungsrats müssen ab nächstem Jahr alle nach Zürich fahren, um einen biometrischen Pass zu beantragen. Ab dem Jahr 2012 wird in Winterthur ein zweites Zentrum erwogen.
Die aufwendigen Kantonsreisen werden bald auch für Identitätskarten erforderlich. Auch für diesen Ausweis sollen biometrische Daten die Grundlage bilden. Allerdings ist der Zeitpunkt noch offen, wann auch für die Identitätskarte alle Kantonsbewohner nach Zürich kommen müssen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.03.2009, 19:42 Uhr
WRITE A COMMENT
21 Kommentare
@Walter Meier - Auch die EU will die Pässe. Spricht auch nix dagegen. Die Airlines geben heute schon mehr als das doppelte an Informationen über jeden Passagier weiter. Indianer? Gibts nicht, heissen Indigenas, schwarze Sklaven? Was denken Sie woher die amerikanische Bevölkerung kam? Soviel ich weiss aus Europa, im Namen der Kircne.... Atombombe? Das war ein Deutscher in amerikanischen Diensten Antworten
Die USA wollen diese Pässe und schon wieder hüpft die ganze Welt. Die grössten Schurken weltweit sind immer noch die USA selber, welche zu Beginn Indianer abgeschlachtet haben und schwarze Sklaven hatten, die Atombombe erfunden haben, Länder gestützt auf Lug und Trug angreifen und vermutlich auch die Zwillingstower selber gesprengt haben. Antworten
Gewisse Kreise wollen, dass wir zu gläserenen Menschen werden (das Bankgeheimnis versteckt nur die wahren Themen ...) - und das wir kontrolliert werden. Ohne Ende. Mit der Gentechnologie werden noch ganz andere Möglichkeiten auf uns zukommen - wie wir immer mehr als dumme Schafe in die Kontrollen kommen. Argumente ohne Ende mit der Angst! Die Leute merken es gar nicht mehr. Antworten
ich zeigte dem EJPD schon vor Jahren die Problematik auf die sich daraus ergeben wird. Verantwortung abschieben an die Kantone, und die Schreibtischtäter kümmern sich wieder um Ihre internen Sorgen, und die gläubigen Kantone setzen vor der Volksabstimmung Millonen in den Sand. Liebe Gemeindeangestellten sucht euch auch langsam einen neuen Job. Auch eure Arbeit ist nicht mehr gefragt. Antworten
Unglaublich, was wir uns da antun sollen. Der Pass ist teurer, weniger lang gültig, mühsamer zu beschaffen. Ganz zu schweigen davon dass er, trotz gegenteiliger Beteuerungen der Behörden, unbemerkt vom Besitzer ausgelesen werden kann. Die Schnüffelbehörden sind die einzigen die profitieren. Ein Sicherheitsgewinn ist damit jedoch nicht zu erreichen. Aber wir haben ja noch die Chance "Nein" zu sagen Antworten
Was soll das Alles? Erstens ist der Preis ist viel zu hoch. Zweitens der Weg zu der Stelle in der alle Daten erfasst werden sollen, zu lang. Zu guter letzt die Frage woher nehmen ausgerechnet die kriegsführenden Staaten Deutschland., Frankreich und die USA überhaupt das Recht hinter jeder Person einen Verdächtigen zu sehen. Sind wir nun schon soweit das wir alle wie eine Herde Schaffe begutachtet und durchleuchtet werden. Die Kriminalität als einer der Vorwände kriegen sie alle, auch mit diesem Mittel nicht in den Griff. Die neue Weltordnung lässt grüssen. Antworten
Dieses Brimborium um diese biometrischen Pässe wird ohne mich ablaufen. Schade um die Gelder. Es wird nichts bringen. Gar nichts. Ein weiterer Leerlauf, um die Leute zu kontrollieren. Das scheint jedoch nur der Anfang zu sein. Rette sich wer kann. Antworten
Wieso werden auch die Fingerabdrücke genommen? Mit einem biometrischen EU Pass (mit Chip-Karte aber ohne Erfassung der Fingerabdrücke) sind wir vor 3 Monaten in die USA gereist; ohne Probleme. Also scheint es für die Datensammlungswut der US Behörden nicht nötig zu sein auch Fingerabdrücke zu nehmen. Wieso müssen unsere Behörden da noch mehr Daten horten? Der EU Pass kostet weniger als die Hälfte. Antworten
Kosten des biometrischen Passes mal 50% der Kantonseinwohner geteilt durch Gültigkeit in Jahren ergibt das Budget, das man theoretisch für den Schwachsinn verbraten dürfte. Nur "kaufmännisches" Rechnen ist zu hohe Mathematik für Beamtenhirne (as even they exist)... Antworten
Dieser biometrische Pass und die damit einhergehende Datenbank ist völlig unsinnig und von Seiten Datenschutz sowieso viel zu heikel. Es gibt keine vernünftigen Gründe dabei mitzumachen. Auch Schengen verlangt dies nicht!. Darum unbedingt NEIN stimmen. Wir brauchen keinen Biometrie-Zwang! Die Leute, welche einen biom. Pass wollen können dies jetzt schon haben. NEIN Antworten
Der Bundesbeschluss, über den am 17. Mai abgestimmt wird, sagt klar, dass die Kantone frei sind zu bestimmen, wer alles Pässe ausstellen kann! Sicher ist es bei einem komplexeren Pass, wie dem biometr. Pass nicht mehr machbar, dass jede Gemeinde selbst Pässe ausstellen kann. Bei einer zehnjährigen Gültigkeitsdauer des neuen Passes ist aber ein Zentrum in Zürich verkraftbar. Antworten
CH-Pass: "sehr SCHLECHTE Qualitaet des schon jetztigen Passes" beim heutigen Pass BRICHT die Plastikseite mit Foto/personlichen Angaben sehr leicht &kurzer Zeit - auch viel zu wenige Seiten und die Kantonswappen sind wohl schoen, ABER in vielen Laendern stempelt man nicht darauf, was den Umfang einschraenkt. wenn schon ein biomet Pass, dann bitte auch diese schweren Maengel beheben Antworten
Bin ja mal gespannt wie das für Auslandschweizer funktionieren wird. Muss ich dann wohl nach Washington fliegen für den Pass oder wie? Das würde den Passpreis auf nur etwa 1500 Franken ansteigen lassen. Ob man wohl schon darüber nachgedacht hat, wie das in Asien oder Afrika funktionieren soll? Dann noch der Transfer der Daten in die Schweiz....good luck. Antworten
Die Schweiz ist wieder einmal dabei, in der Wirtschaftskrise ihre Bürokratie auszubauen. Es werden Millionen von Steuergeldern verbraten, um unnötige Pass-Erfassungszentren einzurichten und damit dem Schweizer Fotohandel das Passbilgeschäft wegzunehmen, was für viele kleinere Geschäfte der Todesstoss sein wird. Weltweit stellen Fotografen biometrische Passbilder her. Wieso geht das hier nicht? Antworten




Michael Meienhofer
Es gibt ja auch günstigere Lösungen. Man pflanzt jedem Bürger eine Microchip unter die Haut, das kann jeder Hausarzt machen. Warum wohl brauchen nur Haustiere solche chips? Damit hat man die tierische Identität im Griff - beim Menschen ist dies wohl nicht gefragt . Praktisch wär's ja schon - mann könnte seinen Pass nie mehr zu Hause vergessen. Antworten