Biometrischer Pass: «Alles andere als kundenfreundlich»

Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 13.03.2009 21 Kommentare

Wer irgendwo im Kanton einen neuen Pass will, muss künftig nach Zürich fahren, um diesen zu beantragen. Das sei eine denkbar schlechte Lösung, kritisiert Kantonsrat Markus Bischoff.

Halten nichts vom Entscheid zur Einführung des biometrischen Passes: die beiden Kantonsräte Jörg Kündig (links) und Markus Bischoff. (Bild TA)

Halten nichts vom Entscheid zur Einführung des biometrischen Passes: die beiden Kantonsräte Jörg Kündig (links) und Markus Bischoff. (Bild TA)

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«Die Zahlen verdeutlichen, wie teuer die ganze Sache ist», sagt Bischoff, Kantonsrat der Alternativen Liste. Der Regierungsrat hat bekannt gegeben, dass er für die Einführung des biometrischen Passes mit jährlichen Zusatzkosten von 3,6 Millionen Franken rechnet. Im Passbüro werden 27 neue Stellen geschaffen.

«Das liesse sich günstiger machen»

FDP-Kantonsrat Jörg Kündig ist «sehr überrascht über den massiven Stellenausbau.» Er ist der Meinung, dass sich dies günstiger machen liesse. «Unsere Abklärungen haben gezeigt, dass man die biometrischen Daten in den Gemeinden erfassen kann. Das wäre ohne zusätzliches Personal möglich und damit deutlich günstiger, als alles in Zürich zu zentralisieren.»

«Der Bund will eine zentrale Lösung», entgegnet Peter Schnider vom Stab der kantonalen Sicherheitsdirektion. Das entsprechende Gesetz sehe ausdrücklich vor, dass die Kantone Zentren bestimmen, in welchen die biometrischen Daten erhoben werden. «Eine Gemeindelösung ist ausgeschlossen», sagt Schnider. Laut Guido Balmer vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD stimmt das so nicht. «Der Bundesbeschluss überlässt es den Kantonen, zu entscheiden, wieviele Zentren sie wo einrichten.»

Von Sternenberg ans Sihlquai

Der Zürcher Regierungsrat sieht vor, dass die biometrischen Daten zentral an einer Liegenschaft am Sihlquai erfasst werden; dies umfasst Gesichtsbild, Fingerabdrücke und elektronische Unterschrift. «Gegenüber heute ist das eindeutig eine Verschlechterung», sagt Kündig. «Für die Bürgerinnen und Bürger ist das alles andere als kundenfreundlich», ärgert sich Markus Bischoff.

Ob jemand in Flaach wohnt oder in Sternenberg – gemäss dem Entscheid des Regierungsrats müssen ab nächstem Jahr alle nach Zürich fahren, um einen biometrischen Pass zu beantragen. Ab dem Jahr 2012 wird in Winterthur ein zweites Zentrum erwogen.

Die aufwendigen Kantonsreisen werden bald auch für Identitätskarten erforderlich. Auch für diesen Ausweis sollen biometrische Daten die Grundlage bilden. Allerdings ist der Zeitpunkt noch offen, wann auch für die Identitätskarte alle Kantonsbewohner nach Zürich kommen müssen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.03.2009, 19:42 Uhr

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21 Kommentare

Mark Berger

13.03.2009, 15:39 Uhr
Melden

Ist ja nicht so, als müsse man alle paar Wochen einen neuen Pass beantragen. Viel schlimmer ist der hohe Preis für den Pass. Antworten


Walter Schmid

13.03.2009, 15:42 Uhr
Melden

Hauptsache es kostet einen Haufen Geld, das man sich mit etwas mehr Grips einsparen könnte. Wenn Beamte sparen, sparen sie irgendwo, nur nicht dort, wo es Sinn macht. Hört ihr, wie der Amtsschimmel wiehert? Unglaublich, sowas! Antworten



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