Zürich
Die Staus in Zürich sind online sichtbar
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 30.04.2009 12 Kommentare
Bilder zur Westumfahrung
Links
Artikel zum Thema
- Der Herrscher über Zürichs Ampeln
- Westumfahrung: Gewinner und Verlierer in der Stadt
- Westumfahrung: Die Ruhe vor dem Sturm
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Mit der Aufhebung der Westtangente durch die Stadt Zürich befürchten viele Autofahrer noch mehr Staus. Wo die langen Autoschlangen tatsächlich den Verkehr behindern, zeigt eine Seite im Internet. Die Dienstabteilung Verkehr bildet darauf die aktuelle Situation auf der Strasse ab. Derzeit in der Testversion, ist auf der Übersichtskarte der aktuelle Verkehrsfluss auf den Hauptverbindungen zu sehen. Und im «Profi-Modus» lassen sich alle wichtigen Strassen in einer Nahaufnahme begutachten.
Mit den starken Verkehrsbehinderungen durch die Teilsperrung des Bahnhofplatzes hat die Seite bewährt. Die Staus rund um den Hauptbahnhof wurden regelmässig angezeigt.
Möglich machen die genauen Verkehrsmeldungen über 5000 Sensoren und Detektoren, die sich im Belag und entlang den Strassen befinden. Laut Heiko Ciceri von der zuständigen Dienstabteilung Verkehr senden sie pro Sekunde über 10'000 Informationen über die Verkehrslage. «Dies macht auch relativ genaue Prognosen möglich», so Ciceri. Nur plötzliche Änderungen wie einen Verkehrsunfall oder die Sperrung des Bahnhofplatzes lassen sich naturgemäss nicht voraussagen.
Unterwegs nur über Laptop sichtbar
Dass die Webseite mit der Übertragung der Verkehrssituation den Schleichverkehr begünstigt, glaubt Ciceri nicht. Durch die Nebenstrassen kommt man nicht schneller voran und im Auto müsste man den Laptop aufstellen, um laufend informiert zu sein. Eine offizielle Anwendung für ein Navigationsgerät oder Mobiltelefone gibt es nicht.
Die Webseite ist nur eines der Mittel, um den Verkehr durch die Stadt positiv zu beeinflussen. Hauptbestandteil sind die verschiedenen flankierenden Massnahmen, welche die Umstellung auf die Westumfahrung möglichst problemlos zu gestalten versuchen. Wie wirksam sie sind, wird sich mit der Öffnung der Westumfahrung am 4. Mai zeigen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.04.2009, 14:05 Uhr
WRITE A COMMENT
12 Kommentare
Liebe Herren Weber und Boll, bitte lesen Sie genau! Ich habe niemandem das Recht, Auto zu fahren abgesprochen, ich bin selber auch Automobilistin. Ich stelle lediglich die Notwendigkeit fest, gewisse Beschränkungen aufrecht zu erhalten, das können Gebühren und Verbote sein, denn wenn man das nicht tut, ersäuft unsere Stadt im Individualverkehr, denn das Angebot kann die Nachfrage nie befriedigen. Antworten
@M. Schumacher. Also wirklich, ich möchte ja niemandem etwas aufzwingen. Aber autofahrende Pendler zwingen mir Lärm, Feinstaub, und Gefahren auf. Leider gibt es keine freie Markt für gute Luft: jeder darf reinpusten was er will. Also habe ich persöhnlich kein Mitleid mit Autofahrer die Ihre favorite Schleichwege verlieren. Ist das etwa Kommunismus? Mann darf mir aber Schadenfreude vorwerfen. Antworten
@M.Bertschinger u. J. v. Beilen: In diesem Land gibt es leider immer mehr Leute, die anderen ihren Willen aufzwingen wollen. Soll sich doch jeder so fahren, wie er will: Und nicht für alle, die mit dem Auto in die Stadt fährt, ist der Oe.V. eine Alternative. Uebrigens: Ich selbst fahre wenn immer möglich mit der Bahn und Tram, aber auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel. Und mir ist wohl dabei. Antworten
Lieber Herr Schumacher, ich finde, eine etwas eigenartige Sichtweise, wenn man Verkehr und Mobilität einfach als normales Konsumprodukt sieht. Wirtschaftlich gesehen, handelt es sich um ein knappes Gut, wo es gang und gäbe ist, Beschränkungen einzuführen. Nicht die Nachfrage, sondern das Angebot bestimmt hier den Markt. Deshalb finde ich Herrn van Beilens Argumentation durchaus schlüssig. Antworten
Schade, dass die frühere Version nicht mehr zugänglich ist. Da hat man Geschwindigkeit, Anzahl Fahrzeuge noch lesen können und die Seite hat nicht jedesmal in kurzer Zeit blockiert. Übersichtlicher wars zudem auch noch und hat einen grösseren Bereich gezeigt. Nachdem die Seite jetzt schon seit Monaten im "Testmodus" läuft, habe ich etwas Besseres erwartet. Antworten
Herr van Beilen. Das klingt für mich so, als leben wir im Kommunismus, wo freie Wahl eine Utopie war. Um sich vorzubewegen gibts für Sie nur eins: Oe.V. Man könnte daher auch einfach nur McDonalds in Zürich erlauben, und wenn jemand Lust auf eine Pizza hat, diesem einfach sagen: "In Züri gibts McDonalds. Ich hab keine Verbarmen mit Leuten die was anderes essen möchten." Antworten
Warum wird der Gubristtunnel so spät in Angriff genommen?. Ich sehe Staus bis ans Brüttisellerkreuz, eine massive Verkehrszunahme in Schwamendingen / Wallisellen weil die Autobahn verstopft ist, und die Hardbrücke saniert wird. Die Witiker dürfen sich auch auf Mehrverkehr freuen. Antworten
"Aufgrund der reduzierten Kapazitäten auf den ehemaligen Transitachsen werden Verkehrsbehinderungen und verlängerte Wartezeiten erwartet." Das muss überhaupt nicht stimmen. Die heutige Panne beim HB zeigt dass Pendler sich einrichten können: es wird Stau angekündigt, und keiner geht hin. Und Mitleid mit Autofahrer die Schleichwege für ihre Gefährte suchen habe ich nicht. Zürich hat öv. Antworten



Alex Müller
Wir leben in der Zeit der "Forderungsdemokratie". Da wird z.B. nach mehr und breiteren Strassen verlangt. Wenn aber jetzt die Rezession eintrifft, steigen Pendler auf den Zug um und rufen: "Halbstundentakt für alle".Der Anstieg des Schwer-Verkehrs ist in den Jahren entstanden, als die Industrie ihre Lagerhäuser schloss und anbot, täglich alles zu jedem zu bringen. Autobahn = Warenlager. Antworten