Franz Carl Weber nimmt Spielzeugwaffen aus dem Sortiment
Von Erika Burri. Aktualisiert am 23.02.2009 12 Kommentare
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Echte Polizisten, falsche Waffen
Am 11. April 2003 gingen bei der Stadtpolizei Zürich mehrere Anrufe ein, weil sich drei bewaffnete Personen in einem Garten beim Kreuzplatz aufhielten. Mehrere Polizisten rückten zum Tatort aus und fanden drei mit Sturmhauben Maskierte vor. Mit gezückter Pistole forderten die Polizisten diese auf, ihre Waffen niederzulegen. Nach etlichen Wiederholungen kamen die drei der Aufforderung nach. Als sich die Polizisten näherten, sahen sie, dass die Burschen lediglich mit Imitationswaffen gespielt hatten.
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Was ist ein Cowboy-Kostüm ohne Colt? Eine Fasnacht ohne «Chäpslipistolen»? Für viele Kinder halb so lustig. Dies könnte aber bald Realität sein. Schuld daran ist das neue Waffenrecht, das im vergangenen Dezember in Kraft getreten ist. Eine Revision der Schweizer Gesetzgebung wurde nach dem Ja zum Schengen-Beitritt nötig. Die EU-Richtlinien mussten in Schweizer Recht umgesetzt werden.
Neu unterstehen sämtliche Imitationsfeuerwaffen dem Waffengesetz. Auch Spielzeugwaffen, wenn sie echten Feuerwaffen zum Verwechseln ähnlich sehen. Spielzeugpistolen müssen klar als solche erkennbar sein, sagt das Bundesamt für Polizei, sonst brauche man dafür wie für echte Waffen eine Bewilligung. «So weit, so gut, aber wo sind die Grenzen?», fragt Sandro Salvetti, Geschäftsführer der Swiss Retail Federation, ehemals Verband der Schweizer Waren- und Kaufhäuser. Die Detailhändler würden die neue Gesetzgebung begrüssen, jedoch sei überhaupt nicht klar, welche Spielzeugpistolen nun dem neuen Waffengesetz unterstünden und welche nicht. «Dass auch Fasnachtsartikel von der Gesetzesänderung betroffen sind, daran hat im Voraus niemand gedacht.»
Kinder müssen sich mit Schwertern begnügen
Franz Carl Weber hat am Samstag vorsorglich alle Spielzeugwaffen, die einer Schusswaffe ähneln, aus dem Sortiment genommen, wie der «Landbote» berichtete. In den Gestellen sind zwar Cowboy-Kostüme noch zu finden, jedoch keine Colts mehr. Ein Franz Carl Weber ohne Pistolen passe besser zur Firmenphilosophie, betont Pressesprecherin Suzanne Nievergelt. «Gegenüber Spielsachen, die einen Bezug zu Gewalt haben, sind wir kritisch eingestellt.» Der Verzicht auf zwölf Artikel habe zu einer «namhaften» Umsatzeinbusse geführt. Nun müssen sich Kinder mit Säbeln und Schwertern begnügen. Oder mit einer durchsichtigen Wasserpistole, bei der kaum Verwechslungsgefahr besteht.
Manor sieht das Ganze weniger radikal. Den Colt zum Cowboy-Kostüm gibt es noch. Auch die «Chäpslipistole». Die schwarzen Faustfeuerwaffen P99 aus der James-Bond-Serie allerdings nicht mehr lange. «Wir haben von uns aus entschieden, diese Pistolen auslaufen zu lassen», sagt Sprecherin Elle Steinbrecher. Man werde das Sortiment definitiv anpassen, wenn weitere Informationen vorlägen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.02.2009, 21:44 Uhr
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12 Kommentare
"Wo sind die Grenzen" - was für eine überflüssige, weinerliche Frage! Ich wurde einmal Zeuge, wie Kinder eine Waffe mitten in einem städtischen Innenhof im Gebüsch fanden und meinten, es sei eine Spielzeugwaffe. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine echte Waffe. Es ist weiss Gott nicht nötig, dass Kinder mit Waffen "spielen", die aussehen wie echte. Das ist doch pervers! Antworten


































