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«In Deutschland ist es salonfähiger, sich arbeitslos zu melden»

Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 24.04.2009 122 Kommentare

Die Zunahme deutscher Arbeitslosen in Zürich wirft Fragen auf. Für den Arbeitsmarktprofessor George Sheldon ist klar: Die Hemmschwelle in Deutschland ist geringer, Arbeitslosengeld zu beantragen.

George Sheldon, Arbeitsmarktprofessor an der Universität Basel. (Bild: TA)

George Sheldon, Arbeitsmarktprofessor an der Universität Basel. (Bild: TA)

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Die Zahl der im Kanton Zürich gemeldeten Arbeitslosen ist per Ende März innert einem Jahr um über 80 Prozent auf 1448 Personen gestiegen. Betroffen sind vor allem Personen mit einer abgeschlossene Berufslehre sowie Kaderleute. Nur 5 Prozent der deutschen Arbeitslosen waren Hilfskräfte; bezogen auf sämtliche Arbeitslose im Kanton Zürich, macht die Gruppe der ungelernten Arbeitskräfte rund einen Drittel aus.

Eine Frage der Mentalität

Die starke Zunahme deutscher Arbeitlosen überrascht. Auch George Sheldon, Leiter der Forschungsstelle für Arbeitsmarkt und Industrieökonomik an der Universität Basel, hat keine einfache Antwort parat. Vor allem der hohe Anteil der Gutqualifizierten kommt für ihn unerwartet. «In der Regel melden sich nicht viele Kaderleute bei der Arbeitslosenkasse.» Sheldon hat sich im Vorfeld der Abstimmung wiederholt für die Personenfreizügigkeit eingesetzt, ausdrücklich mit dem Hinweis auf den hohen Bildungsstand der Arbeitskräfte, die von der Liberalisierung profitieren.

Einen der möglichen Gründe sieht Sheldon in der unterschiedlichen Mentalität. «In Deutschland ist es salonfähiger, sich beim Arbeitslosenamt zu melden. Die Hemmschwelle dürfte deshalb tiefer liegen als bei Schweizern.» Sheldon kennt Deutschland, er wohnt in Freiburg in Breisgau, wo er auch studiert hat. In Deutschland, sagt er, «werden Arbeitslose zum Gemeinderat gewählt.» In der Schweiz kann er sich das nicht vorstellen.

First in, first out

Eine andere Erklärung ist wirtschaftlicher Art. «Die Einarbeitung von Arbeitskräften kostet Geld. Aus unternehmerischer Sicht spricht folglich vieles dafür, sich von jenen Angestellten zu trennen, die zuletzt eingestellt worden sind.» Last in, first out, nennen die Logistiker dieses Prinzip. «Das trifft für Deutsche, die in letzter Zeit stark rekrutiert worden sind, häufiger zu», sagt Sheldon. Allerdings gibt der Wirtschaftsprofessor auch noch eine Entwarnung: «Gutqualifizierte Arbeitskräfte finden auch schneller wieder eine Stelle». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.04.2009, 16:19 Uhr

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122 Kommentare

Sophie Schmitt

15.01.2010, 10:45 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Liebe Schweizer Ich bin überglücklich, das Land zu verlassen. Man ist und bleibt immer ein Ausländer und wie man an den meisten! Kommentaren hier sieht, bestätigt sich dies ganz wunderbar, dass man das auch immer wieder zu spüren bekommt. Tschüss Antworten


Ramon Rodrgigues

21.04.2011, 23:23 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Es ist wirklich unglaublich, da kommen die Deutschen in die Schweiz und wollen schon nach 3 Monaten Arbeitslosengeld beziehen. In der Schweiz sollte der Riegel angezogen werden und die Möglichkeit vor 12 Monaten nicht möglich sein. Es wäre unfair gegenüber den ehrlichen Schweizern. Hat die Politik versagt.... Antworten



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