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In ihrer Freizeit fahren die Zürcher lieber mit dem Auto als mit dem Zug

Von Stefan Häne. Aktualisiert am 05.12.2008 11 Kommentare

Jeder Zürcher legt pro Tag im Durchschnitt 38 Kilometer zurück, 23 davon mit dem Auto. Und nur knapp jeder fünfte benutzt in seiner Freizeit die öffentlichen Verkehrsmittel.

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Eineinhalb Stunden pro Tag sind die Zürcherinnen und Zürcher durchschnittlich unterwegs, davon fast die Hälfte mit Muskelkraft. Sie legen dabei 45 Millionen Kilometer zurück – mehr als den tausendfachen Erdumfang. Das macht pro Kopf durchschnittlich 38 Kilometer, 60 Prozent davon im Auto.

Der Langsamverkehr – zu Fuss, mit dem Velo – trägt 3 Kilometer zur individuellen Tagesverkehrsleistung bei. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs (ÖV) beläuft sich auf 29 Prozent (11 Kilometer), was deutlich über dem Landesmittel von 20 Prozent liegt. Auch punkto Benützungsdauer des ÖV weisen die Zürcher vergleichsweise hohe Werte auf: Rund 15 Minuten fahren sie mit der Bahn, dem Tram, dem Bus oder dem Postauto; landesweit sind es im Schnitt 10 Minuten.

Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung des Statistischen Amtes des Kantons Zürich. Ausgangspunkt war eine Bundesstudie über das Mobilitätsverhalten (2005), zu der 5752 Personen aus dem Kanton Zürich Antworten beigesteuert haben. Die gewonnenen Erkenntnisse sind nicht zuletzt für verkehrspolitische Debatten im Kanton Zürich interessant. So belegen die Zahlen zum Beispiel, dass fast die Hälfte der Tagesdistanz auf das Konto des Freizeitverkehrs geht.

Die Studie belegt auch den unterschiedlichen Stellenwert des ÖV im Pendler- und Freizeitverkehr. 30 Prozent der Pendler setzen auf den ÖV, um zur Arbeit zu fahren, 60 Prozent von ihnen bevorzugen das Auto. Einen grossen Einfluss auf die Wahl des Verkehrsmittels hat gemäss Studie zudem, ob ein Parkplatz am Arbeitsort vorhanden ist. Ist dies der Fall, entscheidet sich der Zürcher in der Regel für das Auto. Auch in der Freizeit hat der ÖV keinen leichten Stand: Nur 17 Prozent der Zürcher machen dann von ihm Gebrauch. Hinzu kommt, dass mit zunehmender Distanz der Anteil des Autos steigt.

Mehr unterwegs als im Jahr 2000

Die Studie bestätigt ferner den langfristigen Trend zum Mobilitätszuwachs. Die durchschnittliche Tagesdistanz hat sich zwischen 2000 und 2005 um zwei Kilometer erhöht (+8 Prozent). Zugenommen hat auch die durchschnittliche tägliche Bahndistanz: auf 9 Kilometer (+42 Prozent). Diese Entwicklung sei zwar erfreulich, heisst es in der Studie. Sie werfe aber die Frage auf, ob die Verbesserung der ÖV-Infrastruktur die Autofahrer tatsächlich zum Umsteigen bewege – oder vielmehr zur Ausweitung der Mobilität beitrage. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.12.2008, 21:21 Uhr

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11 Kommentare

Stefan Steiner

05.12.2008, 22:22 Uhr
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Eine gute ÖV alleine genügt leider nicht. Man sollte vermehrt bereits in Primarschulen auf deren Vorteile unterrichten und zum öffentlichen Verkehr erziehen. Manchmal würden aber auch etwas freundlichere ÖV-Angestellte zum Umsteigen helfen. Antworten


Enrique Ramirez

05.12.2008, 22:56 Uhr
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Arbeite einmal im Oberland in einem dieser Industriezonen. Mit der S-Bahn bis zum Bahnhof geht ja schnell, aber dann noch die 2-3 km zum Gewerbezentrum: kein Bus, und wenn, dann 1mal pro Stunde der total voll ist. Am Wochenende gibts teilweise gar keine Busse. Der ÖV ist im Ober-/Unterland eine Mogelpackung: Die Feinverteilung und Erreichbarkeit nicht vorhanden. Schlechte Zentrumsplanung is schuld Antworten



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