Zürich
Jositsch: «Höchststrafe von 10 Jahren ist nicht sinnvoll»
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 24.02.2010
SP-Nationalrat und Strafrechsprofessor Daniel Jositsch (Bild: Michael Trost)
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Überstellung frühestens in sechs Monaten
Die drei Jugendlichen aus dem Kanton Zürich, die in München wegen Mordversuchs in Untersuchungshaft sitzen, können ihre Strafe eventuell in der Schweiz absitzen.
Es gebe die Möglichkeit, ein Gesuch um eine Überstellung in die Schweiz zu stellen. Das Verfahren sei aber sehr aufwendig und dauere mindestens sechs Monate, sagte Folco Galli, Sprecher des Bundesamtes für Justiz, auf Anfrage der Nachrichtenagtentur SDA. Es gebe auch keinerlei Anspruch auf Genehmigung.
Sollten die drei Jugendlichen für ihre Strafe in die Schweiz zurückkehren dürfen, würde das in Deutschland verhängte Strafmass von der Schweiz übernommen. In diesem Fall würde das in Deutschland verhängte Strafmass an die Schweizer Rechtssprechung angepasst. (sda)
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Bevor die Details der brutalen Schlägereien von München geklärt sind, werden Forderungen nach harten Strafen laut. Während in der Schweiz 16-Jährigen wegen versuchten Mordes maximal vier Jahre Vollzug droht, liegt in Deutschland die Höchststrafe bei 10 Jahren.
Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch ist gegen eine solch lange Haft: «Das macht bei 16-Jährigen keinen Sinn.» Wenn dann jemand erst mit 26 Jahren entlassen wird, sei er psychisch beeinträchtigt. «Zudem ist die Gefahr sehr hoch, dass er dann wieder straffällig wird,» sagt Jositsch.
Bei schweren Delikten auch therapieren
Bei schweren Delikten wie versuchtem Mord hält Jositsch das Schweizer Modell für sinnvoll: Eine Kombination von empfindlichen Strafen und Therapie. «Mit einer solchen Massnahme ist der Gesellschaft mehr gedient», sagt er. Das Schweizer Jugendstrafrecht gilt deshalb europaweit als Vorbild, hält Jositsch fest.
Laut dem Strafrechtsprofessor ist es gut möglich, dass die mutmasslichen Schläger in die Schweiz überführt werden: «Bei Jugendlichen versuche man in der Regel, den Vollzug in der Nähe des Wohnortes durchzuführen», sagt Jositsch. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.02.2010, 10:55 Uhr
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