Kampf um Frequenz: DRS 2 will nicht Platz machen für Radio Energy
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Rapper Bligg kämpft Seite an Seite mit anderen Musikern und Zürcher Politikern um die Zukunft von Radio Energy. Gestern haben sie in Bern mit einer Delegation des Ringier-Senders eine Petition mit über 100'000 Unterschriften eingereicht. Die Forderung: eine vierte UKW-Frequenz für die Region Zürich-Glarus. Die Radiostation verlangt dies, seit sie im Herbst von Medienminister Moritz Leuenberger (SP) keine Konzession mehr erhalten hat - anders als Radio 1, Radio Zürisee und Radio 24, das wie der Tages-Anzeiger zu Tamedia gehört. Gegen diesen Entscheid rekurriert Energy. Der Fall liegt beim Bundesverwaltungsgericht. Es besteht also noch Hoffnung für Energy.
Zuversicht herrscht bei Energy aus einem weiteren Grund: Gemäss einem Expertenbericht lässt sich eine vierte Frequenz zwar nicht einfach aus dem Hut zaubern; sie ist aber «grundsätzlich technisch machbar». Energy-Geschäftsleiter Dani Büchi spricht von einem «Etappensieg» (Tages Anzeiger vom 28.02.09). Die Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundesamts für Kommunikation, zwei Frequenzspezialisten und Büchi hat drei Varianten näher untersucht. Das Ergebnis: Falls der Staatssender DRS 2 seine Frequenz (106,7 MHz, Standort Uetliberg) abgäbe, liesse sich die Zwangsabschaltung von Energy «am ehesten» vermeiden.
Empfang in Zürich würde schlechter
DRS 2 wird heute im Grossraum Zürich über die Sender Säntis, Rigi und Uetliberg ausgestrahlt. Ausser in der Stadt Zürich und im östlichen Bezirk Horgen werden die Sender Säntis und Rigi gemäss Bericht gleich gut oder besser empfangen als der Sender Uetliberg. Die Arbeitsgruppe folgert daraus, es wäre «effizienter», die Uetliberg-Frequenz für die Übertragung eines anderen Programms einzusetzen.
Dass DRS 2 seine Frequenz auf dem Uetliberg abtritt, sei aber «keine Lösung», stellt Sprecher Andreas Notter klar - und versichert gleichzeitig, dass «wir selbstverständlich nichts gegen die Verbreitung von Radio Energy auf UKW haben». Er dementiert auch das kursierende Gerücht, wonach bereits erste Gespräche zwischen DRS 2 und Energy stattgefunden haben sollen. Notter gibt zu bedenken, dass die Aufgabe des Sendestandorts Uetliberg die Empfangsqualität von DRS 2 in der «Kultur-Metropole Zürich» stark einschränken würde. «Dies würde sehr viele Hörerinnen und Hörer von uns verärgern.»
Konkurrenz zeigt wenig Verständnis
Wenig erfreut über eine Frequenz für den Ringier-Sender wäre auch die Konkurrenz. «Radio Energy hat sich im Vorfeld der Konzessionsvergabe klar gegen mehr als drei Sender im Raum Zürich-Glarus ausgesprochen», sagt Tony Immer, Geschäftsleiter von Radio Zürisee. Auch Radio-1-Chef Roger Schawinski und Radio-24-Chefredaktorin Karin Müller weisen darauf hin. Ein Eintritt durch die Hintertür, so Immer, käme einer Verletzung der Spielregeln gleich. Zudem würde sich die Situation im ohnehin schon umkämpften Werbemarkt «weiter verschärfen».
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.03.2009, 07:23 Uhr
Zürich
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