Knifflige Bergung der Bohrmaschine unter dem Zürcher Bahnhofplatz
Aktualisiert am 20.05.2009 7 Kommentare
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Ein Defekt des Geräts 10 Meter unter dem Boden hatte Ende April zur Sperrung des Bahnhofplatzes für Tram und Bus sowie den Schwerverkehr geführt. Die SBB prüfen derzeit mehrere Varianten, wie sich die Maschine bergen liesse. Bis Ende Mai soll der Entscheid fallen. Noch unklar ist, wie teuer die Aktion zu stehen kommt. Sicher ist laut SBB-Sprecher Daniele Pallecchi hingegen: «Es drohen keine Verzögerungen beim Bau der Durchmesserlinie.» Bei diesem «2-Milliarden-Projekt» werde an Dutzenden Orten gleichzeitig gearbeitet.
Was in vergleichbaren Fällen die naheliegendste Lösung ist - die Maschine von oben her auszugraben -, lässt sich laut SBB auf dem Bahnhofplatz nicht bewerkstelligen, weil dieser zu stark frequentiert ist. Wird die Maschine unterirdisch von hinten oder der Seite geborgen, müssen die Fachleute sicherstellen, dass der entstehende Tunnel umgehend gestützt wird - eine knifflige Aufgabe. «Wir sind trotzdem zuversichtlich, eine Lösung zu finden», sagt Mediensprecher Pallecchi. Den SBB liege viel daran, die mehrere Hunderttausend Franken teure Maschine freizulegen. Nur so sei es möglich, das Schadenausmass am Gerät sowie die Ursache des Defekts und damit die Frage der Haftung zu untersuchen.
Staatsanwaltschaft wartet ab
Auf die Bergung der Maschine wartet auch die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, die nach der Baupanne unter dem Bahnhofplatz eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt eingeleitet hat. Abgeklärt werden die Tatbestände der Störung des öffentlichen Verkehrs sowie der Verletzung der Regeln der Baukunde. Durch den Defekt Ende April war ein Mikrotunnel der neuen Durchmesserlinie auf 3 Meter Länge ungestützt geblieben, weshalb sich der darüberliegende Platz abzusenken drohte. Um den Mikrotunnel zu stabilisieren, füllten die SBB den Hohlraum mit Beton. Dabei blieb der Bohrer stecken. Seither steht er in einem Gemisch aus Beton, Geröll und Grundwasser. (sth/ta/)
Erstellt: 20.05.2009, 09:14 Uhr
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7 Kommentare
Warum gibt es eigentlich immer Leute, die unbedingt das Rad nochmals erfinden wollen. Vor Jahrzehnten gab es schon die Möglichkeit mittels Kunststoff Injektionen, feuchten Untergrund zu verhärten und für Wasser undurchdringbar macht. Könnte von einer 2. über dem Verkehr liegenden Plattform aus mit minimalen Verkehrsbehinderungen bewerkstelligt werden. Antworten



Kühne Emil
So wie die Maschine eingefahren ist muss es möglich sein,nach aufweichen des Betons (Bauchemie) mit vertretbarem Aufwand in die Gegenrichtung hydraulisch wegzuziehen,wobei der neu enstandene Leerraum laufend nachinjektieren nötig wird.(Einsturz des obenliegenden Materiales zu verhindern) Antworten