Zürich

Mit Gold gegen Millionäre

Multimillionäre aus dem Ausland sollen keine Steuerprivilegien mehr erhalten. Für die Abschaffung der Pauschalsteuer wirbt die Alternative Liste - mit Gold.

Gegen Steuerprivilegien für Reiche: 70'000 solche Flyer hat die AL verteilt

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Am 8. Februar stimmt der Kanton Zürich über die Abschaffung der Pauschalsteuer ab. Die Volksinitiative wurde von der Alternativen Liste (AL) lanciert. Diese wirbt mit 70'000 Hochglanz-Flyer für ein Ja. Die Flyer sind in auffälligem Gold gestaltet und auf Papier gedruckt, das weder umweltfreundlich noch günstig zu sein scheint: «Die Flyer haben uns nur 3200 Franken gekostet. Ausserdem arbeiten wir mit einer Druckerei zusammen, die jeweils chlorfrei gebleichtes Papier verwendet», erklärt AL-Gemeinderat Niklas Scherr auf Anfrage. Ob auch in diesem Fall bewusst umweltfreundliches Papier verwendet wurde, konnte Scherr nicht sagen.

«Millionäre legen keine goldenen Eier»

Auch sonst staunt der Empfänger des goldenen Flyers, welcher eher an eine dekadente Luxus-Tapete erinnert als an politische Propaganda aus dem linken Lager. Die Ästhetik der Reichen habe man mit Absicht und viel Ironie gewählt, so Scherr weiter: «Wir wollen damit nicht sagen, dass wir die pauschal besteuerten Millionäre als goldene Eier legende Hühner sehen. Sie legen in der Tat sehr schäbige Eier, was die Steuern angeht.» Konkrete Zahlen nennt die AL auf der Rückseite des Flyers. Die etwa 100 ausländischen Millionäre würden dem ganzen Kanton Zürich nur 6 Millionen Franken abliefern. Verglichen mit den 4,8 Milliarden Franken Staatssteuern sei das ein Klacks.

300 reichste Schweizer als Inspiration

Nicht nur Flyer, auch Plakate mit Goldsujet hat die Alternative Liste drucken lassen. Mit dem Unterschied, dass das Gold auf dem Plakat viel dumpfer ist. Damit Autofahrer nicht gestört werden von allfälligen Reflexionen. Inspirationsquelle der glänzenden Propaganda ist gemäss Scherr die goldene «Bilanz»-Ausgabe mit den 300 reichsten Schweizern: «Die Pauschalbesteuerung ist ein überflüssiger Luxus, mit der Idee eines goldenen Flyers wollen wir auf diesen Überfluss aufmerksam machen. Ausserdem sind Gags in der Politik nicht verboten.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.01.2009, 16:24 Uhr

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