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Palü-Bergsteiger unterschätzten Neuschnee

Von Stefan Hohler. Aktualisiert am 16.06.2009

Die Alpinisten – unter ihnen ein Zürcher Ehepaar –, die am Samstag von einem Schneebrett am Piz Palü in den Tod gerissen wurden, passierten als Erste die Gefahrenstelle.

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Das 35-jährige Paar aus dem Kanton Zürich und sein 40-jähriger Begleiter aus dem St. Galler Rheintal gerieten vermutlich als Erste an diesem Morgen in eine verhängnisvolle Triebschneeansammlung rund 150 Höhenmeter unter dem Gipfel. Am gleichen Tag folgten rund zehn weitere Seilschaften, und am Sonntag herrschte mit 70 bis 80 Seilschaften ein eigentlicher Grossandrang. Alle Seilschaften passierten die Absturzstelle problemlos. Niemand hatte dabei etwas vom Unglück gesehen oder bemerkt.

Die drei Skitourengänger waren auf der Normalroute vom Diavolezza-Berghaus, also von der Nordseite her, zum 3901 Meter hohen Hauptgipfel unterwegs. Laut Marco Salis, Oberengadiner Rettungschef bei der Kantonspolizei Graubünden, hätten die drei Bergsteiger vermutlich den Neuschnee unterschätzt, der am Freitag gefallen war und zu Triebschneeansammlungen geführt hatte.

Niemand hatte den Unfall bemerkt

Beim Aufstieg zum Skidepot auf 3750 Meter Höhe über die steile Nordostflanke löste sich ein Schneebrett. Dieses riss die drei Alpinisten rund 400 Meter auf die Südseite des Ostgipfels des Piz Palü hinunter - über die Felswand und durch ein Couloir. Sie waren sofort tot.

Die beiden Männer und die Frau seien angeseilt und gut ausgerüstet gewesen, sagt Marco Salis. Es solle sich um erfahrene Bergsteiger gehandelt haben. Von einer eigentlichen Lawinengefahr will Salis nicht sprechen. Es sei wohl lokal eine heikle Stelle gewesen, wo sich der Unfall ereignet hatte. Die Tourenverhältnisse sowie die Wetterbedingungen seien aber gut gewesen. Es habe nichts dagegen gesprochen, an diesem Wochenende eine Tour auf den Piz Palü zu unternehmen.

Am Sonntag Alarm geschlagen

Am Sonntagmorgen wurde von einem Bekannten der Bergsteiger Alarm geschlagen, nachdem sich die drei am Samstagabend nicht gemeldet hatten. Ihre Leichen wurden von einem Rega-Helikopter am Fusse des Ostgipfels auf dem Palügletscher entdeckt und geborgen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.06.2009, 07:11 Uhr

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