Zürich
Per Schnuppertest ins Beziehungsglück
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 04.12.2008 4 Kommentare
Mit diesen Dosen kann man selbstständig ein Geruchsprofil erstellen. (Bild: Basisnote.ch)
Links
Pille verteuert den Geruchstest
Der Geruchstest besteht aus sechs Duftpaaren, bei denen die Singles entscheiden, ob sie einem der Düfte den Vorrang geben und wenn ja, welchem. Dadurch wird die individuelle Geruchspräferenz ermittelt und in einem von 729 Geruchsprofilen zugeordnet. Dies ist deshalb möglich, weil das Geruchsprofil durch die gleichen Gene geprägt wird wie die Geruchspräferenz.
Die Duftstoffe, welche für den Test ausgewählt bzw. dafür produziert haben, sind dazu geeignet, das persönliche Geruchsprofil eines Menschen zu bestimmen und es anschliessend für die Partnersuche zu verwenden, wie die Entwickler schreiben.
Frauen, welche die Verhütungspille einnehmen, haben eine andere Geruchsempfindung also ohne Pille. Deshalb wird ihnen angeraten, nicht den Test mit der Nase für 145 Franken, sondern den 245 Franken teureren Labortest zu machen. Letzterer untersucht den Speichel der Testperson. Die genetisch bedingten Vorlieben für Gerüche beeinflusst die Pille laut dem Entwickler nicht.
Entwickelt hat der Test der 36-jährige Biologe August Hämmerli. Dafür erhielt er vom Bund 500'000 Franken und von Stiftungen eine Million Franken. Zusammen mit zwei Partnern gründete er eine Firma, die an weiteren Testverfahren arbeitet, so Hämmerli.
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Ein neuer Geruchstest feiert heute Premiere in Zürich. Beim kommerziellen Flirten im Mellow Club kommen erstmals die Nasen der Singles zum Einsatz. Die Kandidaten riechen jedoch nicht aneinander, sondern an 12 Döschen. Dabei müssen sie jeweils aus zwei Düften den angenehmeren auswählen.
Am Ende entsteht ein Duftprofil, das bei der Partnerwahl helfen soll. Getreu dem Motto «Gegensätze ziehen sich an», soll am besten zueinander passen, wer möglichst unterschiedliche Düfte bevorzugt. Ziel der Entwickler von der Basisnote AG aus Bern ist, den Test bald bei Onlineflirts einzusetzen.
Aussagekraft ungewiss
Für 145 Franken erhalten die Singles den Geruchstest nach Hause geschickt. Die Trefferquote beurteilt Mitentwickler August Hämmerli zwar als gut, doch laut eigener Aussage lag der Test von 20 Paaren lediglich bei 14 richtig.
Hämmerli sieht den Geruchstest denn auch nicht als entscheidenden Faktor bei der Partnerwahl, sondern lediglich als Hilfe: «Bisher wurde der Geruch vor allem beim Onlinedating gar nicht berücksichtigt.» Dies soll der Test mit einem Onlinegeruchsprofil ändern.
Partnerbörsen prüfen Test
Mit der ersten kommerziellen Anwendung wollen die Geruchstester bald auf breiter Front durchstarten. Bisher liegt jedoch erst eine Absichtserklärung von Partnerwinner.ch vor. Ob die Onlinepartnervermittlung, die wie Tagesanzeiger.ch zum Tamedia-Verlag gehört, den Test auf ihrer Seite integriert, steht noch nicht fest. Verhandlungen mit anderen Singlebörsen laufen.
Paare, die bereits zusammen sind, rät Hämmerli vom Test ab: «Deren Nasen haben sich ja bereits entschieden.» Verhindern lässt sich ein Test innerhalb einer Beziehung jedoch nicht: Via Internet kann jeder zwei Testsets bestellen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.12.2008, 16:12 Uhr
WRITE A COMMENT
4 Kommentare
Macht ja eigentlich schon Sinn. Ich selber hatte einige sehr gute Freunde, in die ich mich am liebesten verliebt haette, die ich unglaublich mochte - aber ihr Geruch stiess mich ab. Da kann alles andere stimmen, wenn der Geruch nicht "der richtige" ist, wird's nie was. Andersrum stoert mich der Geruch meines jetztigen Freundes auch nach einer Woche Zelten ohne Dusche nicht... Antworten
das ganze tönt interessant. auf jeden fall sollte die wissenschaft dran bleiben an dem thema. es wäre doch zu genial, wenn die beschwerliche suche und das manchmal jahrelange warten auf einen passenden partner ein ende hätte. interessant wäre dann sicher auch, in welche duftklasse jeder einzelne eingeteilt würde, denn nur so könnte ja sein "idealer partner" eruiert werden. interessante sache. Antworten
Na was neues? Das kommt mir doch bekannt vor! Unterschiede zihen sich an? Dan probierts mal und seit nicht enteuscht über euer Entscheid.Ich bin anderer Meinung nach einmal heftig auf die Nase gefallen zu sein, möchte ich lieber Gemeinsamkeiten teilen und was nicht perfekt ist daran kann Mann ja noch arbeiten.Viel Glück denen die Unterschiede mehr lieben als gute Gemeinsamkeiten. Antworten



Petra Zufiger
Funktioniert nicht besser als ein normales Date. Es gibt auch bei den Geruchsvergleichen viele grundsätzlich passende Partner. Aber nur einer ist der Traumpartner - Das ist genau das Problem. Die Leute von heute sind nie zufrieden, denken stets, es gebe eine noch optimalere Konstellation. Falsch. Antworten