Polizei wirbt mit Plüschtieren
Von Martin Huber. Aktualisiert am 17.01.2009
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Die Glasvitrine hängt am Gitterzaun neben dem Haupteingang der Kantonspolizei an der Kasernenstrasse. Dort wirbt die Kantonspolizei derzeit mit putzigen Plüschtieren auf Wattebäuschen, die Schnee symbolisieren, für sich: «Damit Sie sich sicher fühlen – Kantonspolizei Zürich», heisst es im dekorierten Schaukasten. Bei den Tierfiguren handelt es sich um das Säbelzahn-Eichhörnchen Scrat aus dem Trickfilm «Ice Age», das mit seiner missglückten Eicheljagd das Publikum begeistert. Die Botschaft lautet: «Wir bieten auch Pechvögeln Sicherheit», sagt Marcel Graf von der Infoabteilung der Kapo.
Mit dem Schaukasten wolle man «auf sympathische und augenzwinkernde Art» auf sich aufmerksam machen. Dazu warten die Kapo-Werber mit saisonal wechselnden Sujets auf: An der letzten Fasnacht thronte eine Maskenfigur in der Vitrine, im Sommer waren es Gartenzwerge auf Liegestühlen, über denen kleine Kunststoffvögel schwebten, im Herbst folgten Igel, die sich im Laub versteckten, und im kommenden Sommer soll sich der Schaukasten in ein Aquarium mit Fischen verwandeln, wie Graf sagt. Der Slogan «Damit sie sich sicher fühlen» bleibt.
Gute Reaktionen auf lustige Sujets
Die Vitrine gibt es seit mehr als vierzig Jahren. Auch die Feuerwehr, der Zivilschutz und das Kreiskommando verfügen am Kasernenzaun über ähnliche Schaukästen für den Aushang von Meldungen, die sie aber im Gegensatz zur Kapo mit weit weniger Hingabe schmücken. Früher hingen in der Kapo-Vitrine jeweils Präventionsplakate, Warnungen vor Langfingern etwa oder vor Drogenmissbrauch. Doch das habe wenig gebracht und sei wenig beachtet worden, sagt Graf. Stattdessen sei der Schaukasten immer wieder verklebt und versprayt worden. «Seit wir Sujets mit eher lustigen Botschaften darin haben, sind die Reaktionen besser.» Kürzlich sei sogar jemand an den Kapo-Schalter gekommen und habe sich erkundigt, ob es das «Ice Age»-Plüschtier zu kaufen gebe.
Die Werbung im Schaukasten steht im Kontrast zu anderen Werbebemühungen der Kapo. Ende Jahr hatte sie nach dem Vorbild der amerikanischen Erfolgsserie CSI einen Krimi in eigener Sache gedreht. Der 40-Minuten-Streifen «CSI: Züri» dient als Instruktionsfilm zum Thema «Qualitätssicherung» und wendet sich an die eigenen Polizisten. Mit dem Medium Film hatte die Kapo letztes Jahr weiter für Aufsehen gesorgt: Werbespots, mit denen sie um Polizeinachwuchs warb, wurden zum Thema in der TV-Satire-Sendung «Giacobbo und Müller». Im Gegensatz dazu wirken die Plüschtiere in der Vitrine wie ein Relikt aus einer vergangenen (Werbe-)Zeit.
«Sympathischer Bezug» zur Polizei
Wie viel die Kapo-Werbung in der Vitrine letztlich bringt, ob sie gar zu mehr Sicherheit beiträgt, bleibt offen, wie Graf einräumt: «Schön wäre es.» Immerhin werde aber ein «nicht unsympathischer Bezug zur Kantonspolizei» geschaffen.
Nach dem Vorbild des «CSI:Züri»-Streifens will die Kapo jetzt auch die Schaufenster an ihrem Gebäude an der Ecke Kasernen-/Zeughausstrasse neu gestalten. Dort wird derzeit noch mit Handschellen und altem Einbruchswerkzeug fürs Kriminalmuseum geworben. Die Schaufenster sind in die Jahre gekommen und sollen künftig «einen  CSI:Züri -mässigen Touch» erhalten, wie Graf sagt. So wolle man auch an diesem Ort ein modernes und zeitgemässes Bild der Kapo vermitteln. Der Schaukasten am Zaun soll bis zur Fertigstellung des neuen Polizei- und Justizzentrums auf dem Areal des Güterbahnhofs erhalten bleiben. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.01.2009, 10:43 Uhr



































