Scheiden auf die billige Tour

1000 Franken verrechnet ein Zürcher Anwalt für den Papierkram einer Scheidung. Gerade im Sommer, wenn Schweizer Paare ihre Ehen nach einem Ferienknatsch auflösen wollen, boomt sein Dumping-Angebot.

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Ferien sind eine Belastung für Paare – das spüren die Scheidungsanwälte im Sommer. Beliebt ist die Scheidung per Internet. Als einziger Schweizer Anwalt betreibt Roger Groner eine Website, auf der Paare ihr künftiges Sololeben einleiten können. Die Site boomt: «Wir haben im Sommer über 50 Prozent mehr Klienten», sagt Groner.

1000 statt 2500 Franken

Die Statistik gibt Groner Recht: Im August und September, nach Ablauf der zweimonatigen Bedenkfrist, ist die Anzahl der Scheidungen teils doppelt so hoch wie in anderen Monaten. Das Bundesamt für Statistik registrierte im September 2008 gut 2500 Scheidungen – im Juli nur gut 1000.

Sind sich die Ehepartner einig über Geld und Sorgerecht, lässt sich die Online-Scheidung nicht nur per Smartphone vom Strand aus einleiten, sondern vor allem günstig: Anwalt Groner wirbt mit einer Pauschale von 1000 Franken. Die Konkurrenz verlangt im Schnitt rund 2500 Franken.

Fragwürdige Tendenz

Dem Schweizerischen Anwaltsverband (SAV) passt das gar nicht: «Diese Tendenz beurteilen wir als eher fragwürdig», sagt SAV-Vorstandsmitglied Michael Hüppi. Persönliche Beratung durch einen Anwalt erachte sein Verband besonders bei komplexen Scheidungen als wichtig. (NEWS)

Erstellt: 21.07.2009, 12:18 Uhr

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9 KOMMENTARE

Armando di Petra

21.07.2009, 14:55 Uhr

Schön, schön ... ob dieser Anwalt wohl auch seine eigene Scheidung so online machen würde?


Sibylle Weiss

21.07.2009, 14:18 Uhr

Konkubinat ist mit Abstand die bessere Lösung.Wenn es nicht geht,packt jeder sein Päckchen und zieht wieder aus, keine Gerichtskosten,kein Scheidungsanwalt etc.Wenn aber noch Kinder im Spiel sind,wird es allerdings komplizierter.


alfred mack

21.07.2009, 12:58 Uhr

Heiraten ist teuer, Scheiden kann dich ruinieren!! Deshalb lasst doch diese emotionale Entscheidung wie heiraten, ein von der Religion und Staat auferlegtes und anerzogenes Dogma, um die Bürger legal noch mehr abzuzocken. Konkubinat vereinfacht vieles, nach wie vor Steuervorteile und volle AHV-Einzelrente.


andi matata

21.07.2009, 12:29 Uhr

Dem cleveren gehört die Welt!


andré kaufmann

21.07.2009, 12:18 Uhr

Wenn sich der SAV an den Preisen stört, ist das dasselbe, wie wenn sich die Pharmalobby gegen tiefere Preise wehrt - es ist einfach nur herzig. Wird der Anwalt jtzt aus diesem lässigen Verein verstossen?


Jörg Peters

21.07.2009, 11:40 Uhr

Nicht heiraten wäre sogar noch günstiger! Vor einiger Zeit ist in der Schweiz ja auch das Konkubinatsverbot aufgehoben worden. Scheinen noch nicht ganz alle gemerkt zu haben! Man kann ohne Trauschein zusammen leben. Nur Mut, probieren sie es!


marcel Ziegler

21.07.2009, 10:38 Uhr

Meine Scheidung: Fr. 300.-- Anwalt, Fr. 1'000 Gerichtskosten, Fr. 1'000'000.-- Alimente. Ob der Anwalt 1000 oder 2500 kostet, fällt also definitiv nicht ins Gewicht.


Paul Angst

21.07.2009, 10:18 Uhr

Die Kosten für Herrn Groner lassen sich auch sparen: Rechtsauskunft beim Gericht einholen, von der PK die erforderliche Bestätigung verlangen und die Scheidungsunterlagen dem Gericht pfannenfertig vorlegen. So verbleiben "nur" die amtlichen Kosten. Die Anwaltskosten sind überflüssig.


Sandra Fürer

21.07.2009, 10:13 Uhr

Wer die persönliche Beratung braucht, kann sie ja trotzdem in Anspruch nehmen. Dass dem SAV die günstige Variante nicht passt, ist verstädlich, sie würden gerne mehr verdienen.



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