Schwarzfahrer, aufgepasst! Die SBB verstärken ihre Kontrollen

Computerfahndung genügt den SBB nicht im Kampf gegen die Schwarzfahrer. Sie wollen die viel befahrenen Strecken häufiger kontrollieren. Auf den S-Bahnen rund um Zürich kommen mehr Kontrolleure zum Einsatz.

S-Bahn: Mehr Kontrollen auf viel befahrenen Strecken.

S-Bahn: Mehr Kontrollen auf viel befahrenen Strecken.
Bild: Keystone

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Seit Anfang Februar testen die SBB ein neues Instrument, um den Einsatz ihrer 400 Kontrolleure besser zu steuern. Auch bei der Zürcher S-Bahn. Erste Auswertungen liegen bereits vor. Notorische Schwarzfahrer sollten sie sich merken: «In den Knoten, also den vielbefahrenen Strecken rund um die Zentren, brauchen wir mehr Kontrollen», erklärt Roman Knecht von den SBB, Leiter der Abteilung Einnahmensicherung.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Knecht steht einem 30-köpfigen Team vor, bei dem sämtliche Informationen über Schwarzfahrer zusammenlaufen. Sein neustes Projekt heisst «Wibik» (Wirkung Billettkontrolle). Damit soll erreicht werden, «dass unser Kontrollpersonal am richtigen Ort eingesetzt wird», sagt Knecht. Im Herbst wird das neue System in der ganzen Schweiz eingesetzt. Es erlaubt den SBB, den Kontrollgrad zu optimieren. Diese Kennzahl gibt an, wie viele Fahrgäste auf einem bestimmten Abschnitt tatsächlich kontrolliert werden.

Von der Änderung betroffen sind vor allem stark frequentierte Strecken und damit auch die S-Bahn rund um Zürich. Da die Zahl der Kontrolleure nicht erhöht wird, heisst das umgekehrt: Schwarzfahrer auf wenig genutzten Abschnitten müssen seltener mit Kontrollen rechnen.

Die SBB haben mit dieser Intensivierung weniger die Pendler im Visier. Wer häufig fährt, das haben Untersuchungen des ZVV ergeben, wird mit den heutigen Kontrollen bereits ausreichend erfasst. Das Problem sind die Gelegenheitsfahrer. «Wer nur ab und zu fährt, hat heute das Gefühl, zu wenig kontrolliert zu werden», sagt Roman Knecht von den SBB. «Das dämpft die Neigung, ein Ticket zu lösen. Diese Einnahmenausfälle können wir uns nicht leisten.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Erstellt: 26.03.2009, 14:45 Uhr

15 KOMMENTARE

Othmar Egli

01.04.2009, 18:51 Uhr

Eine Art Schwarzfahrer sind dijenigen, welche mit einem 2. Klass-Abo stets in die erste Klasse sitzen. Kommen sie einmal in eine Kontrolle verlangen sie einen Klassenwechsel beim Kontrolleur mit der Ausrede z.B. sie hätten keine Zeit gehabt eienen Klassenwechsel am Automaten zu kaufen, zu viele Leute, Automat defekt etc. Diese Schwarzfahrer sollten die normale Busse von 80.- rsp. 100.- bezahlen.


Karl Mrak

01.04.2009, 11:07 Uhr

Erziehen muss man die Leute heute bei jeder Gelegenheit. Jedes Wochenende kann ich verfolgen, obwohl in jedem Nachtbus zusätzlich ein privater Sicherheitsmann mitfährt, wie das Ausgehvolk versucht ohne Nachtzuschlag in den Bus einzusteigen oder bei Aufforderung einen Zuschlag vorzuweisen sich unwissend stellt. In der Presse gaukelt man uns dann schwarze Zahlen vor.


Peter Huber

01.04.2009, 10:22 Uhr

Was jetzt, 18 Mio oder 40 Mio? Kann mir mal jemand erklären, warum der Ausfall 40 Mio betragen soll wenn ihn die VBZ auf 18 Mio schätzt? Boulevardjournalismus nenne ich das ....


Simon Schrama

01.04.2009, 10:16 Uhr

Interessant wäre auch zu wissen, wieviel Geld es den Steuerzahler kostet, damit all die Bahnangestellten gratis und franko mit ihren FVP-Generalabos die Schweiz bereisen dürfen.


Martin Michel

01.04.2009, 08:57 Uhr

Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt. Egoismus auf Kosten der Gemeinschaft könnte man es ebenfalls nennen. Die Preise des ÖV sind absolut vertretbar, gerade auch im Vergleich mit dem Privatverkehr und der ÖV-Qualität im Ausland. Darum ist es absolut unverständlich, warum oft meist junge Gutverdienende glauben, sie müssten kein Billet lösen. Bussen erhöhen!


René Blumer

01.04.2009, 08:28 Uhr

Ich habe schon ein gewisses Verständnis für die Kontrollen. Nur kundenfreundlichkeit und vor allem Qualität lassen doch sehr zu wünschen übrig für den hohen Preis eines Abos. Ich benütze den ZVV täglich und erlebe regelmässig: Trams, welche den übrigen Verkehr über den Haufen fahren, Busse, welche Anschlüsse nicht abwarten, überfüllte Fahrzeuge. Freundliche Zuwinkerei gibts nur unter Chauffeuren.


Erich Meier

01.04.2009, 07:23 Uhr

Schwarzfahrer kosten die Steuerzahler bis zu 40 Millionen. Jaahh & der grosse Stellenabau der Kontukteure & des Hilfspersonal, Bahnhofverantwortlichen an jeden Bahnhof das kostet etwa gar nicht`s, jedenfall`s stiehlt sich die SBB elegant aus der Verantwortung. Der anhaltente rigerose Servicepublicabau wird von den Fahrgästen halt mit schwarzfahren goutiert, so läuft dass ganz einfach!


Walter Schwerzmann

31.03.2009, 23:31 Uhr

wenn der Kontrollaufwand 15 Mio beträgt, dann braucht es ja auch ein paar schwarzfahrerInnen, damit die Kontrolleure und ihre Auftraggeber auch einen Sinn in ihrer Arbeit und Leben sehen. Schwarzfahrer schaffen Arbeitslplätze!


Wigger Johannes

30.03.2009, 12:36 Uhr

Die SBB würden besser die Kontrollen auf den Fernstrecken verstärken. Als Gelegenheitsfahrer muss ich mein Ticket im Schnitt nur jedes 2. bis 3. Mal zeigen. Und es fällt mir auf, wie viele Leute ihr Ticket erst im Zug lösen. Ich habe den Verdacht, dass viele Passagiere darauf pokern, nicht kontrolliert zu werden - und falls doch - jedes 2. Mal den Zuschlag bezahlen ist immer noch billiger!


Andre Bähnler

30.03.2009, 11:53 Uhr

Ist ja wieder typisch schweizerisch! Alles wollen, aber nichts bezahlen. Der Bund verlangt eine schwarze Null von den SBB und der Kunde will nichts bezahlen für die Leistung, die er erhält. Dazwischen die Bahn, die für 100te Mio Fr Aufträge in der Wirtschaft generiert und einer der grössten Arbeitgeber im Land ist. Zudem: jeder Autofahrer in der Stadt wäre mit 5 Min Verspätung zufrieden


Thomi Horath

26.03.2009, 19:08 Uhr

Einträgliche Kontrollen könnten ausserhalb der Bürozeiten sein... (z.B. Samstag abend 23h oder Sonntag morgen 5h00....)


Hans Müller

26.03.2009, 17:46 Uhr

die SBB sollten besser mal in die wartung des rollmaterials und der strecken investieren, mind. 3-4 mal pro woche erlebe ich als pendler erhebliche verspätungen, wenn eine meldung durchgeben wird sind es immer die gleichen gründe: lokdefekte, türdefekte, fahrleitungsstörungen, weichenstörungen usw. und dass mein zug jeden morgen 5 minuten zu spät ankommt ist ist wohl auch normal fazit:saftladen


Grütter Rolf

26.03.2009, 16:57 Uhr

Anstatt Billetkontgrolle zu machen würden sie gescheiter kontrollieren das die Züge rechtzeitig am Ort ankommen,den die Züge haben im schnitt 5-10 Minuten verspätung........... es grüsst der fahrplan wechsel und für sowas soll man noch bezahlen?


Alexandra Hamilton

26.03.2009, 15:59 Uhr

«In den Knoten, also den vielbefahrenen Strecken rund um die Zentren, brauchen wir mehr Kontrollen». Wow, das neue Instrument, welches zu diesem Schluss gekommen ist, hat sicher enorm viel gekostet, die Auswertung der Daten war dementsprechend komplex und rechenintensiv. Mit nachdenken wäre da bestimmt kein Mensch drauf gekommen. Super!


Benno Fässler

26.03.2009, 15:10 Uhr

Jeden Tag benutze ich den Zug von Luzern nach Zürich und von dort mit der S-Bahn in einen Vorort. Das Fehlen von einer Zugbegleiterin oder Zugbegleiters fällt nicht mehr auf. Nicht immer greift das Bord-Personal bei Pannen, Pech und Pleiten zum Mikrofon und informiert die Fahrgäste über die Verspätung oder über die verpassten Anschlüsse. Es lohnt sich, das Billet erst im Zug zu lösen.



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