Schwarzfahrer kosten die Steuerzahler bis zu 40 Millionen Franken

Offiziell fahren im Gebiet des Zürcher Verkehrsverbundes rund 1,2 Prozent der Passagiere ohne gültiges Ticket. In Tat und Wahrheit sind es aber mehr.

Dauerthema Schwarzfahrer: Sie kosten den Steuerzahler viel Geld.

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Bild: Tom Kawara

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Schwarzfahrer sind kein gutes Geschäft. Auch dann nicht, wenn sie die vom Bundesamt für Verkehr kritisierten und von vielen Betroffenen als teuer empfundenen «Gebühren» der SBB bezahlen: Im Gebiet des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) haben die Kontrollen von SBB, VBZ und Post letztes Jahr zwar 11 Millionen Franken eingebracht – aber der Kontrollaufwand war laut ZVV mit 15 Millionen höher.

Weniger, aber trotzdem noch zu viel

Die Schwarzfahrer sind beim ZVV ein Dauerthema. Seit kurzem hat er auch eine vertiefende Studie über seine nicht zahlenden Passagiere vorliegen. Zahlen und Einzelheiten will der ZVV-Controller Peter Nordenson zwar nicht verraten. Dem Vernehmen nach soll die Studie aufgrund von Schwerpunktkontrollen aber ergeben haben, dass der tatsächliche Anteil der Schwarzfahrer deutlich höher ist als die zurzeit offiziell ausgewiesenen 1,2 Prozent. Welche Schlüsse der ZVV aus der Studie zieht, konnte Nordenson ebenfalls noch nicht sagen. Auf der Hand liegt jedoch, dass die Kontrollen künftig schärfer oder mit neuen Taktiken erfolgen dürften.

Einnahmen aus den Strafgebühren sind gestiegen

In den letzten Jahren hat der ZVV die Erfahrung gemacht, dass intensivierte Kontrollen – vor allem durch die Zugbegleitung abends – durchaus etwas bringen. Seit dem Jahr 2000 hat er die offizielle Schwarzfahrerquote von 2,2 auf 1,2 Prozent senken können. Weil die Zahl der Fahrgäste in dieser Zeit stark gestiegen ist, erwischen die Kontrolleure von SBB, VBZ und Post aber weiterhin mehr als 100’000 Schwarzfahrer pro Jahr. Die Einnahmen aus den Strafgebühren sind gestiegen, weil deren Höhe angehoben wurde (auf 80 bis 150 Franken).

Da das ZVV-Defizit von Kanton und Gemeinden getragen wird, schädigen die Schwarzfahrer den Steuerzahler. Wie hoch die Ausfälle sind, lässt sich nur schwer abschätzen. Sie sind auf jeden Fall beträchtlich: Weil Schwarzfahrer meist nicht die billigsten Strecken fahren, geht der ZVV von einem Ausfall von rund 18 Millionen Franken aus, selbst wenn die Quote lediglich bei einem Prozent liegt. Insgesamt könnte der Einnahmenausfall somit realistisch gesehen ohne weiteres 30 bis 40 Millionen Franken betragen – was beim Kanton beinahe einem Steuerprozent entspricht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.03.2009, 22:42 Uhr

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15 KOMMENTARE

Othmar Egli

01.04.2009, 18:51 Uhr

Eine Art Schwarzfahrer sind dijenigen, welche mit einem 2. Klass-Abo stets in die erste Klasse sitzen. Kommen sie einmal in eine Kontrolle verlangen sie einen Klassenwechsel beim Kontrolleur mit der Ausrede z.B. sie hätten keine Zeit gehabt eienen Klassenwechsel am Automaten zu kaufen, zu viele Leute, Automat defekt etc. Diese Schwarzfahrer sollten die normale Busse von 80.- rsp. 100.- bezahlen.


Karl Mrak

01.04.2009, 11:07 Uhr

Erziehen muss man die Leute heute bei jeder Gelegenheit. Jedes Wochenende kann ich verfolgen, obwohl in jedem Nachtbus zusätzlich ein privater Sicherheitsmann mitfährt, wie das Ausgehvolk versucht ohne Nachtzuschlag in den Bus einzusteigen oder bei Aufforderung einen Zuschlag vorzuweisen sich unwissend stellt. In der Presse gaukelt man uns dann schwarze Zahlen vor.


Peter Huber

01.04.2009, 10:22 Uhr

Was jetzt, 18 Mio oder 40 Mio? Kann mir mal jemand erklären, warum der Ausfall 40 Mio betragen soll wenn ihn die VBZ auf 18 Mio schätzt? Boulevardjournalismus nenne ich das ....


Simon Schrama

01.04.2009, 10:16 Uhr

Interessant wäre auch zu wissen, wieviel Geld es den Steuerzahler kostet, damit all die Bahnangestellten gratis und franko mit ihren FVP-Generalabos die Schweiz bereisen dürfen.


Martin Michel

01.04.2009, 08:57 Uhr

Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt. Egoismus auf Kosten der Gemeinschaft könnte man es ebenfalls nennen. Die Preise des ÖV sind absolut vertretbar, gerade auch im Vergleich mit dem Privatverkehr und der ÖV-Qualität im Ausland. Darum ist es absolut unverständlich, warum oft meist junge Gutverdienende glauben, sie müssten kein Billet lösen. Bussen erhöhen!


René Blumer

01.04.2009, 08:28 Uhr

Ich habe schon ein gewisses Verständnis für die Kontrollen. Nur kundenfreundlichkeit und vor allem Qualität lassen doch sehr zu wünschen übrig für den hohen Preis eines Abos. Ich benütze den ZVV täglich und erlebe regelmässig: Trams, welche den übrigen Verkehr über den Haufen fahren, Busse, welche Anschlüsse nicht abwarten, überfüllte Fahrzeuge. Freundliche Zuwinkerei gibts nur unter Chauffeuren.


Erich Meier

01.04.2009, 07:23 Uhr

Schwarzfahrer kosten die Steuerzahler bis zu 40 Millionen. Jaahh & der grosse Stellenabau der Kontukteure & des Hilfspersonal, Bahnhofverantwortlichen an jeden Bahnhof das kostet etwa gar nicht`s, jedenfall`s stiehlt sich die SBB elegant aus der Verantwortung. Der anhaltente rigerose Servicepublicabau wird von den Fahrgästen halt mit schwarzfahren goutiert, so läuft dass ganz einfach!


Walter Schwerzmann

31.03.2009, 23:31 Uhr

wenn der Kontrollaufwand 15 Mio beträgt, dann braucht es ja auch ein paar schwarzfahrerInnen, damit die Kontrolleure und ihre Auftraggeber auch einen Sinn in ihrer Arbeit und Leben sehen. Schwarzfahrer schaffen Arbeitslplätze!


Wigger Johannes

30.03.2009, 12:36 Uhr

Die SBB würden besser die Kontrollen auf den Fernstrecken verstärken. Als Gelegenheitsfahrer muss ich mein Ticket im Schnitt nur jedes 2. bis 3. Mal zeigen. Und es fällt mir auf, wie viele Leute ihr Ticket erst im Zug lösen. Ich habe den Verdacht, dass viele Passagiere darauf pokern, nicht kontrolliert zu werden - und falls doch - jedes 2. Mal den Zuschlag bezahlen ist immer noch billiger!


Andre Bähnler

30.03.2009, 11:53 Uhr

Ist ja wieder typisch schweizerisch! Alles wollen, aber nichts bezahlen. Der Bund verlangt eine schwarze Null von den SBB und der Kunde will nichts bezahlen für die Leistung, die er erhält. Dazwischen die Bahn, die für 100te Mio Fr Aufträge in der Wirtschaft generiert und einer der grössten Arbeitgeber im Land ist. Zudem: jeder Autofahrer in der Stadt wäre mit 5 Min Verspätung zufrieden


Thomi Horath

26.03.2009, 19:08 Uhr

Einträgliche Kontrollen könnten ausserhalb der Bürozeiten sein... (z.B. Samstag abend 23h oder Sonntag morgen 5h00....)


Hans Müller

26.03.2009, 17:46 Uhr

die SBB sollten besser mal in die wartung des rollmaterials und der strecken investieren, mind. 3-4 mal pro woche erlebe ich als pendler erhebliche verspätungen, wenn eine meldung durchgeben wird sind es immer die gleichen gründe: lokdefekte, türdefekte, fahrleitungsstörungen, weichenstörungen usw. und dass mein zug jeden morgen 5 minuten zu spät ankommt ist ist wohl auch normal fazit:saftladen


Grütter Rolf

26.03.2009, 16:57 Uhr

Anstatt Billetkontgrolle zu machen würden sie gescheiter kontrollieren das die Züge rechtzeitig am Ort ankommen,den die Züge haben im schnitt 5-10 Minuten verspätung........... es grüsst der fahrplan wechsel und für sowas soll man noch bezahlen?


Alexandra Hamilton

26.03.2009, 15:59 Uhr

«In den Knoten, also den vielbefahrenen Strecken rund um die Zentren, brauchen wir mehr Kontrollen». Wow, das neue Instrument, welches zu diesem Schluss gekommen ist, hat sicher enorm viel gekostet, die Auswertung der Daten war dementsprechend komplex und rechenintensiv. Mit nachdenken wäre da bestimmt kein Mensch drauf gekommen. Super!


Benno Fässler

26.03.2009, 15:10 Uhr

Jeden Tag benutze ich den Zug von Luzern nach Zürich und von dort mit der S-Bahn in einen Vorort. Das Fehlen von einer Zugbegleiterin oder Zugbegleiters fällt nicht mehr auf. Nicht immer greift das Bord-Personal bei Pannen, Pech und Pleiten zum Mikrofon und informiert die Fahrgäste über die Verspätung oder über die verpassten Anschlüsse. Es lohnt sich, das Billet erst im Zug zu lösen.



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