Späte Anerkennung für Einsteins «gescheites Luder»

Von Felix Schindler. Aktualisiert am 13.06.2009 3 Kommentare

Am Sonntag wird zu Ehren von Albert Einsteins Frau Mileva Maric in Oerlikon ein Gedenkstein enthüllt. Sie wurde als Mutter der Relativitätstheorie gefeiert – und starb allein und mittellos vor 61 Jahren in Zürich.

«Mein gescheites Luder»: So nannte Albert Einstein seine Frau Mileva Maric in Briefen. (Bild: pd)

«Mein gescheites Luder»: So nannte Albert Einstein seine Frau Mileva Maric in Briefen. (Bild: pd)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Ohne sie wäre Einsteins Relativitätstheorie vielleicht nie zustande gekommen. Mindestens schrieb Albert Einstein seiner Mileva vor seinem grossen Wurf: «Wie glücklich und stolz werde ich sein, wenn wir beide zusammen unsere Arbeit über die Relativitätsbewegung siegreich zu Ende geführt haben.» Als diese Briefe ans Licht kamen, wurde Maric als Mutter der Relativitätstheorie gefeiert.

Am Sonntag um 15 Uhr wird im Friedhof Nordheim in Zürich ein Gedenkstein zu ehren vom Maric enthüllt. Dort liegt die 1875 geborene Serbin begraben. Ausserdem wird ein Ehrengottesdienst mit dem Bischof der Serbisch-Orthodoxen Kirche Zentraleuropas und ein offizieller Festakt mit serbischen und zürcherischen Amtsträgern durchgeführt, wie die NZZ heute meldet.

Fünfte Frau an der ETH Zürich

Marics Beitrag zur Relativitätstheorie ist nach wie vor umstritten. Einen Beweis, dass Einstein «viel von seiner Frau abgeschrieben hat», wie damals gesagt wurde, fehlt noch heute. Doch Ehre gebührt ihr sowieso, obschon die Anerkennung reichlich lange auf sich warten liess.

1894 kam Maric in die Schweiz, um die Matura zu machen. Zwei Jahre später wird sie als fünfte Frau an der ETH Zürich immatrikuliert. Maric ist die erste Serbin überhaupt, die Physik studiert. In Zürich lernt sie den kleingewachsenen, schmächtigen und um vier Jahre jüngeren Albert Einstein kennen – und lieben.

Ehe wegen «natürlicher Unverträglichkeit» geschieden

Während ihres Studiums lebte Maric an der Plattenstrasse 50 in Zürich. 1903 heiratet das Liebespaar gegen den Willen Einsteins Familie. In Briefen nennt Einstein seine Muse «meine liebe Miez» und «mein gescheites Luder». Maric bringt drei Kinder auf die Welt. Die erste Tochter, Liserl, noch unehelich, weshalb Maric das Mädchen wohl in Serbien zur Adoption freigab. Die beiden Söhne Hans Albert und Eduard zog sie in Zürich gross – auch nachdem Einstein seine Frau 1914 verlässt, um nach Berlin zu gehen. 1919 wird die Ehe wegen «natürlicher Unverträglichkeit» geschieden.

Maric kümmerte sich zeitlebens um den an Schizophrenie erkrankten Sohn Eduard. Die Behandlung frass schnell das Preisgeld auf, das Einstein für den Nobelpreis für Physik erhielt und Maric weitergab. So lebte sie in bescheidenen Verhältnissen an der Huttenstrasse 62, bis sie 1948 schliesslich im Sanatorium EOS an der Carmenstrasse 18 starb. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.06.2009, 07:28 Uhr

3

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

3 Kommentare

Hugo Ferrari

12.06.2009, 16:07 Uhr
Melden

Heute würde diese Frau sehr wahrscheinlich lieber Meier oder Müller heissen. Übrigens, ich wusste nicht, dass es schon damals in Zürich ic's gab. Antworten


Markus Meier

12.06.2009, 16:13 Uhr
Melden

Das Können der Einsteins war riesig. Die Allgemeine Relativitätstheorie setzte jedoch nur bescheidenes theoretisches Grundwissen voraus und beruhte auf Alltagsbeobachtung und Nachdenken. Ebenso die aus der Theorie abgeleitete Erkenntnis, dass die Lichtgeschwindigkeit konstant ist. Die weitere Folgerung Einsteins, dass es nichts Schnelleres gibt als die Lichtgeschwindigkeit ist dagegen fragwürdig. Antworten



Zürich

Meistgelesen in der Rubrik Zürich

Lokalverzeichnis

Werbung

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?



Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Telefonbuch

Marktplatz