Stapi-Kandidatinnen werben um Hockeyfans und Konzertbesucher

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 20.01.2009

Im Kampf ums Stadtpräsidium wollen die Konkurrentinnen Martelli und Mauch die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Plakate reichen nicht. Lieber solidarisieren sie sich mit Hockeyfans und spielen Bassgitarre.

Corine Mauch betreibt mit der Bassgitarre Wahlkampf...

Corine Mauch betreibt mit der Bassgitarre Wahlkampf... (Bild: Thomas Burla)

...während sich Kathrin Martelli für ZSC-Fans stark macht.

...während sich Kathrin Martelli für ZSC-Fans stark macht. (Bild: Thomas Burla)

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Knapp drei Wochen vor der Wahl des neuen Zürcher Stadtpräsidenten versuchen Kathrin Martelli (FDP) und Corine Mauch (SP) möglichst viele Wähler auf sich aufmerksam zu machen. Während Mauch am Wochenende im In-Club Helsinki an der Bassgitarre zupfte, bedauert Martelli heute Dienstag im Radio, dass die ZSC Lions für den Final der Eishockey-Champions-League nach Rapperswil verbannt wurden – ein Umstand, der bereits im Dezember für Unmut sorgte. Damals war der Wahlkampf jedoch nicht auf Touren und Martelli regte sich kaum darüber auf.

Die teilweise plumpen Aktionen erklärt Politologe Andreas Ladner mit der schwachen Wirkung von Wahlplakaten und Politwerbung. «Diese fällt vielen Leuten gar nicht auf», sagt Ladner. Wer das politische Geschehen nicht verfolge, nehme oft kaum war, welche Personen sich um das Amt bewerben. «Auffallen ist heutzutage sehr schwierig», sagt Ladner.

Zürich zu erfolgreich für Richtungswechsel

Dass der Kampf um Aufmerksamkeit den Kandidatinnen auch schaden und Stimmen kosten können, ist zwar möglich, wie Ladner sagt. «Doch andere finden das auch positiv. Wenn jemand Bassgitarre spielt, dann ist das kein Killerkriterium für dessen Glaubwürdigkeit.» Bill Clinton habe auch Saxophon gespielt. Vielleicht seien es am Ende die Musik- oder Hockeyfans, die die Wahl mitentscheiden.

Die Aktionen sollen gemäss Ladner auch über die fehlende Auseinandersetzung im Wahlkampf hinweghelfen: «Das Modell Zürich ist erfolgreich. Die Kandidaten können sich deshalb nicht für einen Richtungswechsel stark machen.» Mit Stapi Ledergerber hat die SP derzeit das Ruder in der Hand und FDP-Frau Martelli hat die Politik seit 1994 im Stadtrat mitgeprägt.

Unterstützung von der SVP fraglich

Zugespitzt wird der Kampf um jede Stimme durch die knappe Ausgangslage. «Martelli ist zwar bekannter, doch die FDP alleine ist viel zu klein für einen Wahlsieg», sagt Ladner. Ob sie die SVP geschlossen hinter sich scharrt, ist offen. «Denn die SVP fühlte sich von der FDP mehrmals im Stich gelassen.»

Die Linke und die Grünen haben mit Mauch zwar eine deutlich weniger bekannte Kandidatin, doch sie stehen laut Ladner geschlossen hinter ihr. «Ob das am Ende für den Sieg reicht, lässt sich aber nicht sagen. Das Rennen wird knapp entschieden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.01.2009, 13:53 Uhr

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