Von wegen 13 Wochen frei – Ein Lehrer klärt auf
Von Andreas Eisenring*. Aktualisiert am 24.04.2009 74 Kommentare
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Andreas Eisenring unterrichtet seit 28 Jahren an der Sekundarschule A. Er gehört zu den acht Gossauer Lehrkräften, die sich nicht für die Englisch-Nachqualifikation angemeldet haben.
Seklehrer weigern sich, Englisch zu büffeln
Ihrem Unmut haben Sekundarlehrerinnen und -lehrer aus Gossau anfangs Monat in einem offenen Brief Luft verschafft. Sie kündeten an, dass sie sich nicht für die obligatorische Nachqualifikation in Englisch anmelden werden. Diese war vom Bildungsrat 2008 verfügt worden, da die Primarschüler neu mit Frühenglisch-Kenntnissen in die Sekundarschule kommen und weil darum ein neues Lehrmittel eingeführt wird. Gemäss den Gossauer Lehrern ist die Nachqualifikation für erfahrene und praxiserprobte Sprachliebhaber übertrieben.
Als Vollzeitarbeitende und Väter und Mütter sei es unzumutbar, vier Sommerferienwochen für Sprachkurse in England herzugeben. Sie betrachten dies als «indirekte Lohnkürzung» und bezeichnen es als «Unsitte», die Mehrbelastungen von Bildungsbeschlüssen immer auf die Lehrer abzuwälzen. Die Anforderungen des Bildungsrates an die Englischlehrer bezeichnen sie als «elitär». Fürs Frühfranzösisch hätten die Lehrpersonen auch nicht an die Sorbonne reisen müssen. Andreas Eisenring, einer der unterzeichnenden Lehrer, betont: «Wir wollen nicht auf Konfrontation machen.» Er und seine Kollegen seien bereit, sich in der Freizeit weiterzubilden. Die Kurse müssten aber dem Weiterbildungsbedarf angemessen sein. Die Gossauer fordern vom Bildungsrat, die Englisch-Nachqualifikation zu überdenken und schlanker zu gestalten.
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Ich liege am Swimmingpool, sagen wir in einem Strandhotel auf Kreta. Oder besser: auf einem Liegestuhl vor einem Ferienhäuschen in der Provence. Klingt besser. Riecht ein wenig mehr nach Weiterbildung. Vor allem beim Essen: des nouilles salés (fehlt da nicht noch ein e-féminin? Der Patron müsste dringend wieder mal in die Weiterbildung...) avec un joli verre de Chardonnay à l’éducation. Aber so richtig geniessen darf ich das natürlich nicht – als Lehrer – mit 13 Wochen Ferien. Da wird kritiklose Dankbarkeit erwartet. Begriffe wie Belastung, Ressourcen, Überforderung sind da verdächtig. 13 Wochen Ferien, da muss man sich halt einiges gefallen lassen. Unterrichtsfreie Zeit als Schmerzensgeld sozusagen. Schweigen und Leiden.
Zwar sagen uns viele mit entsetztem Unterton, sie wollten nie und nimmer Lehrer werden und sie beneideten uns nicht. Aber genau das tun sie eben irgendwie doch. Wirtschaftskrise. Entlassene Banker. Neid.
Genau das verhindert letztlich eine fruchtbare Diskussion über die wirklichen Probleme der Schule.
216 Stunden Überzeit im Jahr
Also versuche ich es anders, mit Zahlen: Im Jahr 2000 hat der damalige Bildungsdirektor Ernst Buschor die bis dato umfangreichste Arbeitszeitstudie (292 Seiten) bezüglich Belastung der Lehrkräfte in Auftrag gegeben. Die Resultate, zu denen der renommierte Erziehungswissenschafter Prof. Hermann J. Forneck gelangte, waren nur für Aussenstehende verblüffend: Eine Zürcher Sekundarlehrperson arbeitet im Durchschnitt pro Woche 46,6 Stunden – berechnet auf der Basis von vier Wochen Ferien, wohlverstanden!
Ein kantonaler Beamter hat bei vier Wochen Ferien und abzüglich der Feiertage ein vorgeschriebenes Wochensoll von 42 Stunden. Hoppla: macht für den Sekundarlehrer eine Überzeit von 216 Stunden pro Jahr. Gut, seien wir nicht pedantisch. Ein gestandener Lehrer mit einem mittleren Kaderlohn soll klaglos auch ein bisschen Überzeit leisten. Einverstanden: Schenken wir dem Kanton drei Wochen Überzeit. Und die anderen zwei geben wir dran, um den Interpretationsspielraum abzugelten, den wohl jede Studie in sich trägt.
39 Wochen mit 50 Arbeitsstunden
Unter dem Strich bleibt das Fazit: Sekundarlehrpersonen leisten im Quervergleich sogar einiges mehr als vorgeschrieben. Diese Tatsache endlich anzuerkennen, hat mit Fairness zu tun. 39 Wochen harte Arbeit mit häufig über 50 Wochenstunden, acht bis neun Wochen unterrichtsfreie Zeit und vier bis fünf Wochen Ferien, die diesen Namen auch verdienen – das ist die korrekte Formel.
Man könnte es sogar noch auf die Spitze treiben: Wenn nun ein Englischlehrer vier Wochen Ferien bei einer Kostenbeteiligung von etwa 1300 Franken für eine Nachqualifikation aufwenden muss, dann hat er ja theoretisch gar keine... Und wenn man dann noch aufzulisten wagte, was in den letzten Jahren vor allem für Sprachlehrer alles an Zusatzbelastungen dazugekommen ist – neues Zeugnis, Auflösung der Sonderklassen und Integration in Normalklassen, Anhebung der Klassengrössen, Umkrempelung 9. Schuljahr und und und – dann käme man theoretisch gar unter null.
Reformen allein motivieren nicht
Wenn Ihnen obige Zahlen einigermassen plausibel erscheinen, dann wäre der Weg endlich frei für eine sachliche Diskussion über die zunehmenden (mentalen) Belastungen des Lehrerdaseins. Will man Funktionäre oder Menschen mit Ecken und Kanten, mit Stärken und Schwächen? Der Beruf Lehrer muss lebbar bleiben. Reformen allein bringen keine Motivation. Es braucht auch kreative Luft. Und eine klare Begrenzung des Pflichtenhefts.
Oberstufenlehrer sind Zehnkämpfer: Sozialarbeiter, Erzieher, Sekretäre, Reiseleiter, Blitzableiter – und sie geben bis zu acht verschiedene Fächer, die alle nach Weiterbildung verlangen, nicht nur Englisch.
Lehrermangel herrscht
Angst haben wir doch nicht vor guten Reformen, sondern davor, dass sie selbstredend jedes Mal mit grossem Zusatzaufwand verbunden sind. Deshalb leisten wir viel «Hosenbodenarbeit»: viel sitzen und viel reden. Aber eigentlich will ich meine Zeit vor allem für das Kerngeschäft Unterricht brauchen – für das, was ich noch immer sehr gerne mache.
Glauben Sie mir, eigentlich geht es gar nicht um Englisch-Weiterbildung. Es herrscht Lehrermangel. Höchste Zeit, die Arbeitsbedingungen so auszugestalten, dass dieser schöne Beruf wieder attraktiv genug wird.
Danke, dass Sie bis hierher gelesen haben. Bessere Argumente habe ich nicht. Vielleicht können wir ab jetzt gleichberechtigt über das Thema Schule diskutieren. Und jetzt würde ich gerne mein Dessert (un soufflé léger eau-de-vie) geniessen – ohne schlechtes Gewissen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.04.2009, 21:38 Uhr
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74 Kommentare
Nur erholte Lehrer können gute Lehrer sein. Die Unterrichtsqualität leidet, wenn ständig eine neue Sau durch's Dorf getrieben wird und der Lehrer von seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich dem Unterrichten der Sch. abgehalten wird. Und gönnt es dem armen Lehrer, dass er nach getaner Arbeit sein Haus pflegt, ein Buch liest etc. Reduziert Konferenzen und sonstige Nebenzeiten oder bezahlt es extra. Antworten
Herein spaziert! Versuchen auch Sie ihr Glück! So einfach wie heut geht 's bestimmt so schnell nicht mehr! -- Wir sind zwar nicht am Jahrmarkt, aber an unserer Oberstufe sind trotz Rezession noch Stellen zu haben, an welchen Sie, "wie die Leute wissen", fast nichts arbeiten müssen und trotzdem einen Bomben - Lohn kassieren. Wo bleiben bloss die vielen Bewerber/innen? Was stimmt da nicht? Zu dumm! Antworten
Ganz so unrecht hat der besagte Lehrer nicht, wenn auch nicht alle Lehrer gleich motiviert unterrichten wollen, dürfen oder können. Ich wünsche mir Lehrkräfte, die aus Leidenschaft, Stolz und Freude einen Unterricht methodisch und auch dem heutigen Stand der techn. Möglichkeiten angepasst halten und den Schülern/innen damit die Neugierde wecken neue Lernbereiche aktiv zu erleben und festigen. Antworten
1) die meisten, die mitdiskutieren haben keine vorstellung, welches englischniveau die jugendlichen durchschnittlich haben. nur weil sie im mc donalds einen big mac bestellen können heisst das noch lange nicht, dass sie englisch sprechen können. 2) nur weil jeder mal zur schule gegangen ist, heisst es nicht, dass er eine ahnung vom beruf hat. ich bin auch schon in einer bank drin gewesen.. Antworten
lasst ganz einfach alle lehrer weiter 23 lektionen unterrichten. die pausen werden ausgestempelt, 15 minuten 2x pro tag vergütet. die 17 stunden müssen dann alle in der schule verbringen und vorbereiten, ferien haben sie 5 wochen, der rest ist pflicht weiterbildung. überstunden werden dann bezahlt, wenn sie notwendig waren. dann wären alle zufrieden. oder ist zuhause arbeiten eben doch schöner? Antworten
Ja,ja - die "Schulfachleute" Meyer, Müller, Waldner, Berger, Ruhstaller und Co.!!! Weshalb haben sie sich wohl nicht der Pädagogik verschrieben? Auf begnadete Erzieher wie euch wartet das Land! Kaum nachzuvollziehen, dass sich solche Kaliber der brutalen Arbeitswelt aussetzen - dies noch zu einem erbärmlichen Hungerlohn. Die ungenügende Beschulung wird durchs schwache Argumentarium verdeutlicht! Antworten
Zum Thema Ruf der Lehrer: Grad gestern in einer Disskusion sind Zahlen gefallen: 50% Pensum zu 8000.-- Lohn im Monat. Auch wenn es anstatt 8000 auch "nur" 6000.-- wären.... Erklärt das mal den Leuten die für weniger Geld ihre Gesundheit ruinieren um eure Häuser zu bauen. Und nein: Ich bin nicht rechtsbürgerlich. Aber es erstaunt mich nicht das die rechten immer mehr Zulauf erhalten. Antworten
also ich habe den artikel gar nich nicht gelesen, erst di kommentare dazu. eigentlich soll gar niemand jammern! nicht die lehrer und AUCH NICHT die privatwirtschaftler. sollen sie doch lehrer werden, oder in die wirtschaft umsteigen! jaja geht nicht so einfach...aber wenn man seine zeit während der arbeit für kommentare im internet braucht kann man sie genausogut für eigenes engagement brauchen! Antworten
Bedauerlicherweise sind Lehrer keine Vorbilder mehr! Sie sitzen (wie früher) auf dem hohen Ross. Die Lehrer halten seit x-Jahren an den gleichen Lehrmethoden fest (z. B. die Zetteli zum Fremdsprachen lernen) obwohl es heute ganz andere, effiziente Methoden gibt. Warum werden die Schüler wie vor 50 Jahren einfach smarter "hoch"ergezogen? Antworten
Polizistenmangel, Lehrermangel und wo sonst noch? Der Staat wird immer grösser aber eben nicht an der "Front". Super. Es sollte endlich ernsthaft geworben werden, ohne Altersbegrenzung irgendwo in der Mitte der Dreissiger. Ich denke es gäbe sicherlich einige "gestandene" Damen und Herren, die sich halt eben erst in der zweiten Hälfte für diese schönen Berufe interessieren. Antworten
tja, egal was herr weber (sein name in ehren) und viele andere denken (übrigens auch sie agieren mit falschen zahlen, die von befreundeten lehrpersonen noch bestätigt werden, hehehe!!) so möchte ich einfach auch nochmals auf den eklatanten männermangel in diesem beruf hinweisen. wären die bedingungen tatsächlich gut, dann würden sich mehr junge männer entscheiden diesen mühseligen beruf zu lernen. Antworten
Dieser Vergleich hinkt massiv. Weshalb vergleicht sich ein Lehrer mit der Verwaltung? Entweder LEHRER oder Verwalungsangestellter! Nur die wenigsten können auf zwei Hochzeiten tanzen. Darum, entweder englisch lernen und unterrichten, oder "Schreibtischtäter" werden mit massiv weniger "Auslauf" und Ferien! Lehrer sein ist kein Geburtsrecht! Antworten
Lasst euch nicht unterkriegen! Man kann von Leuten, die nicht Lehrer sind, nicht erwarten, dass sie sich das Niveau an der Volksschule vorstellen können. Ich kann ja selber nur schwerlich akzeptieren, dass mich Schüler trotz meines Proficiencies nach 2 Jahren Englisch fragen, was eigentlich "to be" heisse...Aber daran ist wohl mein Englischunterricht Schuld..Das wäre doch Ihre Antwort, oder ? Antworten
Mein Respekt vor dem Lehrerberuf ist an und für sich sehr gross, allerdings verstehe ich manchmal die Welt nicht mehr! Ein Lehrer soll sich fortbilden (wohlbemerkt, vollumfänglich bezahlt vom Kanton), und er weigert sich, zu lernen, nein, er will nur lehren! Dies ist bestimmt nicht das Vorbild, das ich meinen Kindern zumuten möchte! Eine bezahlte Fortbildung im Ausland, gibt es was aufregenderes? Antworten
Ich habe zweifel an dieser Studie, ich kenne einige Lehrer und die arbeiten ganz sicher nicht so viel. Vielleicht basiert die Studie auf einen Lehrer der gerade frisch gebacken aus der Ausbildung kommt und den Stoff das erste Jahr vollständig vorbereiten muss. Es soll mir keiner erzählen dass der vorbereitete Stoff nicht im nächsten Jahr wieder verwendet wird?! Antworten
Und dies ist genau die Tragik. Die meisten Kommentare sind von Leuten, die nichts anderes im Sinn haben als ihr Egoismus (Privatwirtschaft und ihr super intelligentes Kind) & die Lehrer beklagen nur, als vll mal geschlossen zu informieren & uns gemeinsam über die aktuellen Problematiken, nicht Lohn&Überzeit, sondern Druck& Vorschreibung durch Wirtschaft/Politik, fehlende Kompetenzen.. aufzuklären Antworten
Oft wird vergessen, dass sehr viel Lehrkräfte nur Teilzeit arbeiten. (Was in anderen Berufen oft unmöglich ist.) Ich habe Achtung vor Lehrern, die ein Vollpensum leisten. Aber wenn ich anhören muss, dass es unmöglich ist, 100% als Lehrer/in zu arbeiten, hört bei mir das Verständnis auf... Antworten
Laut Charles Landert (2001), war die Durchschnittliche Arbeitszeit einer Lehrperson im Kanton Zürich, bei 2007,5 h/Jahr. Was, basierend auf 48 Arbeitswochen im Jahr mit 41.8 h/Woche, durchschnittlich ist. Wenn einer Lehrperson nun angeboten wird, während der Arbeitszeit, eine bezahlte Weiterbildung zu besuchen und diese ablehnt, ist dies für mich unverständlich. Antworten
Was nicht in Arbeitsstunden ausgedrückt werden kann: die psychische Belastung in einer Arbeit, bzw. wie sehr sich die Auseinandersetzung mit der Arbeit sich ins Privatleben einnistet und ein Abschalten verunmöglicht. Da können die Sommerferien essentiell für das "Überleben" eines Lehrers im Lehrerbruf sein, ich weiss es aus Erfahrung. Drum auch das Aufbegehren der Lehrer. Antworten
Von Lehrern wird erwartet, dass sie absolute Generalisten sind, sich auf allen Gebieten weiterbilden und überall Topleistungen bringen. Die Öffentlichkeit (als "Leistungsfinanzierer") fühlt sich kompetent, die Leistung der Lehrer zu beurteilen und zu verurteilen. Die Arbeitsstrukturen werden aus politischen Gründen nicht der modernen Arbeitswelt angepasst, die Erwartungen aber schon. Antworten
Lehrer sollten bevor sie Lehrer werden dürfen, in der Privatwirtschaft arbeiten müssen. Ich musste schon einige male von den Ferien wieder zurück an den Arbeitsplatz, weil ein Projekt gerade abgeschlossen werden musste. Überzeit ist NORMAL bei diesen Terminen! (ohne Bezahlung) Lehrer haben die macht sich zu wehren. (gut organisiert). in der Privatwirtschaft (kleiner betrieb) hast du keine change Antworten
Wir sollten uns und unseren Kindern wieder beibringen, die aufopfernde Arbeit der Lehrerschaft zu respektieren und dem Beruf Lehrer die ihm gebuehrende Hochachtung entgegenzubringen. In China jedenfalls kaeme es keinem in den Sinn, die Ausbildner der Jugend abschaetzig zu behandeln. Antworten
Und die Privatwirtschaft redet wiedermal in Klischees. Da schildert Einer seine Situation und die Privatwirtschaftler stellen ihn in den Kommentaren in die Ecke der Jammerer und Heuler. Sie sind wie Männer, die über Menstruationswitze lachen. Hauptsach eine Meinung haben, egal ob man schonmal als Lehrer arbeitete. Ignorante Grüsse aus der Privatwirtschaft an die Privatwirtschaft Marc Chéhab Antworten
Als ehem. Sek. Lehrer, der jetzt im Bereich Kommunikation in der Privatwirtschaft arbeitet, kann ich bestätigen, dass sich Lehrer gar nicht bewusst sind, dass in der Privatwirtschaft ein wesentlich höheres Arbeitspensum bei weniger Lohn erwartet wird. Bezeichnend ist aber auch, dass hier selten jemand weniger Arbeitszeit fordert und auch weniger gejammert wird. Kein Image entsteht durch nichts. Antworten
Wer hat Interesse seine eigenen Kinder zu einer Lehrperson zu schicken, welche das „Minimum“ macht (mit 42h/Woche)?! In welchem anderen Job, wird man täglich von „Laien“ beurteilt und belehrt. Ich jedenfalls bin froh in der Privatwirtschaft meine oft 50h/Woche zu arbeiten. Die Arbeit als Kindergärtnerin war wesentlich Zeitaufwendiger (wohlgemerkt nicht zu einem Lohn des mittleren Kaders) Antworten
In Anbetracht unserer gesellschaftlicher Zukunft und den "Stärken" unserer Wirtschaft, wäre es da nicht angebracht die Sorgen und Bedürfnisse "unserer" Lehrpersonen ehrlich, fair aber auch kritisch wahrzunehmen und mit einem offenen Ohr zuzuhören? Die Bildung der Jugend ist ein fundamentales Stück Kapital. Eine Unterstützende Haltung gegenüber den Lehrenden wäre da meiner Meinung nach angebracht. Antworten
Die vielen zynischen Kommentare hier verstehe ich nicht. Meine Eltern waren und einige meiner Freunde sind Lehrer. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie viel Arbeit sie leisten, gerade auch ausserhalb des Schulzimmers und in den "Ferien". Die teilweise planlos wirkenden Reformen sind eine grosse Belastung und hindern die Lehrpersonen gelegentlich an der Ausübung ihres Kerngeschäfts Unterricht. Antworten
Ja, ja, die "Privatwirtschaft". In jeder Firma in der ich gearbeitet habe wurde auf allen Stufen gefaulenzt und im Internet gesurft. Viele Beitragsverfasser wisen wirklich nicht, was an Schulen heute abgeht. Übrigens müsen Kindergärtnerinnen das selbe Pensum absolvieren für den Lohn einer KV-Sachbearbeiterin. Und krisensicher sind diese Jobs schon lange nicht mehr. Antworten
Hallo Privatwirtschaftler: Seid ihr fit genug, täglich 6-8 Stunden vor einem anspruchsvollen Publikum zu referieren und zu präsentieren? Dann meldet euch als Lehrer - besonders für die Sekunderstufe! Da werden ganze Kerle wie ihr gebraucht. Vermittelt unseren Kindern, was eine gute Arbeitshaltung ist. Beweist, dass eure Kommentare nicht bloss warme Sesselluft sind. Antworten
Genau wie in anderen Berufen leisten Lehrer Überstunden - soviel steht fest und gibt auch keinen Anlass zu Klagen. Im Vergleich zu anderen Arbeitnehmern werden die Lehrer allerdings pauschal als faule Jammerer abgetan. Wenn dann einmal ein Lehrer gegen die meist haltlosen Vorwürfe Stellung bezieht, werden seine Argumente von frustrierten Lehrerhassern - siehe unten - in Lächerliche gezogen. Antworten
Es geht nicht um arme Lehrer oder gar um die bösen Lehrer die dem Staat Geld abzwacken.Die meisten verstehen nicht,vor was für einem Problem wir stehen! All die Finanzheinis und Industriemenschen die sich aufs hohe Ross begeben und auf die "jammernden" Lehrer herumhacken haben wohl vergessen,von wem Sie die Grundausbildung haben. Ohne Lehrer - keine Grundausbildung! Und das ist wo wir hindriften! Antworten
Anstatt die gute Arbeit unserer Lehrer zu würdigen, hagelt es immer wieder Kritik. Ich kann es niemandem übel nehmen der nicht sieht was Lehrer alles machen, aber über etwas urteilen was man nicht genau kennt ist immer einfach. Die Kinder von heute sind unsere Zukunft! Sie brauchen eine gute Aus-/Lebensbildung durch motivierte und engagierte Lehrpersonen. Antworten
Die Stimmen der Privatwirschaft melden sich empört. Die Stimmen von dort, wo eine Vielzahl von inkompetenten Mitarbeitern und Vorgesetzten dafür verantwortlich sind, dass Überstunden überhaupt notwendig sind! Empörte Stimmen von denjenigen, die eine genau definierte Vorgabe haben, was sie zu tun brauchen und es doch oft nur mangelhaft ausführen.Anstatt sich mit der Thematik wirklich zu befassen... Antworten
als ehemaliges mitglied einer schulpflege sehe ich in den meisten kommentaren das verbreitete irrbild der vielen ferien und des hohen gehalts. von vielen rechtsbürgerlichen pflegemitgliedernwird dieses irrbild leider auch gepflegt. die aufgaben, die in den letzten jahren der schule zusätzlich aufgebürdet wurden machen den job komplizierter und schwerer. warum herrscht wohl ein lehrermangel??? Antworten
Herr Eisenrings Ausführungen sind interessant, aber ändern nichts an meiner Erwartungshaltung, dass die heutige und künftige Generationen den besten Englischunterricht kriegen, den man haben kann. Auf Hochschulniveau wird schon gar nicht mehr gefragt, ob man es kann, es wird vorausgesetzt. Zeit und Geld sind diskutierbar aber nicht auf Kosten der Bildungsziele. Antworten
Willkommen in privatwirtschaftlichen Verhältnissen. Der Umgang mit Betriebsbürokratie ist Alltag. Bei 6-stelligem Lohn gibt es locker 50h pro Woche zu tun, obschon offiziell nur 42 gearbeitet werden. Jährlich darf ich eine Quali durch den Chef über mich ergehen lassen. Bei Nichtgefallen oder Rezession schwebt das Damoklesschwert der Entlassung stets über mir. Jammern? Fällt mir nicht ein. Antworten
Der Ansatz für diese obligatorische Weiterbildung ist auch falsch. Warum nicht ein Mindeststandard für Englischlehrer festlegen, und diesen mit einer Prüfung (mündlich + schriftlich, z.B. Cambridge Certificate of Proficiency in English CPE) überprüfen. Lehrpersonnen, die die Prüfung bestehen brauchen dann keine Weiterbildung, die anderen müssen dann aber zwingend zur Weiterbildung. Antworten
Interessant wie Lehrer ihre Stellung sehen. Sie sollen sich doch mal in die Privatwirtschaft einordnen. Die Ferien müssen mit anderen Kollegen abgestimmt werden, da kommt noch ein wichtiges Projekt und die Ferien müssen verschoben werden, ect. Ich frage mich wie viel Mitarbeiter wirklich nur 40 Std/Woche arbeiten. Heute ist eher die Regel, dass jeder Überstunden macht (ohne Bezahlung wohlgemerkt). Antworten
Viele Lehrer arbeiten Teilzeit weil es das Gehalt zulässt und es gefördert wird. Diese Pensen werden dann samt Überstunden auf 100% hochgerechnet bei solchen Statistiken/Studien. Z.B.: eine LP mit 50% und 3 Überstunden / Woche hätte verhältnissmässig viel Überstunden, aber die Belastung wäre vertretbar u. nicht zu vergleichen mit 100% + 6 Überstunden / Woche. Antworten
Der Artikel finde ich sehr anregend, amüsant und gut dargelegt. Ausbildung ist sehr wichtig und soll gelebt werden. Mit Reformen und politischen Profilierungsversuchen bezweifle ich jedoch, ob in der Bildung eine Verbesserung erreicht wird, solange die wichtigsten Akteure nicht motiviert werden, Ihre Tätigkeit zur Leidenschaft und Berufung zu machen. Danke denen die es trotzdem tun. Bon appetit! Antworten
Sachlich!? Ein Lehrer verdient pro Std ca. das Doppelte als in DE,A jede Zusatzleistung wird vergütet auch die Ueberstd + massive Zuschläge. Bei einer Reduz. der UEZ gab es grosse Aufreg., man hat sich an den Lohn gewöhnt! Für die meisten der 60% Frauen ist dies ein guter Nebenjob ohne Berufung! Einen gleichen Lohn hat in der Wirtschaft höchstens ein Direktor, aber sicher kein normaler HS Absolven Antworten
Im Klartext: Die geforderte Englischweiterbildung findet NICHT in den Ferien statt, sondern in der unterrichtsfreien Zeit, die für Vorbereitung und Weiterbildung reserviert ist. Wo liegt also das Problem? Vielleicht darin, dass gewisse Lehrer denken, ihr Englisch reiche bei weitem aus? Wenn sie sich da mal nicht täuschen. Was passiert wohl mit Arbeitnehmern, die sich einer Entwicklung widersetzen? Antworten
Ich trat 1955 in die Primarschule ein. Damals war 10 mal 10 hundert, die Schlacht am Morgarten war 1315, und Blume hiess auf französisch fleur. Seither hat man umstrukturiert, revolutioniert, reformiert. Aber immer noch ist 10 mal 10 hundert, die Schlacht am Morgarten war immer noch 1315, und Blume heisst auf französisch immer noch fleur. Wozu war eigentlich der ganze Aufwand? Antworten
Als Leistungsfinanzierer (=Steuerzahler) erwarte ich von einem Leistungserbringer auf der Stufe des mittleren Kaders mehr Engagement und weniger Gejammer. Ein krisensicherer Job mit einem guten sechsstelligen Gehalt sowie einem freudvollen Auftrag (qualifizierte Jugendliche auf das Berufsleben vorzubereiten) ist Entschädigung genug. Dafür kann man auch mal eine "Extra-Meile" gehen, Herr Eisenring! Antworten
So viele böse Kommentare. Klar, machen wir alle Überstunden und bekommen nichts dafür. Muss es aber so zynisch sein? Wenn man näher in die Schulen schaut, ist es Tatsache, dass Lehrer viel Zeit aufwenden für Dinge, die wir als selbstverständlich ansehen. So wie wenn das mittlere Kader nebenbei auch noch die Klos selbst reinigen müsste. Und schwarze Schafe gibts überall, das auch. Antworten
Lehrer, Pfärrer, Wirte, Diplomaten........... Die Diplomaten klönen auf mit Abstand höchstem Niveau. Wegen diesem grausamen Lehrerstress (welchen ich, was die Goofen angeht, nicht bezweifle) gibts ja noch welche, die machen auf Teilzeit, genannt Viktariat. Mit 51% der Arbeitszeit sind die auch nicht mehr kündbar! Antworten
Ich bin selber Arbeitgeber und überglücklich, dass ich keine solchen Mitarbeiter auf der Lohnliste führe. Wenn man die Meinung dieser Lehrperson liest, fragt man sich schon wie unsere Kinder auf das Leben vorbereitet werden. In jedem Beruf muss man sich weiterbilden um wettbewerbsfähig zu bleiben. Antworten
Ganz abgesehen davon, dass ich diese Zahlen anzweifle... in der Privatwirtschaft gibt es sehr viele sehr schlecht bezahlte Leute, die arbeiten 60 und mehr Stunden pro Woche zu einem Hungerlohn, z.B. im Service, an der Supermarktkasse, als Putzpersonal, etc. usw. Und diese Leute haben nicht mal die Möglichkeit, sich in den Ferien auf Staatskosten weiterzubilden. Antworten
Wer Lehrer sein will, hat die oberste Pflicht, dem Nachwuchs den bestmöglichen Start zu ermöglich. Darunter fällt auch sehr gute Englischkenntnisse, es ist erschreckend, wie oft ich bei Lehrern in solchen Dingen schon unter die Arme greifen musste und ich bin wahrlich kein Englischgenie. Wenn man nach solchen Richtlinien gehen würde, wie unterrichtet wird, wären 90% der Lehrer ihren Job los. Antworten
Wahnsinn, wie die Leute meinen über alle Jobs und deren Tätigkeiten Bescheid wissen zu glauben. Ganz speziell bei Lehrern. Wer die Möglichkeit hat in die tag tägliche Arbeit eines Lehrers reinzusehen, der würde seine Vorurteile und Klischees grösstenteils über Bord werfen. Die Rahmenbedingungen sind heute wirklich katastrophal. Und by the way, auch in der Primarschule. Nein, ich bin kein Lehrer. Antworten
Wir hatten an unserer Schule einen ehemaligen Kadermitarbeiter aus einer grossen deutschen Bank. Er sagte: Ich habe in meinem Leben noch nie so viel für so wenig Geld gearbeitet. Aber natürlich ist es müssig, Arbeitsbelastungen aus verschiedenen Arbeitsbereichen miteinander zu vergleichen, es spielen zu viele Faktoren mit. Es gib wie überall enagierte und faule Mitarbeiter, effiziente - ineffizien Antworten
Ich bin seit Jahren "Schulopa" und kann mich somit nicht über Lohn und effektiv investierter Zeit auslassen. Ich finde die Argumentation von Andreas Eisenring weitgehend zutreffend. Mein Vorschlag: Art und Zeitpunkt jeder Lehrkraft selbst überlassen und nur eine Prüfung über die Beherrschung des neuen Lehrmittels (und der Sprache) vornehmen und bewerten. Zu tief = Weiterbildung erforderlich ! Antworten
Leider unterlässt es Hr. Eisenring, aufzuzeigen, was er in den 9 Wochen "unterrichtsfreie Arbeitszeit" denn ohne seine SchülerInnen so alles arbeitet. In meinem grossen Lehrer-Bekanntenkreis kenne ich niemanden, der in 9 von seinen 13 Wochen Schulferien 100% arbeitet. Die Englisch-Nachholschulung der Gossauer Lehrer müsste in diesen 9 Wochen problemlos Platz haben. Antworten
Einfach lachhaft diese Ausführungen! Wenn es dieser Lehrer ernst meint mit seinen Äusserungen, dann frage ich mich ernsthaft, ob er die Qualifikationen für diesen Beruf mitbringt oder nicht schlicht und einfach überfordert ist und daher einen "solch grossen Zeitaufwand" betreiben muss. Antworten
Neid war noch nie ein guter Schulmeister. Im Grund genommen sind doch alle nur neidisch, weil Lehrer|innen eine gewisse Freiheit haben, welche Bänkler, Arbeiter etc. nicht haben! Ich habe noch nie davon gehört, dass andere Berufsgattungen in Ihren wohlverdienten Ferien auch noch Überstunden leisten müssen, wenigstens nicht in der Lohnklasse der Lehrer, welche nicht so viel verdienen, wie man meint Antworten
Ich habe nachgerechnet und komme auf ganz andere Zahlen: 39 Unterrichtswochen zu 50 Arbeitsstd. = 1950. Geteilt durch 48 Arbeitswochen = 40.625 Wochendurchschnitt bei 4 Wochen Ferien. Auch in anderen Berufszweigen leistet das mittlere Kader (damit lassen sich LP wohl vergleichen) unbezahlte Überstunden, muss sich weiterbilden ohne Pensumreduktion, erlebt Umstrukturierungen etc. Welcome to reality! Antworten
Herr Eisenring, Ihre Rechnung sagt mir, dass Sie als Lehrer einen ganz normalen Job haben, und das ist auch gut so. Wo kämen wir hin, wenn Lehrer tatsächlich 13 Wochen Ferien geniessen könnten. Ein Problem habe ich mit Ihrer persönlichen Argumentation: Neues Zeugnis, Klassengrössen, Kostenbeteiligung? Oje, das ist ja wie im richtigen Leben! Herr Lehrer, Ihr Beruf ist leider auch nur ein Beruf. Antworten
Ach die armen, ueberarbeiteten Lehrer . . . Sie koennen sich ja in der Privatwirtschaft bewerben und sehen, wie weit sie mit einem solchen Attitude kommen. Dort gibt es keine Osterferien, Fruehlingsferien, Sommerferien und Weihnachtsferien. Die Lehrkraefte von Gossau geben unserer Jugend ein shabby example, schaemt euch nur. Es muss wieder mal eine Lehrerschwemme geben . . . Antworten
Lieber Herr Eisenring Ihre Vergleichsstatistiken in Ehren (haben sie die Bildungsurlaube oder Sabbaticals da nicht vergessen?). Die Anforderungen ändern sich, Weiterbildung ist in Ihrem Fall strukturell begründet, um dem höheren Englisch Niveau der kommenden Schülergeneration gerecht zu werden. In der Privatwirtschaft würden Sie sich mit dieser Haltung einem hohen Kündigungsrisiko aussetzen. Antworten
Ist ja schön und gut mit 50 Arbeitsstunden umsichzuschlagen. Leider gibt der Kommentar keinen Aufschluss wann und für was diese Stunden geleistet werden. Natürlich gibt es Korrekturarbeiten, Elternabende, Klassenlager, etc.. Deshalb auch 13 Wochen Ferien und 28 Wochenlektionen à 45 Minuten effektive Arbeitszeit. Das hat aber nichts mit der Weiterbildungsverweigerung zu tun. Nicht überzeugend. Antworten
All diese Zahlen und Rechnerei des Seklehrers sind nicht überprüfbar und somit Behauptungen. Entspricht eine Schullektion 50 Minuten? Ich unterrichtete auch mal, ich weiss, wie man locker auf ach so vielte Überstunden kommt. Andrer Blickwinkel: Warum können es sich so viele Lehrer leisten, einen zweiten Teilzeitjob - beim Staat natürlich! - zu haben, wenn sie so überlastet sind? Antworten
Vielleicht wäre eine Weiterbildung in Zeitmanagement notwendiger, und vielleicht sollte man an den Sitzungen die wirklich wichtigen Dinge besprechen. Dass die Jungen nicht Lehrer werden wollen, liegt vielleicht auch an den Vorbildern. Leider kann ich auch nach dieser Lektüre kein Mitleid für die Lehrer aufbringen. "Willkommen in der realen Berufswelt"! Schlechtes Gewissen? Könnte was bedeuten... Antworten
Mir kommen die Tränen! ich bin in der Finanindustrie und arbeite jede Woche locker 55h. Überstunden, das Wort gibt es dort gar nicht. Aber es macht auch nichts, denn ich mache ja meine Arbeit gerne. Also wenn dann ein Lehrer mal 45h arbeiten muss (Entschuldigung 46.6) und sich dann so beschwert wegen einer Weiterbildung, so hat das für mich was mit der falschen Einstellung zu tun! Antworten




Peter Steiner
Zum Kommentar von Peter Amrein: In der Schweiz herrscht seit je her eine grosses Geheimnis um die Löhne in allen Berufsgattungen. Nur die Lehrerlöhne werden immer wieder publiziert – auch wenn die Zahlen nie stimmen. Ich möchte wissen, welcher Kanton einer Volksschullehrkraft für ein 50%-Pensum einen Monatslohn von Fr. 8'000.– bezahlt. Bitte nur verifizierte Antworten, keine vom Stammtisch! Antworten