Zürich
Waldmenschen gibt es auch in Zürich
Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 22.01.2009 17 Kommentare
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In Erlenbach hiess der Waldmensch Donald Wegmann, jahrelang lebte er in einem Zirkuswagen, bis er im Jahr 2000 verstarb. In einem Waldstück auf dem Uetliberg war es Bern Reinhard Rickert, welcher trotz Job und Studium, drei Jahre lang im Wald wohnte. Wieviele Waldmenschen es zurzeit sind, ist schwierig zu sagen. Viele bleiben wie Gabriele S. lange unentdeckt. Den Mitarbeitern von Pfarrer Ernst Sieber begegnen sie immer wieder: «Uns sind verschiedene Menschen bekannt. Wo sich diese genau aufhalten, möchten wir zu ihrem Schutz nicht verraten», erklärt Mark Wiedmer, Sprecher der Sozialwerke von Pfarrer Sieber.
Sind seinen Mitarbeitern Waldbewohner bekannt, sucht man den Kontakt, denn viele von ihnen leben in absoluter Armut und unter prekären Umständen: «Gerade jetzt im Winter besuchen wir diese Menschen und klären ab, wie es ihnen geht, ob Gefahr an Leib und Leben besteht. Wir bieten ihnen an, sie in eine Notunterkunft zu begleiten. Daneben versorgen wir sie wenn nötig mit warmen und trockenen Kleidern, Decken oder Schlafsäcken.»
Schicksale von Waldmenschen sind verschieden
Die Gründe für den totalen Rückzug aus der Zivilisation sind verschieden und eng mit dem Einzelschicksal eines jeden Waldmenschen verbunden. Einige sind Aussteiger auf der Suche nach der absoluten Naturverbundenheit. Anderen fällt schlicht keine alternative Wohngelegenheit ein: «In der Stadt Zürich wird es immer schwieriger einen Übernachtungsplatz zu finden, sowohl in Notunterkünften wie unter freiem Himmel. Obdachlose Menschen werden in die Peripherie gedrängt», führt Wiedmer weiter aus.
Auch dem Zürcher Sozialdepartement kommen manchmal Fälle von Waldmenschen zu Ohren. Meist versucht man sie zu einer Übernachtung in einer Sozialeinrichtung zu bewegen. Doch nicht alle lassen sich gemäss der Kommunikationsbeauftragten Christina Stücheli für ein festes Dach über dem Kopf begeistern: «In ganz schlimmen Fällen, in denen die Sicherheit und Gesundheit eines Menschen gefährdet ist, leiten wir einen Fürsorgerischen Freiheitsentzug ein und weisen die betroffene Person in eine psychiatrische Klinik ein». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.01.2009, 22:59 Uhr
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