Zürich
Mit Sprengung die Westumfahrung eingeweiht
Aktualisiert am 23.04.2009 6 Kommentare
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Mit einer virtuellen Sprengung haben Bundesrat Moritz Leuenberger und der Zürcher Baudirektor Markus Kägi am Donnerstag die Zürcher Westumfahrung eingeweiht. Der Verkehr rollt aber erst ab dem 4. Mai über die neue Autobahn.
Die Westumfahrung Zürich sei ein Werk des politischen Umdenkens, der direkten Demokratie, aber auch der Nachhaltigkeit, sagte Verkehrsminister Leuenberger am Festakt vor rund 900 geladenen Gästen in einem Tunnel beim Autobahndreieck in Wettswil am Albis.
«Die Westumfahrung erhöht die Lebensqualität für viele Menschen», stellte der Vorsteher des Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) fest. Die Bewohner des Sihltals, des Knonauer Amts, von Birmensdorf und einigen Zürcher Stadtquartieren würden von Verkehr, Lärm und schlechter Luft entlastet.
Dreissig Jahre lang habe die Strasse die Gemüter erhitzt. «Ob man für oder gegen die Umfahrung war, wurde zur Schicksalsfrage. Die Frage der Linienführung spaltete Familien und Parteien.» Das Ergebnis sei ein «grosser Kompromiss». Niemand sei vollständig übergangen worden.
Mit der Eröffnung der Westumfahrung sei eine wichtige Etappe auf einer Baustelle erreicht, die aber nie zu Ende sein werde. «Die ganze Verkehrspolitik ist eine ewige Baustelle.» Nur wenn sich Strasse und Schiene optimal ergänzten, könne die zunehmende Mobilität in den Städten und Agglomerationen gemeistert werden.
Neue Finanzierung nötig
Laut Leuenberger stehen dafür in den nächsten 20 Jahren 5,5 Mrd. Franken aus dem Infrastrukturfonds zur Verfügung. «Nötig wären aber 20 Mrd. Franken.» Es könnten deshalb nur die dringendsten Engpässe beseitigt werden, im Grossraum Zürich etwa bei der Nordumfahrung und der Umfahrung Winterthur.
Die Finanzierung von Strassen dürfte gemäss Leuenberger in Zukunft noch schwieriger werden. Weil immer mehr Benzinautos durch Elektroautos abgelöst würden, müsse eine neue Finanzierung gefunden weden, nämlich eine europaweite Mobilitätsabgabe, die sich nach gefahrenen Kilometern berechnet.
«Die besten Autobahnkilometer der Schweiz»
Der Zürcher Baudirektor Markus Kägi sagte vor der Festgemeinde, mit der Nordumfahrung Zürich würden nicht nur die 26 neuesten, sondern auch «die 26 besten» Autobahnkilometer eröffnet. Die Umfahrung sei ein Gesamtkonzept, das nicht nur den Anforderungen des Verkehrs, sondern auch der Natur gerecht werde. Neben den positiven Seiten der neuen Verkehrsverbindung gedachte Kägi in seiner Rede auch den vier Todesopfern, welche die Bauarbeiten forderten.
Gefeiert werde mit der Westumfahrung aber auch eine Zürcher Premiere. Es sei das erste Mal, dass eine Postautostrecke über eine Autobahn führe. Mit drei Eilkursen würden künftig Menschen aus der Agglomeration autofrei ins Stadtzentrum von Zürich geführt.
Das Milliardenwerk könne er dem Bund mit gutem Gewissen übergeben, stellte der SVP-Regierungsrat mit Stolz fest. Bei den Kosten sei «eine Punktlandung» gelungen. Die Westumfahrung und die A4 im Knonauer Amt seien das Resultat einer «geglückten Kooperation».
Die Einweihung der Westumfahrung ist ein Tag der Freude», sagte Kägi. Der Zürcher SVP-Regierungsrat erinnerte aber auch daran, dass es einigen der 2000 Bauleuten nicht vergönnt war, den Abschluss der Bauarbeiten miterleben zu können. In den Jahren 2000, 2002 und 2006 kamen vier Personen ums Leben.
Keine Feier für die A4
Mit der Westumfahrung Zürich wird die letzte Lücke der A3 zwischen Basel und Chur geschlossen. Sie soll die Stadt Zürich vom Transitverkehr befreien, der sich von Westen in Richtung Graubünden und umgekehrt bewegt. Verschiedene flankierende Massnahmen sollen dafür sorgen, dass der Verkehr auf die neue Route gelenkt wird.
Fast 13 Jahre lang wurde am neuen Autobahnstück gebaut; gekostet hat es 2,85 Mrd. Franken. Von den 10,6 Kilometern Strasse verlaufen 8,4 in Tunnels. Schlüsselbauwerk ist der 4,4 Kilometer lange Üetlibergtunnel mit seinen zwei parallelen Röhren und insgesamt vier Fahrstreifen.
Die Einweihung vom Donnerstag galt gleichzeitig auch für die Eröffnung der A4 im Knonaueramt. Dieses 15,7 Kilometer lange Stück wird am 13. November dem Verkehr übergeben und laut Kägi nur noch mit «etwas ganz Bescheidenem» gefeiert.
Eröffnungsparty für das Volk
Zunächst ist nun am Wochenende das Volk am Zuge: Zu der 5,5 Millionen Franken teuren Eröffnungsparty mit zahlreichen Attraktionen und Konzerten werden gegen 200 000 Personen erwartet.
Ein solch grosses Volksfest sei gerechtfertigt, hielt Kägi fest. Bis Donnerstag waren rund 50 000 Tagespässe verkauft, wie Thomas Maag, Mediensprecher des Westfestes, auf Anfrage sagte. (tsc/sda)
Erstellt: 23.04.2009, 15:40 Uhr
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6 Kommentare
@ Maja Molnar: jaja, so ist es bei uns. Wir bezahlen die Umfahrung mit Steuergeldern und Abgaben und wenn man mit der Familie nun schauen möchte, was mit dem Geld gemacht worden ist, muss man Eintritt bezahlen. Bald müssen wir wohl auch für's Abgeben der Steuererklärung oder für's Tanken ein Ticket kaufen. Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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