Zürich
Westumfahrung: Gewinner und Verlierer in der Stadt
Sind bald Vergangenheit: Stehende Autokolonnen an der Weststrasse. (Bild: Thomas Burla)
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Anwohner
Gewinner: Behalten die Planer Recht, profitieren in Zürich vor allem die Quartiere Aussersihl, Albisrieden und Wollishofen. Zu den Gewinnern im Kreis 4 dürften die Anwohner der Bullinger- und der Sihlfeldstrasse zählen. Im Kreis 3 die Mieter entlang der Weststrasse. Auf «Zürichs hässlichster Strasse» soll der Verkehr um bis zu 90 Prozent abnehmen. Weniger Lärm, bessere Luft, breitere Trottoirs: Das Leben wird angenehmer werden. Offene Fragen: Wie stark steigen die Mieten? Wie viel billiger Wohn- und Gewerberaum geht verloren? Wie gross sind die Immissionen von der benachbarten Seebahnstrasse?
Verlierer: Die Anwohner der ab Sommer 2010 zweispurigen Seebahnstrasse dürften von der Herabstufung der Weststrasse am stärksten betroffen sein. Denn «ihre» Strasse muss einen Teil des Weststrassen-Verkehrs auffangen. Offen ist, wo im Quartier «Schleicher» ihre Routen suchen. Experten gehen davon aus, dass auf der Aemtler-, Zurlinden-, Gertrud-, Zentral- und im Bereich der oberen Sihlfeldstrasse mit mehr Autos gerechnet werden muss.
Gewerbe
Gewinner: Wer flaniert, will rasten, und dies am liebsten in einem Boulevardcafé. Beruhigte Quartierstrassen locken Gastrobetriebe nach Wiedikon. Den Anfang gemacht hat das Restaurant Zum guten Glück an der Ecke West-/Stationsstrasse. Weitere werden folgen. Frage: Wird die Weststrasse zum neuen Seefeld?
Verlierer: Das Rotlichtmilieu, das sich in jüngster Zeit an der unteren Weststrasse eingenistet hat, dürfte früher oder später verschwinden. Die Mieten steigen, und vor allem: Den Freiern wird auf der Quartierstrasse die Anonymität fehlen. Offene Frage: Verlagert sich das Gewerbe an die Seebahnstrasse? Eng werden könnte es auch für das eine oder andere Spezialgeschäft an der Weststrasse. Ihnen könnten die Spontankunden aus den Autokolonnen fehlen.
Investoren/Hausbesitzer
Gewinner: Ein attraktiveres Quartier zieht Investoren an: Alte Häuser werden «billig» gekauft, renoviert, teuer vermietet oder abgerissen. Wie das Gesicht der «neuen» Weststrasse aussehen könnte, zeigt der rote Neubau mit der Hausnummer 115. Die 28 Eigentumswohnungen sind alle verkauft. Für 200 Quadratmeter Wohnfläche zahlte man dort vor zweieinhalb Jahren 1,2 Millionen Franken.
Verlierer: Mehr Verkehr mindert in der Regel den Wert der Immobilien. Für die Seebahnstrasse stellt sich deshalb die Frage: Werden die Liegenschaften für Investoren uninteressant, und lassen die Besitzer ihre Häuser ähnlich verlottern, wie das an der Weststrasse geschehen ist? Sicher ist: Wer die Seebahnstrasse als Wohn- oder Geschäftsadresse einigermassen attraktiv halten will, kommt um Investitionen in Lärmschutz usw. nicht herum.
Auto-/Velofahrer/Passanten
Gewinner: Verstopft der Transitverkehr die Autobahnzubringer nicht mehr, verkürzen sich für Stadtzürcher die Reisezeiten nach Bern, Chur oder Luzern. Mit den flankierenden Massnahmen wird zudem mehr Raum für Velofahrer, Fussgänger und ÖV geschaffen.
Verlierer: Die Anfahrt vom Flughafen in die Kreise 3 und 4 könnte kurzfristig erschwert werden. Das System muss sich erst einspielen. Längerfristig zum Problem könnte die Parkplatz-Situation im Kreis 3 werden. Schon heute besteht dort ein Missverhältnis zwischen Blaue-Zone-Parkkarten und -Parkplätzen. Bald verschwinden auch noch Parkplätze an der Seebahnstrasse. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.03.2009, 22:07 Uhr
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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