Zürich

Zeitungsboxen in der S-Bahn sind gefährlich

Obwohl seit Jahren in Betrieb, müssen die SBB nun die Zeitungsboxen in der S-Bahn ersetzen. Das Papier in den Sammelbehältern ist leicht entflammbar.

Leicht entflammbar: Die Zeitungen in der bisherigen Box.

Leicht entflammbar: Die Zeitungen in der bisherigen Box. (Bild: Reto Oeschger)

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Als Reaktion auf die steigende Zahl der Gratiszeitungen haben die SBB vor einigen Jahren im Ausgangsbereich der S-Bahn-Wagen Sammelbehälter für Zeitungen installiert - Metallboxen ohne Deckel, die von oben bis unter den Boden ausgeschnitten sind. Sie wurden bewusst offen gestaltet, damit die Reisenden nicht nur Zeitungen ablegen, sondern auch Zeitungen herausnehmen und lesen können.

Während einer Sicherheitsprüfung im März sind die Behälter aber den Experten des Bundesamtes für Verkehr ins Auge gestochen. Für sie war sofort klar: Offen, wie die Behälter sind, wäre es ein Einfaches, die Zeitungen anzuzünden. Deshalb forderten sie die SBB auf, bis Ende Jahr sämtliche Boxen abzumontieren und durch ein Modell «mit einem besseren Brandverhalten» zu ersetzen. Das gilt auch für die Lötschbergbahn, welche dieselben Boxen führt.

Nachträglich eingebaut

Eigentlich hätten die SBB den Behälter erst vom Bundesamt prüfen lassen müssen. Aber bei den Wagen der 1. Generation wurden sie erst nach der Prüfung eingebaut - und die Wagen der 2. Generation wurden gleich integral bewilligt, weil sich die Vorgänger bewährt hatten.

Bis heute ist allerdings noch nie ein Zeitungsbehälter angezündet worden, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecchi sagt. Dennoch werden die Bundesbahnen der Forderung ihrer Aufsichtsbehörde nachkommen: «Der Brandschutz hat bei uns höchste Priorität.» Die SBB haben zwar mehrere Ideen für einen neuen Behälter, aber noch keine Lösung. Fest steht, dass er zwingend einen Deckel haben muss und vom Design her weder an einen Pet-Sammelbehälter (eckiger Deckel) noch an einen Briefkasten (schmaler Einwurfschlitz) erinnern darf. Der Austausch aller Zeitungsboxen kostet die SBB einen sechsstelligen Betrag. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.07.2009, 09:19 Uhr

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10 Kommentare

Peter Christener

21.07.2009, 03:22 Uhr
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Erstaunlich, das BAV fährt offenbar nie S-Bahn oder Lötschberger. Dauerte es doch einige Jahre bis der Mangel entdeckt wurde. Mich wundert es auch, weshalb so etwas scharfkantiges überhaupt im Passagierraum zugelassen ist. Wenn wir schon beim Thema sind: die im Innenraum der VBZ Busse angebrachten Dachreklamen gehören auch verboten, auch scharfkantig. Antworten


Peter Vogler

20.07.2009, 08:22 Uhr
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Aehnliche Zeitungsboxen gab es vor Jahren in RVBW-Bussen,in welchen allerdings eine Gratiszeitung angeboten wurde.An gewissen Stellen berührten sich scharfkantige Bleche welche nicht zusammengelötet waren. Bei einer Vollbremsung hätten diese scharfen Bleche Passagiere erheblich verletzen können. Antworten


Walter Kunz

16.07.2009, 16:11 Uhr
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Ein weiteres großes Armutszeugnis für die saubere Schweiz. Antworten


Thomi Horath

16.07.2009, 15:38 Uhr
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Mich stört der sechstellige Betrag. Aber im Moment haben wir's ja noch, das Geld für's Fenster. Antworten


Mike Meyer

16.07.2009, 10:55 Uhr
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Die Frage wäre doch, warum wir mit Steuergeldern die Gratiswerbung für grosse Verlage zahlen sollen, sprich deren Entsorgung Antworten


Janosch Lall

16.07.2009, 09:14 Uhr
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Was alles geregelt werden muss, wenn es sogenannten Experten beim Bund langweilig wird. Lächerlich! Verbietet doch gleich, Zeitungen im Zug zu lesen. Man könnte sie ja nach dem lesen anzünden. Übrigens WC-Papier brennt auch. Antworten


Thomas Hauser

16.07.2009, 09:09 Uhr
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Wenn das so ist, sollten umgehend alle Stoffsitze in Zügen, Trams und Bussen durch Metallsitze ersetzt werden. Nicht auszudenken, wenn jemand auf die Idee kommt, diese in Brand zu setzen! Antworten


Simon Koller

16.07.2009, 09:07 Uhr
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Wer hätte gedacht dass Zeitungen leicht entflammbar sind... Es braucht aber noch einen Menschen, der dumm genug ist, sie auch wirklich anzuzünden! Das geht im übrigen aber auch wenn die Zeitung nicht in einer Box liegt. Warum also nicht Papier verbieten? Antworten


Perucchi Marco

16.07.2009, 08:55 Uhr
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Da sowieso nur geschätzte 10% der Gratiszeitungen in den Sammelboxen landen, kann man sie auch gleich ersatzlos streichen. Antworten


Martin von Arx

16.07.2009, 08:52 Uhr
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Zeitungen allgemein sind gefährlich, da sie so leicht brennen. Ich würde Papier gleich ganz verbieten. Dann würden wir den Regenwald schützen und die Brandgefahr würde um ein x-faches verringert. Ausserdem müsste dann auf Alternativen umgestellt werden, was wiederum Arbeit beschaffen würde. Und in einer Krisenzeit wie der jetzigen gibt es nichts besseres. Antworten



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