Zürcher Wirte wollen Rauchverbot aufweichen
Von Stefan Häne. Aktualisiert am 28.01.2009 46 Kommentare
Können sich Raucher bald auf bediente Fumoirs freuen? (Bild: Keystone)
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Die Regierung steht vor einem heiklen Entscheid. Das Zürcher Stimmvolk hat im Herbst ein Rauchverbot in Gastrobetrieben gutgeheissen. Erlaubt ist das Paffen ab Januar 2010 nur noch in abgetrennten Raucherstübli. Offen ist aber die Frage, ob diese sogenannten Fumoirs bedient oder unbedient sein sollen. Die Regierung muss diesen Punkt in einer Verordnung regeln.
Gastro Zürich, der kantonale Gastgewerbeverband, hofft auf ein Entgegenkommen der Regierung. «Unbediente Fumoirs wären für uns Wirte eine Schikane», sagt Präsident Ernst Bachmann, der für die SVP im Kantonsrat sitzt. Gastro Zürich respektiere den Volksentscheid: Die Zürcher Wirte seien gewillt, Fumoirs einzurichten, sofern dies die Platzverhältnisse zuliessen. Dies mache aber nur Sinn, wenn Serviceangestellte die rauchenden Gäste künftig bedienen könnten.
Falls die Regierung die Forderung der Wirte ignorieren sollte, erwägt Gastro Zürich, seinem Anliegen mit einer kantonalen Initiative zum Durchbruch zu verhelfen. Bachmann wagt keine Prognose zum bevorstehenden Beschluss der Regierung; er sagt nur, er vertraue auf «den gesunden Menschenverstand» des Gremiums.
Pläne bestehen auch für den Fall, dass sich die Regierung für die Variante mit bedienten Fumoirs ausspricht. Laut Bachmann sollen geschlossene Gesellschaften in einem Restaurant künftig selber darüber befinden, ob das Rauchen in ihrer Runde erlaubt sei oder nicht, dies in Absprache mit dem Wirt. Diese Ausnahmeregel müsste die Regierung in derselben Verordnung verankern. Dass das vom Volk beschlossene Rauchverbot damit gelockert würde, negiert Bachmann nicht. «Es wäre aber eine Anpassung an ein verbreitetes Bedürfnis vieler Gäste», sagt er mit Verweis auf die Zünfte, die sich regelmässig im kleinen Kreis treffen.
Lungenliga hofft auf nationale Lösung
Über das Vorpreschen der Wirte zeigt sich die Lungenliga Zürich beunruhigt. «Eine Aufweichung des Rauchverbots akzeptieren wir nicht», sagt Präsident Otto Brändli. Der Volksentscheid vom September sei zu respektieren. Die Regierung müsse nun eine «konsequente Haltung» an den Tag legen. «Sie muss das Servicepersonal ohne Wenn und Aber vor dem blauen Dunst schützen.»
Ob die Regierung die Fumoirs unbedient lässt, ist jedoch fraglich. Die Zürcher Wirte haben gemäss TA-Informationen in den letzten Monaten bei Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer (SVP) kräftig für ihr Anliegen geweibelt. In Gastrokreisen ist von «konstruktiven Gesprächen» die Rede. Brändli hofft deshalb auf eine nationale Lösung im Raucherstreit. Nötig sei ein strenges Bundesgesetz, das einen wirksamen Schutz vor Passivrauchen garantiere und Ausnahmeregelungen wie Raucherbeizen und bediente Fumoirs verunmögliche. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Lungenliga Schweiz im vergangenen Dezember eine nationale Volksinitiative lanciert. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.01.2009, 23:06 Uhr
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46 Kommentare
Eigentlich müsste man doch Herstellung, Import und Vertrieb von Tabak- und Raucherwaren verbieten. Oder all diese Produkte nikotinfrei machen - dann würden die Raucher eh aufhören mit dem Rauchen. Übrigens: Wenn man die Cafes in den Shoping-Center ansieht und vergleicht mit Vor-Rauchverbot und Nach-Rauchverbot, dann kann man sehen, dass der Umsatz mind. 80% eingebrochen ist. Müsst nur hinsehen. Antworten
„Das Servicepersonal ist vor dem blauen Dunst zu schützen“. So weit so gut. Unsere rauchende Minderheit beträgt immer noch gute 30%. Dazu gehört auch mehr als die Hälfte des gesamten Servicepersonals. Es ist also jeder Wirt in der Lage, Servicepersonal zu finden, das selbst raucht und sich deshalb nicht fürchtet vor „total verrauchten Fumoirs“. Zudem müssen diese Räume ja gut belüftet sein. Antworten



































