Zürich

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Zürich will 80 Meter langes Haus verschieben

Beim Bahnhof in Oerlikon soll ein historisches Gebäude verschoben werden. Die Zügelaktion des 5600 Tonnen schweren Bauwerkes kostet rund 7 Millionen Franken und dauert 9 Monate.

1/4 Das Backsteingebäude muss neuen Gleisen beim Bahnhof Oerlikon weichen.
Bild: NEWS/Romina Lenzlinger

   

Das markante Backsteinhaus neben dem Bahnhof Oerlikon muss zwei neuen Gleisen weichen. Um den historischen Bau aus der Industriezeit von Zürich Nord zu retten, will die Stadt das Haus um 63 Meter nach hinten versetzen.

Der Aufwand, um das 5600 Tonnen schwere Gebäude zu verschieben, ist nicht nur technisch enorm (siehe Artikel links). Die Zügelaktion ist auch teuer: Auf rund 7 Millionen Franken schätzt das Hochbaudepartement die Kosten. Darin enthalten sind auch der Keller und die Instandsetzung am neuen Ort, wie Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements, sagt.

Denkmalschutz fehlt

«Es ist ein wichtiger Zeitzeuge und optisch ein starker Bezugspunkt», begründet Spinner das aufwändige Vorhaben. Geschützt ist das 80 Meter lange Haus jedoch nicht. Der Denkmalschutz hat es nicht einmal in das Inventar der schützenswerten Bauten aufgenommen. «Das hätte wenig gebracht, da der Planungsperimeter der SBB seit längerem vorsieht, dass die Gleisfelder auf das betroffene Gebiet erweitert werden können», sagt Spinner.

Auf die Verteilung der Zügelkosten hätte ein Schutz keinen entscheidenden Einfluss. Grund: Eine Hausverschiebung ist nicht im Sinn und Geist des Denkmalschutzes, da die Ursprünglichkeit eines Objektes sehr stark mit dem Standort verbunden und für sein Verständnis wesentlich ist, wie Spinner sagt.

Die Zeit drängt

Wer wie viel für die Verschiebung bezahlt, verhandelt die Stadt derzeit mit den Beteiligten. Der ABB gehört die heutige Liegenschaft, der Swiss Prime Site der neue Standort und die SBB bezahlen zumindest für das benötigte Gelände.

«Über die mögliche Finanzierung können wir erst nach Abschluss der Verhandlungen informieren», sagt Urs Spinner vom zuständigen Hochbaudepartement. Offen ist auch, wie viel die Stadt für den Erhalt des historischen Gebäudes aus dem Jahr 1892 bezahlt.

Wenn sich die Parteien nicht bald über die Verschiebung einigen, droht dem Haus der Abbruch. Spätestens bis im Sommer muss die Planung beginnen, damit eine Verschiebung im nächsten Jahr möglich ist. Die Mieter - ein Restaurant sowie Kommunikations- und Werbefirmen - sind informiert, dass ihre Räume auch verschwinden könnten. Die SBB will auf jeden Fall 2011 mit der Erweiterung der Gleise beginnen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.04.2009, 08:14 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

18 Kommentare

Robert Maag-Bach

07.09.2010, 15:51 Uhr
Melden

Grandios,wenn die Ingenieure dieses historische Gebäude so verschieben können. Viele Generationen von Mitarbeitern der MFO,BBC und ABB haben in diesem Bürogebäude gearbeitet.Ich selbst bin dort acht Jahre in der Personaleinstellung für BBC tätig gewesen.Beim Vorbeifahren mit der SBB bewundern meine beiden Enkel immer das historische Bürohaus.Ich wünsche gutes Gelingen für eine gute Sache! Antworten


Fridolin Blitz

14.01.2009, 12:23 Uhr
Melden

Der allerletzte Zeuge der Industriegeschichte, die uns reich gemacht hat, ist sehr wohl etwas wert. Das Haus soll ja nur abgerissen werden, weil mehr Geleise gebaut werden sollen für die Durchmesserlinie, die ja dann mehr als 3000 Millionen kosten soll - da sollte für damit verbundene "Schäden" schon etwas übrig sein - sonst verliert Oerlikon bald endgültig seine Seele. Welcome to Suburbia ! Antworten


Rosly W.

13.01.2009, 20:02 Uhr
Melden

Ich finde dieses Haus überhaupt nicht schön und finde, es gäbe bessere Ideen um 7 Millionen auszugeben! Antworten


T. B.

13.01.2009, 19:21 Uhr
Melden

Das Haus ist das älteste Haus der damaligen MFO und wohl auch bald das letzte. Darum ist ein erhalt erstrebenswert und es darf nicht am Geld scheitern. Ansonsten wird diese Seite vom Bahnhof nur noch von Neubauten über deren ästetischen Wert diskutieren kann dominiert. Aber das ist nur meine Persönliche Meinung als Einwohner (seit 30 Jahren) von dem Gebiet. Antworten


andi matata

13.01.2009, 19:20 Uhr
Melden

die spinnen die Zürcher Antworten


Jacques Morf

13.01.2009, 18:10 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Das ist eine tolle Idee, ich schlage aber stattdessen vor, das Haus entsprechend auszuhöhlen, so dass die Eisenbahn durch das Gebäude hindurch fährt. Für diese Variante müsste nur das Parterre sowie das erste Obergeschoss geopfert werden. Dies brächte viel mehr Vorteile: Das Haus könnte so belassen werden / die Kosten wären drastisch geringer / die SBB bekämen so zu einem neuen aufregenden Sujet. Antworten


Walter Koller

13.01.2009, 16:35 Uhr
Melden

Es ist überhaupt nicht einzusehen, weshalb ein Gebäude, das nicht einmal ins Inventar der schützenswerten Bauten aufgenommen ist, auf Kosten der Allgemeinheit "verschoben" werden soll. Die ABB ist als Eigentümer der Immobilie nicht arm und kann den Stutz selber aufbringen. Ständen an gleicher Stelle Hütten armer Bürger, würden diese vom Bund (SBB) einfach enteignet und die Häuser abgebrochen. Antworten


Paul Mathieu

13.01.2009, 16:25 Uhr
Melden

Das ehemalige Verwaltungsgebäude soll für viel Geld verschoben werden. Eine teure aber gute Lösung für Oerlikon. Wenn nämlich dereinst die sogenannte Eventhalle 550 abgerissen wird, werden künftige Generationen noch sehen können, wie ein Backsteingebäude ausgesehen hat. Inmitten neuerster Bautechnik ist dieses Gebäude nach wie vor sehenswert. Antworten


Hans Peter Ruppert

13.01.2009, 15:25 Uhr
Melden

Gute Idee Herr Koller. Erst das Gebäude verschieben und dann Alterswohnungen einbauen. So würden ev. Fr. 87'500.-- (7'000'000.-- : 80) ausreichen. Antworten


Daniel Schreiber

13.01.2009, 14:29 Uhr
Melden

Zweckbauten müssen den Menschen dienen, nicht umgekehrt. Bloss weil etwas alt ist und Bausubstanz, ist es noch lange nichterhaltenswert. Wo Wohnungen und 3000 Krippenplätze fehlen, kann man mit den 7 Millionen Franken Gescheiteres bewegen als ein altes Gemäuer. Antworten


Patrick Weiss

13.01.2009, 13:50 Uhr
Melden

Schaut doch mal z.Bsp. Shanghai oder Dubai an: Dort wird geklotzt was das Zeug hält. Millionen in neue Gebäude gesteckt, anstatt dass der Staat das Geld für 'Notwendigeres' gebraucht. In der Schweiz hingegen haben wir ein funktionierendes Sozialsystem, darum darf man auch einen Schritt weiter gehen und historische Gebäude schützen. Shanghai hat alles Historische zerstört: Modern aber ohne Charme! Antworten


Walter Koller

13.01.2009, 13:36 Uhr
Melden

Mit dem Geld könnten fast 80 einfache und dringend benötigte Sozialwohnungen für Alte, Junge und Behinderte gebaut werden... Antworten


Philipp Sauter

13.01.2009, 13:29 Uhr
Melden

Wie dekadent muss eigentlich unsere Gesellschaft noch werden? Da will man um's verecken jeden Hasenstall erhalten (wie z.B. auch das unselige Kongresshaus). Man erstarrt für unschöne Gebäude in der Vergangenheit. Ich stelle mich nicht dagegen, dass man wirklich wertvolle, schöne Bausubstanz erhält aber irgendwelche mittelmässige Hütten kann man wirklich abreissen. Antworten


Christof Preisig

13.01.2009, 12:41 Uhr
Melden

Finde ich ein tolle Idee. Das Gebäude ist ein der letzten Zeugen der Industrie in Neu Oerlikon.Wenn wir genügende Geld haben um bei Schwammedingen für mehrere hundert Millionen einen Deckel auf die Autobahn zu setzen, dann können wir uns auch das leisten. Antworten


heidi meier

13.01.2009, 12:40 Uhr
Melden

so ein armes gebäude. da steht es jahr für jahr am gleichen platz und endlich kann es auf eine, wenn auch zugegebener massen, sehr kleine reise gehen, und dann soll es "nur" am geld scheitern? wen kümmern das schon die paar millionen? Antworten


Gabriela Süss

13.01.2009, 12:20 Uhr
Melden

Nur eine Wohlstandsgesellschaft kann sich so eine Frage überhaupt stellen. Wie wäre solch eine Investion in einen schönen Park, kinderfreundliche Spielplätze, kurz um - für das Wohlbefinden der Stadtbevölkerung?! Antworten


Marie Forster

13.01.2009, 12:06 Uhr
Melden

Ich glaub ich spinne.... da verlieren Leute ihre Dächer über dem Kopf und man denkt über ein 7Mio Projekt nach um ein Gebäude zu verschieben... wir suhlen im Wohlstand. Antworten


Hans Peter Ruppert

13.01.2009, 12:04 Uhr
Melden

Ich finde es sinnvoll, dass man aucheinmal ein Gebäude erhalten will, das nicht im Inventar steht. Wenn man die Umgebung des Bahnhofs Oerlikon kennt kann man sich nicht vorstellen was ein Abriss des Gebäudes bedeuten würde. Sicher sind die meisten "Oerliker" gleicher Meinung. Ich hoffe, dass es zu einer Einigung kommt und der Gemeinderat den Kredit bewilligt. Antworten



Zürich

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Entwicklungs-Ingenieur (m/w) Rechsteiner Partners AG, ZH Oberland

Wissenschaftliche/n Mitarbeitende/n Human Capital Management (80-100%) Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur

Projektleiter/in Immobilien-Management Tamedia AG, Zürich