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E-Voting: Zürcher sind Internet-Muffel

Zürcher zeigen keine Begeisterung für E-Voting. Bei der Abstimmung vom Wochenende nutzte nur gerade jeder Siebente die Möglichkeit, über das Internet seine Stimme abzugeben.

E-Voting: Wenig Begeisterung in Zürich.

E-Voting: Wenig Begeisterung in Zürich. (Bild: Keystone)

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Am Wochenende konnten die Stimmberechtigten der Stadtkreise 1 und 2 elektronisch abstimmen. Das Resultat ist ernüchternd ausgefallen. Nur gerade 14 Prozent nutzten E-Voting. Damit ist Zürich das Schlusslicht im Kanton. An zweitletzter Stelle liegt Schlieren mit 16 Prozent. Der Kantonsschnitt der 13 Gemeinden, die inzwischen beim Pilotprojekt mitmachen, liegt bei 20 Prozent.

Das Interesse wird weiter abflachen

Der Projektleiter, Felix Bosshard vom Statistischen Amt des Kantons Zürich, ist überrascht. «Eigentlich haben wir in den städtischen Gebieten höhere Werte erwartet.» Vielleicht liege es daran, meint er, dass in der Stadt mehr ältere Menschen wohnen. Tatsächlich ist die Resonanz auf dem Land am grössten. In Boppelsen im Zürcher Unterland nutzten rund 40 Prozent die neue Möglichkeit, fast dreimal so viele wie in Zürich. Und die Nutzung dürfte in Zürich noch weiter sinken. «Am Anfang sind die Werte höher, danach flacht das Interesse etwas ab», sagt Bosshard.

Eigentlich sollte mittels E-Voting die Stimmbeteiligung erhöht werden. Ob dies auch eingetreten ist, weiss Bosshard noch nicht. «Nach den Wahlen im kommenden Mai werden die Zahlen erstmals ausgewertet», erklärt Bosshard. Gleichzeitig soll untersucht werden, wie sich Alter, Geschlecht und andere Faktoren auf die Bereitschaft zum E-Voting auswirken.

Seit 2002 arbeitet der Kanton Zürich an Pilotprojekt. 2004 wurde E-Voting zum ersten Mal und mit Erfolg eingesetzt, bei den Wahlen in den Studentenrat der Universität Zürich. Ein Jahr später wurde das System in Bülach bei einer kommunalen Abstimmung getestet. Seither sind insgesamt acht Wahlen und Abstimmungen durchgeführt worden. Über 90'000 Stimmberechtigte können inzwischen E-Voting nutzen, neben den beiden Wahlkreisen in Zürich sind dies Teile von Winterthur sowie Bertschikon, Boppelsen, Bubikon, Bülach, Fehraltorf, Maur, Männedorf, Mettmenstetten, Kleinandelfingen, Schlieren und Thalwil.

Kritik an schleppender Einführung

Projektleiter Bosshard ist mit dem Verlauf zufrieden. «Die Systeme funktionieren zuverlässig», sagt er. Trotzdem brauchen die Zürcher Geduld, denn ein weiterer Ausbau auf die restlichen Gemeinden ist nicht möglich. Der Bund legt die Regeln fest und gibt vor, dass bis ins Jahr 2011 maximal zehn Prozent der Bevölkerung elektronisch abstimmen. Bosshard ist über die langsame Einführung nicht glücklich. «Wir mussten einigen Gemeinden absagen, die gerne mitgemacht hätten», sagt er. Doch Verzögerungen liegen in der Natur der Sache. «Die Einführung der brieflichen Abstimmung hat auch zehn Jahre gedauert», erinnert sich Bosshard. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.02.2009, 16:31 Uhr

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14 Kommentare

Maximilian Vogel

04.03.2009, 23:08 Uhr
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Wie mein Vorredner ganz richtig bemerkt ist E-Voting nichts anders als Blackbox-Voting und hat in einer Demokratie nichts verloren. In der Schweiz scheint das aber noch nicht angekommen zu sein. Ich bin mal gespannt, ob das Urteil des deutschen Bundesverfassungserichts, das Wahlcomputer für verfassungswidrig erklärt hat, auch in der Schweiz Resonanz findet. Antworten


Hans Schmid

11.02.2009, 21:00 Uhr
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E-Voting ist eine Blackbox. Der Stimmbürger macht ein paar Klicks und am Ende spuckt die Maschine ein Resultat aus. Im Gegensatz zur Abstimmung oder Wahl mittels Zettel ist die Sache ausser für die eingeweihten Informatiker nicht nachvollziehbar. Dies erfordert blindes Vertrauen in die Technik und die zuständigen Informatiker und bringt Manipulationsrisiken die nicht tragbar sind. Übung abbrechen! Antworten


Christine Loriol

11.02.2009, 18:04 Uhr
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Ich habe am Sonntag zum ersten Mal e-voting benützt und war begeistert: es war einfach, schnell, übersichtlich und hat funktioniert. Im Bekanntenkreis waren die meisten erstaunt, dass es e-voting überhaupt gibt. Ich schlage vor: Dranbleiben - der Erfolg kommt schon noch! Früher gingen wir ja auch noch mit dem gelben Büchlein zur Post, um unsere Zahlungen zu machen... Mit Gruss aus dem Kreis 1. Antworten


Richard Marti

11.02.2009, 17:17 Uhr
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Herr Zanetti hat recht - E-Voting bringt keinen echten Mehrwert für den Stimmbürger. Wenn schon e-Goverment, dann wäre es eher wünschenswert, wenn das Gemeinwesen stattdessen in den "Online-Schalter" weiter investiert und diesen ausgebaut. Man könnte sich etliche Amtsgänge sparen. Antworten


Gabriel Rischatsch

11.02.2009, 16:20 Uhr
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Zu Stefan Bächli: Danke für Ihr "Kompliment" . Ich wohne seit langem im Kreis 1&2, habe aber noch nichts bemerkt von nicht gerade fortschrittlichen Menschen. Antworten


Claudio Zanetti

11.02.2009, 16:11 Uhr
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Wenn es ein staatliches Projekt gib, das in die Kategorie "nice to have" fällt, dann ist es E-Voting. Das Ganze verschlingt Unsummen, ohne dass dem ein wirklicher Mehrwert entgegenstünde. Auch kann man nicht behaupten, dass das Bedürfnis ausgewiesen sei. Für solche Spielereien sollten wir kein Geld ausgeben. Darum: Ubung abbrechen! Antworten


Frank Schneider

11.02.2009, 15:56 Uhr
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Ich habe nun 2mal per Internet gestimmt im Kreis 2 und dachte mir, dass ich viel weniger Zeit brauche per Brief zu stimmen als per Internet. In der Zeit in der ich den Streifen abgezogen und das Passwort freigerubbelt habe, kann ich die Felder locker ausfuellen. Ausserdem zahlt man ja kein Porto, da fehlen dann halt wirklich die Anreize. Antworten


Heinz durrer

11.02.2009, 15:35 Uhr
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Genau, vielleicht sollte man das ganze als Vergleich in den Kreisen 4+5 ausprobieren. Antworten


Manfred Rusterholz

11.02.2009, 15:34 Uhr
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Jeder siebte auf e-Voting ist ja schon recht gut. Die Leute lernen... Antworten


Alexandra Hamilton

11.02.2009, 15:31 Uhr
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Presse, forscht über Gefahren und Missbrauchspotential des e-Votings nach!. Da weiss man nie, ob das Ja auch als Ja gezählt wird oder durch irgendwelche Viren, Fehlmanipulationen oder Missbrauch plötzlich zum Nein wieder. Beim Stimmzettel gibt's dann wenigstens die handschriftlich ausgefüllten Zettel zur Kontrolle, beim e-Voting gibt's nix. DSteuererklärung online einreichen ist sinnvoller. Antworten


Thomas Vogler

11.02.2009, 15:30 Uhr
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Vielleicht liegt es auch daran, dass in der Stadt an jeder Ecke ein Briefkasten steht, während man auf dem Land zur brieflichen Stimmabgabe zuerst Schnee, Eis und andere Unwetter mühsam überwinden muss.. Antworten


Max Wegmüller

11.02.2009, 15:16 Uhr
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E-Voting ist noch nicht wirklich Benutzerfreundlich (Erfahrungen aus Winterthur): - Die elektronische Urne schliesst 24 Stunden vor den Wahllokalen. Einen Hinweis dazu findet man auf der Loginseite von evoting.zh.ch leider nicht. - Bei Wahlen kann die "vorgedruckte" Namensliste nicht angepasst werden. - Das Abstimmen benötigt so (noch) mehr Zeit als schriftlich per Post. Antworten


Willi Keller

11.02.2009, 15:14 Uhr
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Zürcher zeigen keine Begeisterung für E-Voting. Was soll diese unqualifizierte Aussage in einem Lead? Das ist «Hafechäs-Journalismus à la «20 Minuten» & Co.! Zürich besteht für den Tagi offensichtlich nur aus den Kreisen 1 und 2. Antworten


Stephan Bächli

11.02.2009, 14:48 Uhr
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Vielleicht liegt es einfach daran, dass in den Kreisen 1 + 2 nicht gerade die fortschrittlichsten Menschen wohnen ;) Antworten



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