E-Voting: Zürcher sind Internet-Muffel
Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 11.02.2009 14 Kommentare
E-Voting: Wenig Begeisterung in Zürich. (Bild: Keystone)
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Am Wochenende konnten die Stimmberechtigten der Stadtkreise 1 und 2 elektronisch abstimmen. Das Resultat ist ernüchternd ausgefallen. Nur gerade 14 Prozent nutzten E-Voting. Damit ist Zürich das Schlusslicht im Kanton. An zweitletzter Stelle liegt Schlieren mit 16 Prozent. Der Kantonsschnitt der 13 Gemeinden, die inzwischen beim Pilotprojekt mitmachen, liegt bei 20 Prozent.
Das Interesse wird weiter abflachen
Der Projektleiter, Felix Bosshard vom Statistischen Amt des Kantons Zürich, ist überrascht. «Eigentlich haben wir in den städtischen Gebieten höhere Werte erwartet.» Vielleicht liege es daran, meint er, dass in der Stadt mehr ältere Menschen wohnen. Tatsächlich ist die Resonanz auf dem Land am grössten. In Boppelsen im Zürcher Unterland nutzten rund 40 Prozent die neue Möglichkeit, fast dreimal so viele wie in Zürich. Und die Nutzung dürfte in Zürich noch weiter sinken. «Am Anfang sind die Werte höher, danach flacht das Interesse etwas ab», sagt Bosshard.
Eigentlich sollte mittels E-Voting die Stimmbeteiligung erhöht werden. Ob dies auch eingetreten ist, weiss Bosshard noch nicht. «Nach den Wahlen im kommenden Mai werden die Zahlen erstmals ausgewertet», erklärt Bosshard. Gleichzeitig soll untersucht werden, wie sich Alter, Geschlecht und andere Faktoren auf die Bereitschaft zum E-Voting auswirken.
Seit 2002 arbeitet der Kanton Zürich an Pilotprojekt. 2004 wurde E-Voting zum ersten Mal und mit Erfolg eingesetzt, bei den Wahlen in den Studentenrat der Universität Zürich. Ein Jahr später wurde das System in Bülach bei einer kommunalen Abstimmung getestet. Seither sind insgesamt acht Wahlen und Abstimmungen durchgeführt worden. Über 90'000 Stimmberechtigte können inzwischen E-Voting nutzen, neben den beiden Wahlkreisen in Zürich sind dies Teile von Winterthur sowie Bertschikon, Boppelsen, Bubikon, Bülach, Fehraltorf, Maur, Männedorf, Mettmenstetten, Kleinandelfingen, Schlieren und Thalwil.
Kritik an schleppender Einführung
Projektleiter Bosshard ist mit dem Verlauf zufrieden. «Die Systeme funktionieren zuverlässig», sagt er. Trotzdem brauchen die Zürcher Geduld, denn ein weiterer Ausbau auf die restlichen Gemeinden ist nicht möglich. Der Bund legt die Regeln fest und gibt vor, dass bis ins Jahr 2011 maximal zehn Prozent der Bevölkerung elektronisch abstimmen. Bosshard ist über die langsame Einführung nicht glücklich. «Wir mussten einigen Gemeinden absagen, die gerne mitgemacht hätten», sagt er. Doch Verzögerungen liegen in der Natur der Sache. «Die Einführung der brieflichen Abstimmung hat auch zehn Jahre gedauert», erinnert sich Bosshard. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.02.2009, 16:31 Uhr



































