Zürich
Der «Flüsterbahnhof» führt zu Lärmklagen
Von Helene Arnet. Aktualisiert am 16.06.2011 5 Kommentare
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Es quietscht wie Kreide auf der Wandtafel. Es rattert, kreischt und rumpelt. Die gestrige Medienkonferenz fand unmittelbar neben dem Rangierbahnhof Limmattal statt. Die Gemeinden Spreitenbach und Oetwil haben dorthin eingeladen, um zu Gehör zu führen, was ihren Einwohnerinnen und Einwohnern den Schlaf raubt. Tag für Tag, während rund neunzehn Stunden, liege eine «Lärmwolke» über dem Rangierbahnhof, sagt Paul Studer (FDP), Gemeindepräsident von Oetwil an der Limmat. Und Spreitenbachs Gemeindeammann Josef Bütler (FDP) fügt hinzu: «Wenn die Bise bläst, hören auch wir den Lärm.»
Die SBB könnten noch lange sagen, es würden keine Grenzwerte überschritten, fährt Studer fort. «Der Lärm wird von Maschinen gemessen, und diese geben nicht wieder, was Menschen empfinden.» Der Oetwiler Gemeinderat Walter Bühler (SVP), der die Umweltschutzkommission präsidiert, erzählt von langen vergeblichen Versuchen, mit den SBB das Gespräch zu finden. «Wir wurden zu wenig ernst genommen.» Jetzt wolle man gemeinsam stark sein. Oetwil, Spreitenbach und die ebenfalls gelegentlich vom Rangierlärm geplagten Gemeinden Dietikon und Geroldswil haben deshalb zusammen mit dem Hauseigentümerverband das Komitee «Rangierlärm Nein! – Für mehr Wohnqualität im Limmattal» gegründet.
Ein Deckel statt Schutzwände
Der Rangierbahnhof Limmattal wurde vor vierzig Jahren gebaut. Die SBB hatten damals einen «Flüsterbahnhof» versprochen. SBB-Sprecher Roman Marti erklärt auf Anfrage, dass die «ordentliche Lärmsanierung im Limmattal 2007 rechtskräftig abgeschlossen» worden sei. Man sei aber über die gesetzlichen Vorgaben hinaus zu weiteren Massnahmen bereit. So würden im Sommer 2012 die zwölf meistbefahrenen und lärmigsten Gleisbremsen mit lärmreduzierenden Silent Segments ersetzt.
Eine erfolgte Sanierung lassen die Gemeindevertreter nicht gelten. Die Lärmklagen hätten in der letzten Zeit zugenommen. Die Gemeindeversammlung Oetwil hat daher im März einen Kredit über 184 000 gesprochen, um das Problem anzugehen. Tatsächlich habe sich in den letzten Monaten einiges bewegt, sagt Gemeinderat Bühler. «Es haben mit den SBB erste konstruktive Gespräche stattgefunden.» Mit den neuen Bremsen lassen man sich aber nicht abspeisen. Die technische Anlage müsse umfassend und nachhaltig saniert werden. Gemeindeammann Bütler bringt sogar eine Überdeckung der lärmkritischsten Strecke ins Spiel, da Lärmschutzwände erfahrungsgemäss nur bedingt nützen.Die letzte Lärmmessung stammt aus dem Jahr 2007. Da diese nicht mehr aktuell sei, werde man mit dem Bundesamt für Verkehr dieses Jahr neue durchführen, kündigt Marti an. Resultate werden nicht vor Ende 2011 erwartet. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.06.2011, 21:22 Uhr
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5 Kommentare
Die Gemeinden um den Güterbahnhof sind in den letzten 40 Jahren auch gewachsen. Wieviele der heute betroffenen und protestierenden wohl in den letzten 40 Jahren da hingezogen sind, ohne sich über den Lärm schlau zu machen? Und Flüsterbahnhof hiess wohl vor 40 Jahren etwas anderes als heute erwartet wird. Zahlen soll wohl wie immer die Allgemeinheit, nicht die Reklamierer! Antworten
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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