Altersheim versieht Senioren mit Peilsendern
Von Maria Zachariadis. Aktualisiert am 23.03.2011 4 Kommentare
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Monat für Monat verschwinden im Kanton Zürich Altersheimbewohner. Sie gehen auf einen Spaziergang und kommen einfach nicht mehr zurück. Die Ursache ist meist einfach: Ihr Orientierungsvermögen hat sie plötzlich im Stich gelassen. Etwas weniger einfach ist die Suchaktion, die in solchen Fällen nötig wird. In der Regel schalten die Betreuer die Kantonspolizei ein, und diese wendet sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung. All das liesse sich vermeiden.
Mit Satelliten betriebenes Ortungssystem
Wenn Myrta Raggenbass das Alterszentrum Lanzeln in Stäfa verlässt, kann sie nicht vom Radar verschwinden. Das ist ziemlich wörtlich gemeint: Sie erscheint dann als Punkt auf einer Karte, die ein Computerbildschirm anzeigt. Myrta Raggenbass hat sich zur Verfügung gestellt, um das Gerät zu demonstrieren, auf welches das Stäfner Heim setzt, damit verloren gegangene Seniorinnen und Senioren jederzeit wieder auffindbar bleiben. Es basiert auf der GPS-Technik, dem mit Satelliten betriebenen Ortungssystem.
Der sogenannte Lokator, ein Sender, der kleiner ist als ein Handy, lässt sich mit einem Gurt am Körper tragen. In wenigen Handgriffen ist Myrta Raggenbass damit ausgerüstet. Jetzt befindet sie sich quasi in der Obhut der Satelliten. Ihre Position kann jetzt auf 5 Meter genau bestimmt werden – und das weltweit.
Mehr Bewegungsfreiheit
Was wie ein Eingriff in ihre Autonomie erscheint, ist nach Ansicht der Heimleitung das Gegenteil davon: Es gehe nicht um die Überwachung der Heimbewohner, sondern darum, ihnen Freiheit zu geben, ohne dass dies auf Kosten ihrer Sicherheit gehe, sagt Patrizia De Bona, Leiterin Pflege und Betreuung.
Die GPS-Sucher seien die würdige Alternative zum konventionellen Überwachungssystem. Dieses heisst «Weglaufschutz». Die Senioren tragen dabei einen Chip, mit denen sie an den Ausgängen einen Alarm auslösen – ähnlich wie Ladendiebe. «Wir dagegen wollten ihnen einen grösseren Radius an Bewegungsfreiheit geben», sagt De Bona: Deshalb sei die Wahl auf den GPS-Lokator gefallen. Ausgerüstet damit werden jene Heimbewohner, die zwar körperlich fit genug sind, um allein spazieren zu gehen, die aber gelegentlich Mühe bekunden, den Heimweg zu finden. So wie jene kürzlich erst ins Stäfner Heim eingetretene Frau, die sich zwar gut auskennt in ihrem eigenen Dorf, aber trotzdem hie und da die Orientierung verliert.
Computer zeigt genauen Standort
Früher hätte man ihr ein kleines Schild mit der Adresse des Altersheims umgehängt, damit Passanten ihr in der Not behilflich sein könnten. «Heute zeigt uns der Computer auf der Karte innert Minuten ihren genauen Standort», sagt Patrizia De Bona. Das sei das beste Mittel, um für «aktive Bewohner mit kleinen Denkschwächen» Freiheit und Autonomie erfahrbar zu machen.
In der Stäfner Lanzeln sind die Zeiten vorbei, als das Personal im ganzen Dorf ausschwärmen musste, um einen Bewohner oder eine Bewohnerin wieder zu finden. Viele andere Alters- und Pflegeinstitutionen setzen aber noch nicht auf die neue Technik.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.03.2011, 21:39 Uhr
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4 Kommentare
Die Frage ist,wie ortet man Menschen mit GPS wenn sie nicht unter freiem Himmel sind?Wenn sie sich im Untergrund eines grossen Bahnhofs verirren,weiss man zwar auf Grund der letzten Ortung,dass sie irgendwo im Areal des Bahnhofs sein müssen,aber nicht genau wo.Die Ortung über Handy ist dann auch nicht genauer.Und das Gerät mit Trägheitsnavigation auszurüsten ist wohl (Laserkreiseln)zu teuer. Antworten
Wer selbst mit Demenzkranken oder Alzheimerpatienten Kontakt hat, kann diese Methode nur befürworten. Oft lassen sich diese nach aussen urteilsfähig Wirkenden in Autos mitnehmen, um dann irgendwo zu stranden. Besonders an kalten Tagen kann diese GPS-Technik leben retten. Antworten
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