Gefängnis Horgen: Die imposantesten Ausbrüche

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 06.09.2010 9 Kommentare

Der 25-jährige Albaner, der aus dem Horgner Gefängnis gekletter ist, war Drogendealer. Seine Flucht weckt Erinnerungen an die Neunzigerjahre. Damals brachen die Häftlinge reihenweise aus.

Ausbrecher war Drogendealer

Der Insasse, der aus dem Gefängnis Horgen ausgebrochen ist, sass laut Communiqué des Amts für Justizvollzug wegen widerrechtlicher Einreise im Gefängnis. Wie Recherchen von Tagesanzeiger.ch ergeben haben, war 25-jährige Albaner im Sommer 2007 wegen Drogenhandels verurteilt und des Landes verwiesen worden. Trotzdem kam er mehrmals wieder in die Schweiz.

Galt einst als «löchrigster Knast der Schweiz»: Gefängnis Horgen.

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Sonntagmorgen, die Sonne scheint. Einige Häftlinge, die im Gefängnis Horgen ihre Strafe absitzen, geniessen die frische Luft im Hof. Die Aussicht auf eine Stunde unter freiem Himmel und die Entlassung Mitte November ist einem 25-jährigen Albaner zu wenig. Mit Schuhbändeln und einem Gürtel erklimmt er die fünf Meter hohe Gefängnismauer und haut ab, Aufseher und Polizei kommen zu spät. Er ist nicht der erste Insasse, der das Horgner Gefängnis nicht durch den Haupteingang verlässt. In den Neunzigerjahren verleihte der «Blick» der Anstalt den zweifelhaften Titel «löchrigster Knast der Schweiz».

  • Am 24. April 1995 flüchteten zwei Gefangene, die wegen Diebstahls und Fälschung verurteilt waren. Der 32-Jährige und sein 30-jähriger Landsmann aus Ex-Jugoslawien waren im vierten Stock der Anstalt untergebracht, der ehemaligen Frauenabteilung. Die Zellendecke, die nur aus Gips und Holz besteht, durchbrachen die Häftlinge spielend. Ein Hammer genüge um die Decke einzuschlagen, gab man bei der Zürcher Justizdirektion zu. Das Duo kletterte auf den Estrich und von dort aus auf das Dach. In bester Hollywood-Manier seilten sich die beiden mit Leintüchern aus einer Höhe von etwa zehn Metern ab. Auf der Seeseite fanden sie keinen Zaun vor. Einer der beiden Verbrecher konnte drei Monate später wieder verhaftet werden.
  • Nur Tage davor brach ein weit gefährlicherer Täter aus. Der damals 30-jährige Michel Diriwächter hatte seine schwangere 21-jährige Freundin mit einer Schere und mehreren Messern niedergemetzelt. Nun sollte er dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Auf dem Weg zur Einvernahme schlug der Schweizer jedoch einen Aufseher nieder. Danach flüchtete er nach Brasilien, wo er sich als Englischlehrer durchschlug. Im Juni 1999 verhaftete ihn die dortige Polizei – kurz vor dem Auslieferungsprozess, im Januar 2000, brach Diriwächter aus dem Gefängnis in Rio de Janeiro aus. Doch der Schweizer wurde erneut gefasst und schliesslich ausgeliefert. 2002 wurde er in Zürich zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt.
  • Keine drei Wochen zuvor entkamen ein 27-jähriger Türke und ein 31-jähriger Albaner. Die beiden Häftlinge versteckten sich zwischen Kühlboxen, die sie zuvor auf ein Palett verladen mussten. Kein Aufseher hatte bemerkt, dass sich die beiden mit Plastikbehältern eingemauert hatten. Sie mussten lediglich warten, bis ein externer Transporteur die Fracht aus dem Gefängnis fuhr. Am Tag des Ausbruchs hatte niemand die Häftlinge gezählt und deshalb nicht bemerkt, dass zwei Doppelzellen nur noch von einem Insassen belegt waren. Das Gefängnispersonal bemerkte die Flucht deshalb erst am Tag darauf. Die Bezirksanwaltschaft leitete eine Strafuntersuchung ein.
  • Im November 1994 begaben sich drei Gefangene gemeinsam auf eine Toilette im ersten Stock, wo sie eine Wand durchbrachen. Sie stiegen auf das Dach der Verwalterwohnung und zogen die Sträflingskluft aus. In zivilen Kleider sprangen sie drei Meter tief in den Garten und rannten davon. Bereits kurz danach verhafteten Kantonspolizisten zwei der drei Ausbrecher. Der dritte, ein kolumbianischer Drogendealer, den die Polizei als gefährlich einstufte, entkam jedoch.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.09.2010, 16:56 Uhr

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9 Kommentare

oscar biedermann

06.09.2010, 14:12 Uhr
Melden

wieder einmal zeigt sich der nutzen koerperlicher fitness.nicht nur als vorbeugung gegen kreislaufschaeden u.diabetes,gegen ruecken-und gelenkschaeden,sondern es hilft auch noch aus dem kerker zu fliehen.also jedem potetiellen kriminellen empfehle ich treibe sport,denn wer viel sport treibt hat keine zeit kriminell zu werden! Antworten


Å tate Brigovi?

06.09.2010, 14:17 Uhr
Melden

3 Monate Gefängnis für einen Wirtschaftsflüchtling? Da soll sich noch jemand wundern wenn dubiose Initiativen eingereicht werden. Antworten



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