Ausstellung setzt aufs richtige Ross
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Erst musste die 4,5 Tonnen schwere Weinpresse raus. «Sonst hätten wir keinen Platz für die Galerie gehabt», sagt Al Meier aus Wollerau. Der Künstler hat das Konzept für die Ausstellung «Das Ross» im Weinbaumuseum am Zürichsee erarbeitet. Im Parterre des schmucken Gutshofs ist es ihm gelungen, eine Zeitreise zu gestalten, welche die Bedeutung des Pferdes für die Region vom 19. Jahrhundert bis in die Neuzeit erklärt. Er tut dies mit Fotos aus vielen Epochen, Reitutensilien, Anekdoten über Pferd und Reiter, Postkarten und Gemälden. Passend zur Ausstellung umrahmt die Kavalleriemusik Zürich musikalisch die Vernissage.
Ein Pferd in Fleisch und Blut ist allerdings nicht in Sichtweite. «Ich kann nicht genau sagen, wie weit entfernt die nächsten Ställe oder Weiden sind», sagt der Wädenswiler Peter Schumacher, Präsident des Weinbaumuseums am Zürichsee.
Prominente Gäste
Ins Gästebuch hat sich am gestrigen Eröffnungstag Prominenz aus Politik und Wirtschaft eingetragen, angeführt vom Wädenswiler Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) und Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP), dem Horgner Nationalrat Thomas Weibel (GLP) und Peter Mott, Präsident der Standortförderung Zimmerberg. Über die Ausstellung referiert in launigen Worten der Wädenswiler Peter Ziegler. Der Historiker klärt die zahlreich erschienenen Besucher und Besucherinnen darüber auf, dass man dem Ross um 1900 in der Region noch häufig begegnet ist. Es zog den Heuwagen, den Pflug und die Egge, war dem Milch- und Jauchewagen vorgespannt und half bei Wald- und Rebarbeiten. Auch das Gewerbe nutzte das Pferd als Transportkraft.
In der Gesellschaft spielte das Ross für den Ausritt und die Ausfahrt mit dem Wagen ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch auf Reisen kamen bei der Postkutsche Pferde zum Einsatz. Bis hin zu festlichen Bräuchen wie Hochzeiten und Beerdigungen war das Leben geprägt vom treuen Tier.
Heute dient das Pferd vor allem der Freizeitgestaltung von Reiter und Reiterinnen. Die Vierbeiner spielen zudem im Sport – vom CHIO Aachen bis zum CSI Zürich – eine wichtige Rolle.
Sportliches Aushängeschild zur Eröffnung der Ausstellung ist die Dressurreiterin Cornelia Hannig aus Langnau. Die Amazone war bis kurz vor den Olympischen Spielen 2004 in Athen während zehn Jahren Mitglied der Schweizer Dressurequipe. «Mein Spitzenpferd war Random. Nirgendwo harmonieren Pferd und Reiter schöner und besser als im Dressursport.» Hannig hat ein paar ihrer gewonnen Pokale und Medaillen den Ausstellern zur Verfügung gestellt. Eine Ecke mit dem Thema «Ross und Kinder» beendet die Galerie.
Beim Ausgang erfährt der Besucher, dass Begriffe rund ums Pferd auch in viele Redewendungen verwendet werden. Von «Ihn sticht der Hafer» bis «Er hat auf das falsche Pferd gesetzt».
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Erstellt: 18.04.2010, 20:42 Uhr



































