Bariton Laueners letzte Probe
Von Res Hinterberger. Aktualisiert am 16.03.2010
Probt die Schnulze «There goes my everything»: Erich Lauener. (Bild: Sabine Rock)
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Zwölf Kandidaten in der Endrunde
Der Contest wurde von der Zugerin Barbara Lauener (Erich Laueners Schwägerin) ins Leben gerufen und findet heuer zum ersten Mal statt. Mitmachen können Personen ab 40 Jahren. Insgesamt bewarben sich 54 Personen aus der Zentralschweiz. In der Endrunde stehen nun zwölf Kandidaten, die in drei Shows in der Zuger Chollerhalle um den Gewinn singen. Beurteilt werden sie dabei von einer dreiköpfigen Jury, geleitet von Toni Vescoli. Moderiert werden sie Shows von der Schlagersängerin Maja Brunner. Die erste Runde ging am vergangenen Sonntag über die Bühne. Die weiteren Shows finden am 14. und 21. März um 19:30 statt. (reh)
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Erich Lauener lässt seinem Gegenüber stets seine volle Aufmerksamkeit zukommen. Sein Händedruck ist warm und sicher, sein Oberkörper dreht sich auch während des Autofahrens seinem Gesprächspartner zu, seine Stimme ist angenehm trocken und voll im Klang. Das dürfte den Klienten des Anwaltes vom Hirzel jeweils Sicherheit geben und die Nervosität etwas nehmen. Das dürfte Erich Lauener auch eine gute Ausgangslage beim Golden- Age-Song-Contest bescheren. Besonders sein warmer Bariton.
Mit seinem schlohweissen Haar und dem ruhigen Blick durch die Sonnenbrille strahlt Erich Lauener eine ansteckende Ruhe aus. Als der 58-jährige Lauener am letzten Samstag zur Generalprobe nach Zug fährt, ist keine Nervosität zu spüren. «Die Nervosität kommt dann wahrscheinlich vor der Vorstellung. Das muss auch so sein. Sonst könnte ich meine Bestleistung nicht bringen.» Vor der Konkurrenz hat er keine Angst. Die übrigen elf Teilnehmer sind Gesangslaien, wie Lauener auch. Und mit einer Live-Band zu spielen, macht ihn auch nicht nervös. Im Gegenteil: «Das sind richtige Profis. Wenn die spielen, ist der ganze Raum voller Musik. Das gibt mir zusätzlich Sicherheit.» Erich Lauener freut sich auf den Sonntag, auf die erste von drei Shows.
Mit bedingungsloser Hingabe
Im Probelokal zieht Lauener seine Sonnenbrille aus. Mit seinen leicht zusammengekniffenen Augen gleicht er Clint Eastwood. Der linke Kragen des blauen Polo-Shirts ragt über den Jackett-Kragen hinaus.
«Meine Mutter ist eine leidenschaftliche Sängerin, Chorsängerin. Sie hat mich vor Jahrzehnten ermuntert, Gesangsunterricht zu nehmen.» Da die Gesangslehrerin aus dem Bariton Lauener einen Tenor Lauener machen wollte, gab er den Unterricht aber bald wieder auf. Seither hat er nie wieder Gesangsunterricht besucht. «Ich singe hin und wieder für meinen Vater. An seinem Geburtstag, oder an Weihnachten. Das bereitet ihm jeweils grosse Freude.» Lauener lächelt. Wenn er lächelt, kneift er seine Augen etwas mehr zusammen.
Und als Erich Lauener singt, singt er mit Hingabe, das Kinn selbstbewusst erhoben. In der einen Hand hält er das Mikrofon, in der anderen das Kabel. Die Probe zeigt, was man nach einem Gespräch mit Lauener vermutet: Der warme Bariton lullt den Zuhörer ein und beschert Gänsehaut.
Die Probe mit der vierköpfigen Band zeigt aber auch, wieso die Idee des Casting-Wettbewerbs für Sänger ab 40 Jahren besticht: Die Hingabe der einzelnen Teilnehmer und die Bedingungslosigkeit, mit der sie sich in ihre Lieder stürzen, berühren den Zuhörer. Teilnehmer wie Erich Lauener singen Lieder wie Jack Greenes «There goes my everything» und bringen es fertig, dass der Zuhörer vergisst, dass er an irgendeinem Samstag, in irgendeinem kleinen Raum, in irgendeinem Kellergeschoss in Zug sitzt. Das rührt schon fast zu Tränen. Am Sonntag in zwei Wochen wird in der Zuger Chollerhalle der erste Gewinner des Wettbewerbes gekürt. Bariton Lauener hat gute Erfolgschancen.
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Erstellt: 16.03.2010, 04:00 Uhr



































