Das neue Spital mit seinen zwei Standorten ist billiger
Von Thomas Zemp. Aktualisiert am 22.06.2011 3 Kommentare
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Plakate und Wettbewerb
See-Spital soll eine Marke werden
Das See-Spital soll in der Region stärker verankert werden. Darum starten die Verantwortlichen in diesen Tagen eine Kampagne. Zum einen haben sie von einer Werbeagentur Plakate erstellen lassen. Die Botschaft, die im Zentrum steht, lautet: «Nah, wenn es uns braucht.» Vier Sujets seien mit lokalen Laiendarstellern realisiert und in den Gemeinden der Region fotografiert worden, sagt Manuel Zimmermann, Kommunikationsbeauftragter des See-Spitals. Damit will das Spital vier Zielgruppen erreichen: die ältere Generation, Mütter, die Kinder erwarten, Kinder und Eltern sowie sportlich Aktive.
Zum anderen lanciert das See-Spital einen Wettbewerb. Das Spital lässt an öffentlichen Orten wie Bushaltestellen oder an Bäumen Haltegriffe wie über dem Spitalbett aufhängen. An diesen sollen sich Passanten ablichten lassen und ihre Bilder dem Spital senden. Diese Aktion dauert die kommenden zwei Wochen und wird im September wiederholt. Unter den auf der Website des Spitals publizierten Fotos werden vier Heissluftballonfahrten verlost. Die Symbolik mit den Haltegriffen ist auch auf den Plakaten und im gemeinsamen Geschäftsbereich des Spitals Zimmerberg und des Sanitas-Spitals zu finden. (zet)
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Zum ersten Mal hat sich Walter Bosshard, Präsident des Stiftungsrats des See-Spitals, auf die Liste der Gesundheitsdirektion gefreut: Sein See-Spital steht bei den durchschnittlichen Fallkosten im Vergleich zu den anderen Zürcher Spitälern (ohne die universitären Spitäler) gut da. Die Verantwortlichen in Horgen finden ihr Institut auf dem 6. Rang und lassen acht andere hinter sich. Ein stationärer Fall im See-Spital hat im vergangenen Jahr 8515 Franken gekostet.
Bis anhin lagen das Spital Zimmerberg und das Spital Sanitas in Kilchberg in der Rangliste weit hinten. «Wir hatten uns immer vor der Veröffentlichung der Liste gefürchtet und uns gefragt: Ist sie wirklich nötig?»
Richtiger Schritt
Für Bosshard beweist diese Verbesserung den Erfolg der Fusion der beiden Spitäler im Bezirk Horgen. «Wir haben zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Schritt getan», sagte er gestern an einer Pressekonferenz. Die Fusion war vor Jahresfrist von den zwölf Trägergemeinden aus dem Bezirk bewilligt worden.
Zum See-Spital fusioniert sind die beiden Spitäler zu Beginn dieses Jahres, doch schon im vergangenen Jahr standen die beiden Gesundheitshäuser unter einem gemeinsamen Management. Das hat sich bereits auf die Kosten ausgewirkt: Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Spital Sanitas 2 Millionen Franken einsparen und das Spital Zimmerberg knapp eine halbe Million Franken. «Der Schritt in Richtung Konkurrenzfähigkeit ist gelungen, und das ist wichtig für ein Spital», sagt Bosshard. «Wir haben eine gute Chance, uns in Zukunft zu behaupten.» Auch See-Spital-Direktor Markus Gautschi bezeichnet die Fusion als richtig und gelungen. Die Kosten dafür seien auf 4,5 Millionen Franken veranschlagt gewesen, schliesslich werde sie gegen eine halbe Million Franken weniger kosten. Zudem weise das See-Spital ein Wachstum der Fallzahlen von 3 Prozent aus und liege damit ein halbes Prozent über dem kantonalen Schnitt. Als grösseres Spital könne man vor allem beim Einkauf nun ganz anders auftreten und bessere Konditionen aushandeln, sagte Gautschi. Synergien hätten sich auch in der Führung und Verwaltung ergeben. Davon würden die Patienten aber nichts spüren.Am Standort Horgen wird die regionale Grundversorgung angeboten mit Notfallstation, Intensivstation, innerer Medizin, Chirurgie und Geburtsabteilung. Der Standort Kilchberg spezialisiert sich als überregionaler Anbieter für Gebiete wie Orthopädie, Urologie oder Augenheilkunde.
Alle haben eine Stelle
Doch auch auf der personellen Seite betrachtet der Spitaldirektor die Fusion als einen Erfolg. Die grössten Probleme habe er bei der Geburtenabteilung gehabt, sagt Gautschi. Darüber war im Vorfeld zu den Fusionsabstimmungen in den Gemeinden auch am meisten diskutiert worden. Die Geburtenabteilung in Kilchberg wurde geschlossen – neu gibt es nur noch in Horgen eine. Intern habe man die Probleme mit Gesprächen beseitigen können. Auf der Patientenseite lösen die emotionalen Diskussionen aber offenbar eine Reaktion aus: Gautschi sagt, in einer konservativen Rechnung habe er für dieses Jahr in Horgen 650 Geburten vorausgesehen, momentan liege der Trend aber bei 600.
Die Personalfluktuation im gesamten Spital sei durch die Fusion aber nicht angestiegen, sagte Gautschi. Für die Mitarbeitenden, die entlassen werden mussten oder selber kündigten, sei intern oder extern eine neue Lösung gefunden worden. Bosshard sagte: «Eine Fusion, die schüttelt alle durch.» Alle seien in dieser Zeit gefordert gewesen. Und zwei unterschiedliche Kulturen zusammenzubringen, sei immer schwierig. So gab es in Kilchberg das Belegarztsystem, in Horgen aber das Chefarztsystem. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.06.2011, 22:46 Uhr
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3 Kommentare
Ich sah heute Vormittag die Plakate in Horgen. Zum ersten Mal, dass ich Reklame für ein öffentliches Spital sehe. Beweist, dass der Markt zum ersten Mal ins Rollen kommt und das ist gut. Die Reklame fällt auf und gefällt mir sehr gut. Auch die Interaktion mit diesem Wettbewerb oder was das ist. Kompliment! Antworten
die idee für den fotowettbewerb mit den handgriffen die da überall hängen finde ich kommunikationstechnisch genial. aber ich hinterfrage diese doch sehr kritisch. kann oder soll sich ein öffentliches spital solche kampagnen leisten? ich finde dies, angesichts explodierender gesundheitskosten und krankenkassenprämien, doch sehr fragwürdig. Antworten
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