Den Weltrekord haben sie schon im Sack
Von Daniel Stehula. Aktualisiert am 02.09.2009
Frühstückstisch statt Verkehr: Massimo Angelone zeigt das Brunch-Set. (Bild: Patrick Gutenberg)
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Massimo Angelone vom Modegeschäft Angel One braucht 300 Liter Milch, 200 Kilogramm Brot, Zopf und Gipfeli. Er braucht 90 Kilogramm Birchermüesli und 60 Kilogramm Fleischkäse. Das Mitglied des Detaillistenvereins Richterswil braucht 2000 Portionen Butter à 10 Gramm und einen 400 Meter langen Tisch. Angelone und die Richterswiler Detaillisten bitten am Sonntag 1000 Menschen zum Brunch auf der Dorfstrasse.
Mit der Aktion wollen die Detaillisten Richterswils auf sich aufmerksam machen. Brunch-OK-Präsident Angelone sagt, der Weltrekordversuch sei eine Werbeaktion. «Wir wollten den Richterswilern zeigen, welches Angebot sie im Dorf haben», sagt er. Doch wie sollte man das angehen? Die Detaillisten entschieden sich für einen Brunch. «Das ist etwas Familiäres», sagt Angelone. Einer schlug vor, einen Weltrekord zu versuchen – als Ansporn für die Richterswiler, am Sonntag auf der Dorfstrasse zu frühstücken. Oder in der Tiefgarage Horn, bei schlechtem Wetter.
Keine zweite Fonduegabel
Das Bürgerliche Forum Positives Wädenswil wollte 2008 den Weltrekord für die längste Fonduegabel aufstellen und scheiterte an einem Formfehler.
Das soll den Richterswilern nicht passieren. «Wir haben unseren Rekordversuch vor einem Jahr bei Guinness World Records angemeldet und eine Dokumentation erhalten», erklärt Angelone. Die Richterswiler haben sich darauf in der Kategorie «grösster Tisch» angemeldet. Der Clou ist: Unter «längster Brunchtisch der Welt» gibt es noch keinen Eintrag. Die Detaillisten haben bis heute noch keinen Mitbewerber, der gegen sie antritt. «Eigentlich», sagt Massimo Angelone, «haben wir den Weltrekord jetzt schon auf sicher.»
Die Form halten die Richterswiler ein: Zwei Gemeindepolizisten müssen den Rekordversuch mit Foto- und Videokamera festhalten, die Länge des Tisches messen und die Richtigkeit der Angaben mit ihren Unterschriften bestätigen.
1000 Sets und ein paar Not-Sets
Die Plätze am 400 Meter langen Tisch werden gefüllt sein: Bis Mitte Woche haben die Detaillisten 860 Sets verkauft – ein Teller, eine Tasse und Besteck. Das Set geht für 15 Franken über den Ladentisch und berechtigt zur Teilnahme am Weltrekordsbrunch und dazu, sich à volonté von den Buffetständen zu bedienen.
«Das Geschirr besteht aus Porzellan – die Teilnehmer sollen etwas mit nach Hause nehmen können», sagt Angelone. Die Kosten pro Teilnehmer am Brunch belaufen sich auf rund 25 Franken – die Differenz decken die Kantonalbank und die Gemeinde als Sponsoren und die Detaillisten. «Wir haben alle einen Obolus beigetragen», sagt Angelone. Die Gewerbler stehen auch hinter den Buffets, geben Brot und Konfi, Kaffee und Milch aus. Die Lebensmittel stammen laut Angelone zu 90 Prozent von Anbietern aus dem Dorf.
Wer bis jetzt kein Set hat, sei von Massimo Angelone beruhigt: «Wir haben 1000 Sets anfertigen lassen. Daneben haben wir noch einige Not-Sets auf der Seite, die aber nicht so schön sind wie die anderen», sagt er, «aber wir wollen am Sonntag niemanden abweisen müssen.»
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(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 02.09.2009, 21:17 Uhr



































