Verblüffender Ausbruch in Horgen: «Es ging einfach zu schnell»

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 06.09.2010 9 Kommentare

Ein Häftling klettert während seines täglichen Spaziergangs über die fünf Meter hohe Mauer des Horgner Gefängnisses. Aufseher standen daneben. Der Ausbruch hat Konsequenzen.

Nicht hoch genug: Über diese Mauer kletterte der Häftling.

Nicht hoch genug: Über diese Mauer kletterte der Häftling.
Bild: PD

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Ein Paar Schuhbändel und ein Gurt reichten, damit ein 25-jähriger Albaner gestern Sonntagmorgen aus dem Gefängnis Horgen ausbrechen konnte. Der Häftling hielt sich gerade im Spazierhof auf und genoss seine gesetzlich garantierte Stunde im Freien. Als er die fünf Meter hohe Gefängnismauer hochkletterte, war der Albaner nicht allein: «Der Hof wird vom Gefängnispersonal dauernd beaufsichtigt», sagt Rebecca de Silva, Mediensprecherin des Amts für Justizvollzug. Die Aufseher hätten sofort Alarm geschlagen – vergeblich. «Es ging einfach zu schnell.» Auch das Polizeiaufgebot, das den Ausbrecher noch in der Nähe hätte aufspüren sollen, kam mit leeren Händen zurück.

Beim Ausbruch dabei waren auch Mitinsassen, die ebenfalls ihren Spaziergang absolvierten. Dass dem Ausbrecher keiner gefolgt ist, sieht de Silva als Beweis, dass der Ausbrecher sehr fit sein muss. In einer Medienmitteilung sprach das Amt denn auch von «akrobatischen Fähigkeiten» des Albaners. Wie er die Mauer genau überwinden konnte, will es aus Angst vor Nachahmungstätern nicht bekannt geben.

Weil der Ausbrecher trotz der Bewachung fliehen konnte, sind die Behörden über die Bücher gegangen. Der Vorfall habe aufgezeigt, dass es im Sicherheitsdispositiv des Gefängnisses eine Lücke gebe, bestätigt de Silva. «Diese Lücke schliessen wir nun.»

Spazierhof wird umgebaut

Das Amt für Justizvollzug hat den Spazierhof sofort schliessen lassen. Um Ausbrüche nach dem gleichen Muster zu verhindern, sind laut de Silva kleine bauliche Massnahmen nötig. Eine Gesamtsanierung sei nicht nötig – diese hat das Gefängnis Horgen bereits hinter sich. 2006 steckte der Kanton 2,6 Millionen Franken in einen Umbau. Mit modernen Sicherheitsleitsystem sollte die Anstalt, die in den Neunzigerjahren wegen einer eigentlichen Serie von Ausbrüchen als «löchrigster Knast der Schweiz» bekannt war, ausbruchsicher gemacht werden. Die neuerlichen Bauarbeiten, über die der Kanton keine näheren Auskünfte erteilen will, sollen bis in zehn Tagen abgeschlossen sein. Inzwischen findet der Spaziergang der Häftlinge im Hof der ehemaligen Jugendabteilung statt.

Der 25-jährige Albaner ist nach wie vor auf freiem Fuss. Laut Kapo-Sprecher Stefan Oberlin ist er schweizweit ausgeschrieben. Der Ausbrecher sass seit Mitte August im Horgner Gefängnis; drei Monate später, im November, hätte er entlassen werden sollen. Wie Recherchen von Tagesanzeiger.ch ergaben, war der Albaner im Sommer 2007 wegen Drogenhandels verurteilt worden. Trotz eines Landesverweises reiste er mehrmals wieder in die Schweiz ein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.09.2010, 12:23 Uhr

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9 Kommentare

oscar biedermann

06.09.2010, 14:12 Uhr
Melden

wieder einmal zeigt sich der nutzen koerperlicher fitness.nicht nur als vorbeugung gegen kreislaufschaeden u.diabetes,gegen ruecken-und gelenkschaeden,sondern es hilft auch noch aus dem kerker zu fliehen.also jedem potetiellen kriminellen empfehle ich treibe sport,denn wer viel sport treibt hat keine zeit kriminell zu werden! Antworten


Å tate Brigovi?

06.09.2010, 14:17 Uhr
Melden

3 Monate Gefängnis für einen Wirtschaftsflüchtling? Da soll sich noch jemand wundern wenn dubiose Initiativen eingereicht werden. Antworten



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