Zürich

Horgner Lampe ist älter als Pyramiden

Von Andreas Kurz. Aktualisiert am 03.02.2010 1 Kommentar

Im Ortsmuseum Sust ist ab dem kommenden Sonntag die älteste Lampe der Schweiz zu sehen.

Historisches Stück: Die in Horgen ausgestellte Lampe ist 6000 Jahre alt.

Andreas Kurz

Ausstellung im Ortsmuseum Sust

«Licht und Beleuchtung», Ortsmuseum Sust, Horgen, bis am 11. 4. 2010, So 14-17 Uhr, Führung jeweils 15 Uhr.

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Sechstausend Jahre lang lag die unscheinbare Tonschale unter mehreren Sedimentschichten im Zürichsee begraben – bis sie von Spezialtauchern der Kantonsarchäologie Zürich geborgen wurde. Nun wird die älteste bisher gefundene Lampe der Schweiz im Ortsmuseum Sust in Horgen ausgestellt.

Die Tonlämpchen wurden in der Jungsteinzeit mit Talg, beispielsweise Rinderfett, gefüllt. Der Talg wurde mit einem aus Pflanzenfasern geflochtenen Docht verbrannt. Diesen wiederum hat man mit Hilfe von Pyrit-Steinen angezündet. Andreas Zürcher vom Ortsmuseum kann nur vermuten, zu welchem Zweck die Lampe damals diente. «Da sie am Rand der Siedlung gefunden wurde, verband man sie wahrscheinlich mit kultischen Zwecken.» Sicher ist, dass diese Art von künstlichem Licht damals etwas Besonderes war. «Wenn die Lampe zum täglichen Gebrauch gehört hätte, hätte man viel mehr Stücke davon gefunden», sagt der ehemalige Kantonsarchäologe. Zudem sei es unwahrscheinlich, dass sie in den Häusern der Steinzeit-Bewohnern zum Einsatz kam: «Sie hat vermutlich stark geraucht und gerochen.»

Entdeckt wurde die Lampe in den 60-er Jahren in rund drei Metern Tiefe vor der Quaibrücke in Zürich. Da der Seespiegel in der Jungsteinzeit noch einiges tiefer war, befand sich dort eine dem Ufer vorgelagerte Insel auf der Menschen siedelten.

«Eine kleine Sensation»

Die Lampe sei «eine kleine Sensation», sagt Kurator Fredy Stäheli. Das alte Fundstück ist ein Hinweis darauf, dass wohl auch die Menschen, die vor 5000 Jahren in Horgen siedelten, einfache Tonlampen kannten. Das Stück ergänzt die Ausstellung «Licht und Beleuchtung», die seit Dezember im Horgner Ortsmuseum gezeigt wird. Darin zeichnet Stäheli die Entwicklung von der Talglampe zur Glühbirne nach. Mit Horgner Bezug: Alle Exponate stammen aus der eigenen Sammlung. In der Ausstellung findet sich eine der 14 ersten Strassenlampen Horgens. Auf eine Petition hin führte man 1844 die Petrol- und Ölleuchten ein - für mehr Sicherheit in den Gassen, und um Dieben das Handwerk zu erschweren.

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Erstellt: 03.02.2010, 04:00 Uhr

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1 Kommentar

Marcel Staudte

03.02.2010, 12:29 Uhr
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Frage an den Journalisten Andreas Kurz und Kurator Fredy Stähli: Warum ist eine Lampe die an der Quaibrücke in Zürich gefunden wurde, eine Horgener Lampe? Haben vor 6000 Jahren Horgener die Lampe in Zürich verloren? Und wenn ja, woher weiss das der Kurator Fredy Stähli? Oder ist die Lampe in Horgen ins Sediment versunken und in den Jahrtausenden bis nach Zürich gewandert? Antworten



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