«In den nächsten zehn Jahre gibts in der Beichlen bestimmt keinen Golfplatz»

Von Patrick Gut. Aktualisiert am 03.09.2010

Das Golfplatzprojekt von Fredel Kälin im Gebiet Stocken-Waggital ist gestorben. Der Ex-Langläufer bedauert den Entscheid des Stadtrates.

Am Mittwoch hat der Wädenswiler Stadtrat kommuniziert, ein allfälliger Golfplatz komme für ihn nur im Gebiet Beichlen infrage. Hinter diesem Projekt steht die Migros.

Mit dem Entscheid der Wädenswiler Exekutive ist auch klar, dass das zweite Golfplatzprojekt auf Wädenswiler Gemeindegebiet im Stocken-Waggital bereits Geschichte ist. Dort hätte Ex-Langläufer Fredel Kälin aus Einsiedeln einen Platz realisieren wollen. Für Kälin ist nach wie vor klar: «Das Gebiet Stocken-Waggital wäre verkehrs- und geländetechnisch besser geeignet gewesen als die Beichlen.»

70 Hektaren Land

Für einen 18-Loch-Golfplatz seien heutzutage mindestens 70 Hektaren Land nötig. Jeweils ein Drittel für die Bahnen, für das Rough – das hohe Gras rund um die eigentlichen Bahnen – und für extensive Landwirtschaft. Im Stocken-Waggital hätte Kälin dafür mit 12 Landbesitzern verhandeln müssen. In der Beichlen sei eine gleich grosse Fläche im Besitz von rund 20 Eigentümern. Es gelte, sich mit möglichst allen Eigentümern zu einigen, da ein Golfplatzbetreiber auf eine zusammenhängende Fläche angewiesen sei.

Bei einem Platzbedarf von 70 Hektaren sei das Ganze auch eine Frage des Preises. «Maximal 50 Rappen Baurechtszins pro Quadratmeter sind tragbar», sagt Kälin. Bei 70 Hektaren wären das jährlich 350'000 Franken. Mehr lasse sich mit einem solchen Platz nicht herauswirtschaften.

Erst recht nicht, wenn es sich um einen öffentlichen Platz handle, wie ihn die Migros plane. Die Bauern würden allerdings einen Franken pro Quadratmeter fordern, weiss Kälin. Und so ist er sich sicher: «In den nächsten 10 Jahren wird es in der Beichlen bestimmt keinen Golfplatz geben.»

Nicht optimaler Standort

Überhaupt versteht der Einsiedler nicht, weshalb die Migros derart an dem Projekt interessiert sei. Schon die Driving-Range befinde sich nicht an einem optimalen Standort, weil sie sich wegen des benachbarten Schiessstandes nicht das ganze Jahr über nutzen lasse.

Das Argument der Wädenswiler Stadtregierung, wonach man so in der Beichlen die sportlichen Aktivitäten konzentrieren könne, hält Kälin für falsch. «Eine 70?Hektaren grosse Golfanlage lässt sich nicht in das bestehende Sportangebot mit Fussballplätzen und anderem mehr integrieren», sagt Kälin.

Die Vision des Ex-Langläufers

Er bedauere, dass der Stadtrat nicht das Gespräch mit ihm gesucht habe, um den bestmöglichen Ort für eine Golfanlage in Wädenswil zu finden.

Kälin, so scheint es, hat momentan die Nase voll von Golfplatzprojekten. Oder zumindest beinahe: «Meine Vision wäre eine 18- oder 27-Loch-Anlage auf dem ehemaligen Militärflugplatz Dübendorf.» So liesse sich aus Kälins Sicht viel Grünfläche erhalten.

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Erstellt: 02.09.2010, 21:53 Uhr

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