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Mit Tirggel auf Stimmenfang

SVP-Regierungsratskandidat Ernst Stocker aus Wädenswil steht von frühmorgens bis spätabends im Wahlkampf.

SVP-Kantonsräte auf Wahlkampftour: Trachsel, Arnold, Stocker, Suter (v.l.).

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Es regnet, und es ist finster an diesem Montagmorgen. Einer, der trotzdem zuversichtlich in die neue Woche startet, ist der SVP-Regierungsratskandidat Ernst Stocker aus Wädenswil. Es ist 6.30 Uhr, und Stocker steht in Horgen bei der Anlegestelle der Fähre. In der einen Hand hält er den Regenschirm, in der anderen einen Plastiksack, gefüllt mit Tirggeln, denen ein Bild von ihm beiliegt. Er verteilt sie an Autofahrer und Passanten.

Seit bald zwei Monaten gehören solche Aktionen zu Stockers Alltag. «Es ist intensiv», sagt er in seiner ruhigen, fast stoischen Art. «Ich komme um 23.30 Uhr nach Hause und fahre um 5.30 Uhr wieder weg.» Müde oder abgekämpft sieht er aber nicht aus. Und er gewinnt auch dieser Aktion an diesem Regenmorgen etwas Positives ab: «Es ist doch super. Alle SVP-Kantonsräte des Bezirks helfen mit.» Und so ist es: Jürg Trachsel, Richterswil, Martin Arnold, Oberrieden, und Arnold Suter, Kilchberg, sind ebenfalls mit Tirggel unterwegs. «Ehrensache», sagt Wahlhelfer Suter.

«Verteilaktion macht Spass»

Die Wädenswiler SVP-Frau Karin Pfister und der Richterswiler SVP-Präsident Reto Schärer verteilen Tirggel in Meilen. «Die Verteilaktion macht Spass», sagt Karin Pfister später. Schliesslich hätten 99 Prozent aller Autofahrer das Fenster geöffnet und einen Tirggel entgegengenommen. Selten weist jemand das Präsent ab, etwa jene Hochdeutsch sprechende Frau, die sagt, sie möge Tirggel halt nicht.

Mit den Autofahrern komme man nicht gross ins Gespräch, sagt Stocker. Schliesslich fahren sie auf die Fähre. An den Standaktionen hingegen ergäben sich interessante Gespräche. «Die Leute sagen mir, was ihnen auf dem Herzen liegt.» Die Anliegen seien von Region zu Region unterschiedlich. Im Zürcher Oberland beispielsweise beschäftigt die Leute die Autobahn. Überall ein grosses Thema seien der Flughafen und die Fluglärmbelastung, die nicht ins Unendliche wachsen dürfe.

Bekannt geworden

Stocker hatte von Anfang an zwei Nachteile gegenüber seinem SP-Herausforderer Daniel Jositsch. Nationalrat Jositsch ist in der Zürcher Bevölkerung bekannter als der Wädenswiler Stadtpräsident Stocker, und Jositsch ist redegewandter. Im ersten Punkt glaubt Stocker, Boden gutgemacht zu haben. Man kenne ihn, sagt er. Er werde auf der Strasse angesprochen. Den zweiten Punkt akzeptiert Stocker: «Jositsch ist versiert.»

Eine von Stockers Stärken ist sein Fleiss: Täglich verteilt er Tirggel, besucht Veranstaltungen oder tritt an Messen, Ausstellungen und Podien auf. Während auf Jositschs Terminkalender im Internet nur vereinzelte Standaktionen aufgeführt sind, ist jener von Stocker voll. Heute und übermorgen beispielsweise verteilt Stocker ab 6.30 Uhr Tirggel beim Bahnhof Winterthur, morgen ab 17.30 Uhr in Richterswil, wo er auch noch eine Veranstaltung besucht. Standaktionen führt er in den nächsten Tagen in Mönchaltorf und Männedorf durch. Dazwischen besucht er geschlossene Veranstaltungen, beispielsweise im Kiwanis-Klub.

Inzwischen hat es praktisch aufgehört zu regnen, und es wird hell. Es wird Zeit für Stocker, den nächsten Termin wahrzunehmen. Er will pünktlich um 8.15 Uhr im Kantonsrat sein, um keine Abstimmung zu verpassen.

Mehr Nachrichten und Hintergründe vom linken Seeufer gibt es täglich auf den Regionalseiten im zweiten Bund des Tages-Anzeigers. Schreiben Sie direkt an horgen@tages-anzeiger.ch

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.11.2009, 04:00 Uhr

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