Neuer Turm wird 10 Meter höher
Der Wetterradar
Meteo Schweiz betreibt ein Netzwerk von derzeit drei Radarstationen, das Niederschlag und Gewitter über der Schweiz flächendeckend überwacht. Die Radare senden Signale in die Atmosphäre aus. Trifft das Signal auf Regen, Schnee oder Hagel, wird ein Teil des Signals in Richtung des Radars reflektiert. Aus der Intensität des reflektierten Signals lassen sich Informationen über die Art und Heftigkeit des Niederschlags ableiten.
Die bestehenden Radaranlagen sind bereits über 15 Jahre im ununterbrochenen Einsatz. Verschiedene Komponenten erreichen das Ende ihrer Lebenszeit. Im Projekt «Rad4Alp» modernisiert Meteo Schweiz deshalb die bestehenden Radarstationen Albis, La Dôle und Monte Lema. Zudem wird das Netzwerk ab 2012 um zwei weitere Radarstationen im Wallis und in Graubünden erweitert. (pkl)
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Der Albis beherbergt eine von drei Radarstationen des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie (Meteo Schweiz). Doch im letzten Sommer fiel das System aus: Der Radar lieferte keine Signale mehr in die Zentrale. «No Albis» hiess es auf sämtlichen Niederschlagskarten im Internet. Über eine Woche dauerte die Panne. Dann wurde das teure Ersatzteil aus dem Ausland angeliefert und der Radar repariert.
Das zuverlässige Funktionieren des Wetterradars ist äusserst wichtig, stellen die Daten doch die Grundlage für Gewitterwarnungen oder Hochwasserberechnungen dar. Martin Dippon von Meteo Schweiz sagt: «Dass der Radar ausfällt, darf nicht passieren.» Seit mehreren Jahren plant Meteo Schweiz deshalb in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) einen Neubau der Radarstation und die Installation eines neuen Wetterradars.
Neuer Turm massiv höher
Die Pläne sind kürzlich in Langnau aufgelegen. Sie zeigen, dass der alte Turm abgebrochen wird. Er stammt aus den 1960er-Jahren. Die neuen Geräte sind schwerer, der Turm aber altersschwach. «Ein Neubau kommt auf jeden Fall günstiger als eine weitere Verstärkung», sagt Jonas Spirig von der Medienstelle des BBL.
Der neue Turm kommt wenige Meter neben dem alten zu stehen – aber immer noch auf dem alten Stationsgebäude. Der neue Turm wird allerdings höher sein: 47,5 Meter statt wie bisher 37 Meter. Dippon sagt: «Die Radarsignale müssen über den Baumspitzen ausgesendet werden können, sonst beeinflusst das die Bilder. Weil der Wald in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist, muss nun auch der Turm höher sein. Schliesslich soll er weitere 40 Jahre halten.»
Bauen im Frühling
Das 800'000 Franken teure Bauprojekt ist unumstritten. Niemand habe den baurechtlichen Entscheid verlangt, sagt der Langnauer Bausekretär Ueli Amstutz. Der Baurechtsentscheid werde im März oder April gefällt, sei aber abhängig vom Entscheid der kantonalen Baudirektion. Der Grund: Der Standort des Bauvorhabens liegt ausserhalb einer Bauzone, innerhalb der Waldabstandslinien sowie im Natur- und Landschaftsschutzgebiet von überkommunaler Bedeutung. Solche Bauvorhaben müssen auch vom Kanton beurteilt werden.
Läuft alles rund, wollen die Verantwortlichen im Herbst das Fundament legen und im April 2012 den Turm bauen. Das wird spektakulär. Weil der Bauplatz nicht über eine normale Strasse zugänglich ist, wird der Rüstplatz in einiger Entfernung installiert. «Wir müssen dann alles per Helikopter rüberfliegen», sagt Dippon. Ausserdem müsse der bestehende Radar während der Bauphase abgeschaltet werden: «Der höhere Turm würde den Radarbetrieb zu stark stören. Deshalb müssen wir den alten Radar abschalten, sobald der neue Turm bis zur gleichen Höhe gebaut ist.» Dippon rechnet mit einem Radarausfall von einigen Wochen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.02.2011, 22:03 Uhr
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