Zürich

Privatschulen finden genügend Lehrer

Von Lorenz Pfrunder. Aktualisiert am 01.07.2010

Die öffentlichen Schulen leiden unter Lehrermangel. Dagegen haben die Privatschulen im Bezirk genug Personal, weil sie attraktive Arbeitsbedinungen bieten.

Genügend Lehrkräfte an Privatschulen: Die Arbeitsbedingungen machen den Unterschied.

Genügend Lehrkräfte an Privatschulen: Die Arbeitsbedingungen machen den Unterschied.
Bild: Keystone

Während die öffentlichen Schulen im Bezirk Horgen noch 14 Lehrpersonen suchen, haben die privaten Schulen bereits genügend Personal gefunden, um ihre offenen Stellen zu besetzen. «Für Lehrpersonen, die gerne im Team arbeiten, sind wir ein attraktiver Arbeitgeber», sagt Christa Neukom, kaufmännische Leiterin der TAZ Horgen. Deshalb wohl habe die Schule alle Stellen besetzen können.

Lästige Büroarbeit

Die Tagesschule unterrichtet auf Englisch und Deutsch. «Es sind eher unkonventionelle Leute, die bei uns arbeiten», sagt Neukom. Die Klassen sind mit 12 bis 16 Schülern klein, und die Lehrer müssen sich wenig um administrative Dinge kümmern, denn Neukom nimmt ihnen viel organisatorische Arbeit ab. Genau unter dieser Büroarbeit leiden viele Lehrer an öffentlichen Schulen. «Der Lehrermangel betrifft uns aber auch», sagt Neukom. «Weil wir nach dem kantonalen Lehrplan unterrichten, suchen wir nach den gleichen Leute wie die öffentlichen Schulen.»

Auch Ellen Grüninger, Leiterin und Besitzerin der «Grüninger Schule» in Thalwil hat genügend Lehrkräfte. Sie musste dieses Jahr auch keine suchen. «Die Lehrer bleiben lange bei mir», sagt sie. Jemand ist seit 19 Jahren dabei, andere seit 12 oder 10 Jahren. Als grossen Vorteil im Kampf um gutes Personal führt Grüninger an, dass sie die gleichen Löhne bezahlt wie die öffentliche Schulen, ihren Angestellen aber die Möglichkeit lässt, die pädagogischen Methoden selber zu wählen. «Das gibt den Lehrern viel Gestaltungsfreiheit. Das zieht.»

Ideal für Lehrer unter Druck

Daniel Hunziker, Leiter der Impuls Schule, die kürzlich nach Wädenswil gezogen ist, hatte dagegen Mühe, die offene Stelle zu besetzen. Er hatte nur zwei geeignete Bewerber. Schliesslich hat er sich für eine Deutsche mit einem neuseeländischen Lehrerpatent entschieden. Seine Schule unterrichtet nach dem pädagogischen Ansatz der demokratischen Schule, wobei die Schüler viel mitbestimmen können. Die Lehrer müssen bereit sein, über ihre Rolle als Lehrer hinauszugehen und sich selber einzubringen. «Das Konzept ist ideal für Lehrer, die unter dem Druck in der öffentlichen Schule leiden und sich nach mehr Dialog mit den Schülern sehnen», sagt er. Allerdings sei die Idee der demokratischen Schule noch wenig bekannt. Dies – und die weniger hohen Löhne als an den öffentlichen Schulen – seien die Hauptgründe, warum er nicht mehr Bewerbungen erhalten hat.

Auch die Rudolf-Steiner-Schule Sihlau bezahlt tiefere Löhne als die öffentliche Schule. «Deshalb war es für uns schon immer schwierig, Lehrer zu finden», sagt Schulleiterin Monika Linsi. Hinzu kommt, dass die Lehrer der Steiner-Schule eine zusätzliche Ausbildung brauchen, weil die Schule nach einem speziellen pädagogischen Konzept unterrichtet. Trotzdem fand auch die Steiner-Schule genügen Personal.

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Erstellt: 30.06.2010, 21:13 Uhr

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