Schliessung der Geburtenklinik im Sanitas wird immer heftiger kritisiert
Von Lukas Nussbaumer. Aktualisiert am 14.01.2010 1 Kommentar
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Der Widerstand gegen die geplante Schliessung der Geburtenabteilung im Kilchberger Spital Sanitas und die damit verbundene Konzentration der Geburten auf das Spital Zimmerberg in Horgen wird immer heftiger. Gestern Abend hat der Gemeinderat von Kilchberg seine Kritik, die er bereits bei der Ankündigung der Schliessung der Geburtenabteilung Mitte Dezember angebracht hatte, noch einmal verdeutlicht. «Wir fühlen uns vom strategischen Steuerungsausschuss verschaukelt», sagt Gemeindepräsident Hans-Ulrich Forrer (FDP) auf Anfrage. Der Gemeinderat werde die Fusion, verbunden mit der Schliessung der Geburtenabteilung im Sanitas, nicht unterstützen.
Ob die Fusion überhaupt zustande kommt, ist für Forrer «offen». Nötig ist die Zustimmung von acht der zwölf Gemeinden im Bezirk. In Adliswil entscheidet der Stadtrat, in Wädenswil das Parlament, in den übrigen Gemeinden die Gemeindeversammlungen. Auf heftige Kritik stösst die Aufgabe der Geburtenabteilung auch bei den Ärzten und Krankenschwestern des Spitals Sanitas.
Geburten sichern das Überleben
Laut dem Communiqué des Gemeinderats fallen mit der Schliessung der Geburtenabteilung in Kilchberg rund 30 Stellen weg, und die Belegärzte würden sich nicht nach Horgen, sondern nach Zürich ausrichten. Die im Sanitas jährlich etwa 650 Geburten gingen dem Bezirk verloren, dazu das Wachstumspotenzial aus dem Bezirk Affoltern, das sich dank der besseren Verkehrsverbindung durch den Uetlibergtunnel abzeichne. «Verliert das Sanitas die Geburtenabteilung, befürchte ich in einigen Jahren die vollständige Schliessung des Spitals», sagt Forrer. Könne im Sanitas dagegen weiterhin geboren werden, seien die Chancen für ein längerfristiges Bestehen eher gegeben. Für Forrer ist deshalb klar: «Die Geburtenabteilung soll im Sanitas konzentriert werden. Sie macht den guten Ruf unseres Spitals aus.»
In seiner Medienmitteilung hält der Gemeinderat auch fest, dass die vorgesehene Aufteilung der Geburtshilfe in Horgen und der Frauenheilkunde in Kilchberg keinen Sinn mache. Ein Gesundheitszentrum für Frau und Kind im Sanitas sei sowohl fachlich als auch für die Bevölkerung die bessere Lösung; die Schliessung der Geburtshilfe im Sanitas sei «eine falsche Massnahme».
Wie sehr der Fortbestand des Spitals Sanitas dem Gemeinderat am Herzen liegt, zeigt die Randnotiz, die das Communiqué abschliesst: Im Spital Zimmerberg würden im Gegensatz zum Spital Sanitas fast keine Ausbildungsplätze angeboten. Im Sanitas, zitiert der Gemeinderat die Gesundheitsdirektion, betrage der Anteil Lernender am Personal rund 7 Prozent, im Zimmerberg bloss etwa 1 Prozent.
Für heute ist ein Communiqué aus Horgen angekündigt, unterzeichnet von Spitaldirektor Markus Gautschi und Walter Bosshard (FDP), Präsident des Spitalrats und Gemeindepräsident.
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Erstellt: 14.01.2010, 04:00 Uhr
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