Sie hat Mobility ins Dorf geholt
Von Ev Manz. Aktualisiert am 06.04.2009 1 Kommentar
Susanne Buess übt am Bahnhof Samstagern vorgängig den Umgang mit dem neuen Mobility-Fahrzeug. (Bild: Patrick Gutenberg)
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Begrüssungsapéro anlässlich des neuen Mobility-Fahrzeugs, Do, 16. April, 18 bis 19 Uhr, Bahnhof SOB Samstagern.
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Autos sind eigentlich nicht die Leidenschaft von Susanne Buess. Und trotzdem hat die Samstagererin dreieinhalb Jahre für ein Fahrzeug gekämpft. Eines, das nicht ihr gehört und von anderen mitbenutzt wird. Eines, das in ihrer Nähe steht. Am 16. April wird das erste Mobility-Fahrzeug in Samstagern eingeweiht. «Endlich», sagt Buess. Manchmal habe sie daran gedacht, die Idee zu verwerfen.
Suche nach potenziellen Mitgliedern
Die Vorteile eines Autos schätzen gelernt hat die 42-jährige Mutter von drei Kindern an ihrem früheren Wohnort Dietikon. Für grosse Einkäufe hatte sie da öfter einmal ein Fahrzeug aus der Mobility-Flotte gemietet. Der Standort lag an der gleichen Strasse wie ihr Wohnhaus.
Als sie im Sommer 2005 mit ihrer Familie nach Samstagern zog, konnte sie nicht glauben, dass es in der Gemeinde keinen Mobility-Standort gab. «Ich dachte, hier wären die Voraussetzungen doch eigentlich gegeben», sagt Buess. Anschluss an den öffentlichen Verkehr, einzelne Dorfteile, die ohne Fahrzeug schwierig zu erreichen sind und genügend hohe Einwohnerzahl.
Buess wurde bei Mobility vorstellig, per Mail, immer wieder. «Schliesslich bin ich bei den zuständigen Leuten gelandet», sagt sie, «und die haben mich dann ernst genommen.» Sie müsse 20 Interessierte finden, die bei einem Standort in Samstagern der Genossenschaft beitreten würden. Zu ihrer Überraschung gab es zu diesem Zeitpunkt in Samstagern bereits rund 20 Mitglieder. Doch diese galten bei Mobility als nicht aktiv. «Wie auch, wenn es kein Auto in Samstagern hat», sagt Buess. Doch sie wusste nun, dass sie mit ihrem Bedürfnis in Samstagern nicht alleine war.
Also machte sie sich auf die Suche nach Neumitgliedern, platzierte bei der SOB-Station Samstagern ein Inserat, Interessierte könnten sich bei ihr melden. Sie bekam Unterstützung und konnte im letzten Herbst Mobility die Daten von über 20 potenziellen Neumitgliedern weitergeben.
Berggemeinden nicht im Fokus
Dass Private Anregungen geben für einen neuen Mobility-Standort, komme vor, sei aber nicht die Regel, sagt Janine Margiotta, Medienbeauftragte bei Mobility. «Wir betreiben ein professionelles Standortmanagement, und für einen neuen Standort müssen verschiedene Faktoren gegeben sein», sagt sie. Neben dem nachgewiesenen Bedürfnis muss vor allem die Erschliessung des Standortes mit öffentlichen Verkehrsmitteln gewährleistet sein. Neue Siedlungen oder bestehende Grossfirmen in der Umgebung können Argumente für einen Standort sein. Sobald diese Voraussetzungen aber gegeben seien und Kunden aktiv mithälfen, andere Kunden anzuwerben, könne dies, wie in Samstagern, einen positiven Einfluss haben, räumt Margiotta ein.
Im Bezirk Horgen ist Mobility an 22 Standorten mit rund 40 Fahrzeugen präsent. Die Entwicklung sei gut, der Standort sei gut ausgelastet, sagt Margiotta. In allen Berggemeinden sucht man jedoch vergeblich nach roten Fahrzeugen. Das wird sich auch in naher Zukunft nicht ändern, denn sie sind für Mobility zu klein und widersprechen ihrer Strategie. «Unser langfristiges Ziel ist eine Präsenz in Gemeinden ab 5000 Einwohnern», sagt Margiotta.
Etwas bewegen können
Seit Mitte März weiss Susanne Buess nun, dass definitiv ein Mobility-Auto nach Samstagern kommt. «Ich freue mich riesig, dass es nun doch noch geklappt und meine Initiative etwas bewegt hat», sagt Buess. Wer die Kindergärtnerin kennt, den erstaunt das nicht. Sie bestätigt: «Ich bin jemand, der gerne etwas anreisst.» In Samstagern bietet sie seit Kurzem beispielsweise Erziehungskurse an. Brauchen wird sie das neue Auto vor allem für Einkäufe. «Oder wenn wir an ein Fest gehen und nicht mehr mit der SOB nach Hause kommen.»
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Erstellt: 06.04.2009, 19:50 Uhr
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1 Kommentar
Was fuer ein guter Mensch doch die Susanne ist! Am besten sollten die Mobility-Standorte von den Steuerzahlern subventioniert werden, damit auch die Gerechtigkeit gewaehrleistet wird. Die Bauern in den Berg-Gegenden erhalten schliesslich auch Berg-Zulagen, also sollten auch die Leute, die dort wohnen, profitieren koennen. Vielleicht koenne wir dafuer eine Zustatzsteuer fuer Kinderlose einfuhren? Antworten



































