Zürich
Die Sikorsky S-38 musste kurz vor der Wasserung durchstarten
Aktualisiert am 06.09.2010 5 Kommentare
Beim zweiten Versuch gelingt das Manöver.
Die Sikorsky S-38 nach der Landung.
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Seit die allermeisten Flugzeuge auf Rädern landen, sind Wasserungen selten geworden. Heute allerdings diente der Zürichsee bei Oberrieden wieder einmal als Piste. Um 14 Uhr ist vor dem Schiffsteg eine Sikorsky S-38 gewassert. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel.
Die Aktion ging aber nicht reibungslos über die Bühne. Beim ersten Versuch musste die Maschine durchstarten. Sie flog dann Richtung Rapperswil um zu drehen. Der zweite Versuch, sicher auf dem Zürichsee aufzusetzen, gelang dem Piloten dann aber. Der Pilot sagte später gegenüber TeleZüri, es habe auf dem See so viele Boote gehabt, dass er kein Risiko eingehen wollte.
Zwei flugfähige Nachbauten
So alt, wie es aussieht, ist das Wasserflugzeug jedoch nicht. Von dem im Jahr 1928 entwickelten Typ ist heute kein einziges der rund hundert gebauten Exemplare mehr erhalten – heute existieren nur noch zwei flugfähige Nachbauten.
Eine der beiden gehört dem vermögenden Amerikaner Tom Schrade. Für die deutsche Hilfsorganisation Wings of Help fliegt Schrade seine S-38 durch Europa. Vor zwei Wochen startete das zweimotorige Wasserflugzeug in Minnesota und überquerte den Atlantik mit Zwischenlandungen in Labrador, Grönland, Island, den Färöern und Schottland. Nach Stationen wie London, Brüssel oder Berlin kommt die S-38 nun in die Schweiz. Am Samstag landet sie vor dem Verkehrshaus Luzern auf dem Vierwaldstättersee, einen Tag später ist sie auf dem Flugplatz Dübendorf zu sehen. Jede Flugmeile soll Spenden einbringen.
Das Kloten der Wasserfliegerei
Mit Oberrieden haben die Organisatoren einen besonders traditionsreichen Ort für die letzte Landung ausgewählt. Der Delsberger Alfred Comte führte von hier aus zwischen 1921 und 1935 eine Fluggesellschaft. Neben der heute noch existierenden Yachtwerft Faul baute er rund 50 Flugzeuge, darunter die AC-3, einen für Bolivien bestimmten Bomber – bis heute das grösste je in der Schweiz gebaute Flugzeug.
Schrade und sein Co-Pilot Bruno Gantenbrink werden rund eine Stunde vor dem Steg der Seepolizei ankern. Um 15 Uhr fliegt die S-38, die wegen ihrer auffälligen Bemalung auch Fliegendes Zebra genannt wird, weiter nach Frankfurt. Zu neuer Popularität kam das Sikorsky-Flugzeug durch «The Aviator», die Filmbiografie des kauzigen Aviatik-Milliardärs Howard Hughes. Die S-38 wurde nicht von Leonardo DiCaprio, sondern von Schrade höchstselbst über die Leinwand gesteuert. (bru/cal)
Erstellt: 05.09.2010, 14:54 Uhr
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5 Kommentare
Lieber Herr Leutenegger! Wahrscheinlich sind Sie der einzige Hasser, was die Landung des Wasserflugzeuges betrifft. Es war kein Luxus-Furzflug. Wenn Sie den Bericht genau gelesen hätten, müssten Sie festgestellt haben, dass hinter diesen Flügen eine Spendenaktion steht! Bitte nicht so engstirnig denken. Ausserdem kann ich Ihnen garantieren, dass sich tausend Zuschauer gefreut haben! Antworten
Ein typischer Zürcher Kommentar. Auf dem See ist es nirgends ruhig, man ist mitten im urbanen Gewühl, hört immer die S-Bahn oder die Autobahn. Vom Ufer aus ist schon ein Rasenmäher deutlich lauter als die auf dem See landende Sikorsky. Und das geschieht so alle zehn Jahre einmal... Antworten
es ist unverantwortlich auf einem belebten Gewässer mit Wasserflugzeugen zu starten und zu landen. In Luzern wurde inmitten von den verschiedensten Booten operiert. Eine Frage der Zeit bis es zu Unfällen kommt. Todesopfer sind dann so gut wie sicher. Hauptsache ein medienwirksamer Auftritt. Antworten
Dem Strassenverkehr kann ich auf Radtouren und Wanderungen noch mühsam ausweichen, mit Umwegen. 40% des Strassenverkehrs ist gewerblich, also zu tolerieren. Luxus-Flugfürze sind inakzeptabel, da sie jede noch ruhige Ecke unseres Mikro-Ländchens mit Lärm besudeln. Du kannst dem Lärm nicht mehr ausweichen !! So entsteht Hass. Antworten



Klaus halter
...warum diese einrichtung nicht für pendler zwischen zürich und rapperswil institutionalisieren?... keine lästigen baustellen auf dem wasser...weniger verkehr auf den strassen...weniger stress für die pendler...eine ökologisch besser vertretbare variante, als ein wasserflugzeug-pendelverkehr im 5-minuten-takt gibts doch gar nicht...unfälle sind praktisch ausschliessbar...also los, liebe politiker Antworten