Zürich

Züge sollen weiterhin in Sihlbrugg halten

Von Arthur Schäppi . Aktualisiert am 28.04.2011 10 Kommentare

Der Widerstand gegen die Schliessung der Bahnstation Sihlbrugg wächst: Nun wehren sich neben Pro Sihltal auch die Gemeinde und der Wildnispark.

Hier sollen auch weiterhin Züge halten: Bahnhof Sihlbrugg.

Hier sollen auch weiterhin Züge halten: Bahnhof Sihlbrugg.
Bild: Silvia Luckner

Artikel zum Thema

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die rund 2200 Unterschriften, die die Vereinigung Pro Sihltal letztes Jahr für ihre Petition sammelte, lassen SBB und ZVV bislang offensichtlich unbeeindruckt: Sie wollen weiterhin an der ersatzlosen Streichung der Bahnstation Sihlbrugg per Dezember 2012 festhalten. Die dichtere Zugsabfolge auf der Strecke zwischen Thalwil und Zug liesse keine Zeit für Zugshalte an der Station Sihlbrugg mehr zu, begründen die Unternehmen. Diese Neuerung läuft unter dem technischen Titel «vierte Teilergänzung der Zürcher S-Bahn».

Wildpark und Einwohner

Doch mittlerweile hat die Opposition massiv an Gewicht gewonnen. Neben Pro Sihltal kämpfen jetzt auch die Gemeinde Horgen, der Wildnispark Zürich sowie die Standortförderung Zimmerberg-Sihltal für die Zugshalte in Sihlbrugg. Als Alternative würden sie auch befürworten, Sihlbrugg anders an den öffentlichen Verkehr anzubinden. Sie wehren sich auf zwei Ebenen: Einerseits mit Einsprachen gegen die erwähnte vierte Teilergänzung der S-Bahn Zürich; sie war vor wenigen Monaten vom Bundesamt für Verkehr öffentlich aufgelegt worden und sieht den Abbruch von Sihlbrugg Station vor. Und andererseits mit entsprechenden Stellungnahmen zum Fahrplan 2012/13, der vom ZVV vom 14. bis 25. März öffentlich aufgelegt worden ist. Danach würde die Station Sihlbrugg ab Dezember 2012 nicht mehr bedient.

In beiden noch hängigen Verfahren verlange die Gemeinde, den Bahnhof im Ortsteil Sihlbrugg langfristig zu erhalten, sagt Horgens Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli. Der Gemeinderat habe in seinen Stellungnahmen deutlich gemacht, dass er das Bedürfnis des Wildnisparks und der Einwohner im Weiler Sihlbrugg nach einer angemessenen Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr für absolut berechtigt halte. Die Gemeinde Horgen wäre laut Oberhänsli in zweiter Priorität höchstens bereit, eine befristete Stilllegung des Bahnhofs Sihlbrugg zu akzeptieren. Während dieser Zeit müsste Sihlbrugg aber anders mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden.

Bund verlangt mehr ÖV

Aktiv geworden ist auch der Wildnispark – mit einer Einsprache gegen die vierte Teilergänzung der S-Bahn sowie einem Fahrplanbegehren zugunsten der Zugshalte in Sihlbrugg. Der Geschäftsführer des Parks, Christian Stauffer, kritisiert, der südliche Teil des Wildnisparks würde mit einer ersatzlosen Aufgabe der Station Sihlbrugg vom öffentlichen Verkehr abgehängt. Dabei sei der Wildnispark mit dem Label Naturerlebnispark vom Bund ausdrücklich dazu verpflichtet worden, die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr zu verbessern, sagt er. Auch die Leistungsvereinbarung mit Stadt und Kanton Zürich, den Bezirksgemeinden sowie die Umweltschutzorganisation Pro Natura als Träger des Wildnisparks sehe eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr vor.

Standortförderung kritisiert

Mit einer Einsprache hat sich auch die Standortförderung Zimmerberg-Sihltal eingeschaltet. Geschäftsführer Beat Ritschard sagt: «Es kann doch nicht sein, dass der Bund dem Wildnispark ein nationales Label verleiht und die Bahnunternehmen SBB und ZVV anschliessend Sihlbrugg nicht mehr bedienen. Wir beharren nicht unbedingt auf den Zugshalten, verlangen aber, dass Sihlbrugg Station und damit der südliche Teil des Parks weiterhin mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar bleibt.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.04.2011, 20:51 Uhr

10

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

10 Kommentare

Tom Müller

28.04.2011, 08:06 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Die Sihltalbahn könnte doch einfach wieder einmal pro Stunde bis Sihlbrugg fahren! Die Strecke Thalwil-Zug wäre dadurch nicht tangiert wenn man für die SZU ein eigenes Perron baut. Was ist eigentlich mit dem dringenden Zimmerberg Basistunnel? Ach ja, das Geld dafür wurde ja am Gotthard verpulfert... Antworten


Brotschi Manuela

28.04.2011, 11:01 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Ich als Anwohnerin kann nur sagen, schön das der Wiederstand endlich wächst! Wir Anwohner haben selbst, alles mögliche versucht. Haben sogar Bundesrätin Doris Leuthard angeschrieben, Zeitungen und Fernsehen. Sowie alle möglichen Politiker, die meisten haben nicht mal geantwortet. Ausser Doris Leuthard, die sich nicht zuständige empfindet. Und das SFR, das demnächst einen Bericht bringt... Antworten



Zürich

Lokalverzeichnis

Werbung

Telefonbuch

Marktplatz

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?




Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.