Zürich
Angele: «Mich nicht zu wählen, wäre unschweizerisch»
Interview: Claudia Imfeld. Aktualisiert am 08.04.2010 32 Kommentare
«Ich werde an militärische Anlässe gehen - und sogar einen ‹Tschopen› anziehen»: SP-Politiker Patrick Angele. (Bild: Keystone)
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Herr Angele, wenn Sie als Gemeinderatspräsident von Dübendorf in die Kaserne zu Beförderungen von Soldaten eingeladen wären, würde da der GSoA-Sekretär bei Ihnen durchbrechen?
Nein, natürlich nicht. Ich kann sehr wohl unterscheiden zwischen meiner Arbeit, meiner politischen Überzeugung und dem Amt als Gemeinderatspräsident. Als solcher vertrete ich den gesamten Rat - von ganz links bis ganz rechts.
Konkret, was tun Sie, wenn Sie an die Brevetierung in die Kaserne eingeladen werden?
Ich habe den Gemeinderat schriftlich informiert, dass ich mich an die Vereinbarung halte, alle Einladungen zuerst dem Büro vorzulegen. Dann kann im Gremium entschieden werden, an welchen Anlässen ich teilnehme.
Wenn das Büro des Gemeinderats Sie an den Anlass des Militärs in die Kaserne schickt, was dann?
Dann gehe ich hin - und ziehe sogar einen «Tschopen» an. Ich würde auch zur Feier des Jodlerclubs gehen, selbst wenn das nicht meinem Musikgeschmack entspricht. Wenn ein SVPler als Ratspräsident zur Eröffnung eines Sozialzentrums eingeladen ist, wird er schliesslich auch hingehen, selbst wenn das nicht in sein politisches Konzept passt. Ich sehe gerade in jenen Anlässen, die mir persönlich weniger entsprechen, einen spannenden Teil meiner Arbeit.
Inwiefern?
Nehmen wir an, ich werde vom Gewerbeverein eingeladen. Das würde mich persönlich sicher weniger ansprechen, aber so komme ich mit den Leuten ins Gespräch, kann diskutieren. Ich war als zweiter Vize des Gemeinderats einmal an der Gewerbemesse. Das war auch nicht mein Milieu, aber es war spannend zu beobachten, wie die Verstrickung von Wirtschaft und Politik an einem Stand bei einem Glas Wein funktioniert.
Die Bürgerlichen befürchten, dass Sie in solchen Diskussionen Ihre politischen Meinungen platzieren und der Stadt Dübendorf als Flugplatzstandort schaden.
Ich habe als ein vom Volk gewählter Politiker meine Ansichten. Diese werde ich auch in meinem Präsidialjahr nicht ablegen. Als Präsident werde ich mich allerdings zurückhalten müssen, das ist das Wesen des Präsidiums.
Melden Sie sich - als Zeichen vor der Wahl am 10. Mai - für den Gentlemen Grand Prix an, an dem vor allem Gewerbler und bürgerliche Politiker aus dem Glattal jedes Jahr für einen guten Zweck um den Greifensee radeln?
Ich bin am Grand Prix schon mitgefahren. Aber jeden Klamauk mache ich nicht mit, um Gemeinderatspräsident zu werden. Wenn die bürgerlichen Politiker mich nicht wählen, dann ist das eine Abkehr von der Konkordanz, die in Dübendorf seit 35 Jahren funktioniert. Es ist vorgegeben, welche Partei wann ein Anrecht auf das Amt des Gemeindepräsidenten hat. Meine Nicht-Wahl wäre eine Systemänderung – und damit völlig unschweizerisch.
Auf welche Arbeit freuen Sie sich am meisten, falls Sie zum Gemeinderatspräsidenten gewählt werden?
Ich freue mich auf den Kontakt mit Jugendlichen. Ich bin 23 und sicher, dass ich die Dübendorfer Jugendlichen für Politik begeistern kann.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.04.2010, 13:27 Uhr
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32 Kommentare
Ein peinliches Spiel, dass die bürgerlichen da betreiben. Angele steht der Sitz absolut rechtmässig zu und für mich als sogenannter Mitte-Wähler gibt es keinen Grund ihm diesen zu verweigern. Ob man mit seiner Politik nun einverstanden ist oder nicht... Er tut es mit Herzblut und sehr kompetent! Antworten
Zum Glück haben wir mit mit SVP und FDP die Hüter über Gesetz und Ordnung, sonst würde alles aus dem Ruder laufen. Beispiele gefällig ? : Bankenkrise ,Import von Billigarbeitern , Wohnungsnot wegen Billigarbeitern, Jugendarbeitslosigkeit wegen Billigarbeitern , Managerlöhne , Aushöhlung des Mittelstandes, Aushöhlung des Staates wg. Finanzhilfe Diese Liste könnte man noch beliebig erweitern Antworten
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