Überbauung Schwerzenbach: Anwohner wehren sich
Von Thomas Bacher. Aktualisiert am 10.03.2010
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Die Anwohner entlang der Sonnenbergstrasse sind nicht damit einverstanden, dass die nahe Grossüberbauung Im Vieri über ihre Strasse erschlossen wird. Gegen 50 Einsprachen mit vergleichbarem Wortlaut sind laut Gemeindeschreiber Karl Rütsche während der Planauflage des Projekts eingegangen. Auch Markus Helbling* hat sich mit einem Schreiben bei der Gemeinde gemeldet. Wie seine Mitstreiter fordert er ein partielles Einbahnsystem, bei dem die Zufahrt zwar wie geplant über die Sonnenberg-/Vieristrasse verläuft, die Wegfahrt dagegen über die Zielacker- oder auch die Schorenstrasse. Hierfür müsste die Ecke Vieri-/Zielackerstrasse für die Durchfahrt freigegeben und ausgebaut werden.
«Die Überbauung wird uns viel Mehrverkehr bescheren, und den wollen wir verteilen», sagt Helbling. Tatsächlich werden über 400 Menschen in die Wohnungen einziehen. Dazu kommen Alterswohnungen, ein Pflegeheim sowie eine Kinderkrippe. Die einst geplanten Gewerbeflächen werden dagegen nicht realisiert. Die Personalvorsorge des Kantons lässt sich das Vorhaben als Bauherrin 100 Millionen Franken kosten.
«Wir haben nichts gegen das Projekt an sich», betont Helbling. «Aber bevor man mit Bauen anfängt, sollte das Verkehrsproblem geregelt sein.» So jedoch hätten die Kinder einen weitaus gefährlicheren Schulweg, und das ganze Quartier müsse unter mehr Lärm und Abgasen leiden. Zudem sei es bereits heute zuweilen kaum möglich, von der Sonnenberg- in die Gfennstrasse einzubiegen. Seine Bedenken gegen die Verkehrsführung habe er schon 2008 an der Gemeindeversammlung geäussert, an welcher der Gestaltungsplan vorgelegt wurde. Doch die Anwohner seien einfach vor vollendete Tatsachen gestellt worden, empört er sich.
Tempo-30-Zone denkbar
Im Plenum sass damals auch Karin Tanner*, die kürzlich ebenfalls eine schriftliche Beschwerde gegen die Verkehrsführung bei der Gemeinde eingereicht hat. Die zweifache Mutter wünscht sich vom Gemeinderat dringend ein Verkehrskonzept, «denn ich sorge mich um die Sicherheit meiner Kinder.»
Gemeindeschreiber Rütsche hat bis zu einem gewissen Punkt Verständnis für die Anliegen der Anwohner, denn er rechnet mit 600 bis 700 zusätzlichen Fahrzeugbewegungen pro Tag. Doch die Erschliessung des Gebiets sei Mitte der 80er-Jahre aufgrund des Quartierplans erfolgt und sei im Gestaltungsplan geregelt, den die Gemeindeversammlung zweimal abgesegnet habe. «Änderungen standen nie zur Diskussion, und jetzt ist es einfach zu spät», hält Rütsche fest. Deshalb habe der Gemeinderat an der erwähnten Gemeindeversammlung auch klar gemacht, dass eine Öffnung der Zielackerstrasse für den Durchgangsverkehr nicht infrage komme.
Doch nicht nur der Zeitpunkt sei verfehlt. Es gehe auch um die Rechtssicherheit für den Grundeigentümer, der sich mit 1 Million Franken an den Erschliessungskosten beteiligt habe. Und zudem wolle der Gemeinderat nicht noch ein weiteres Quartier mit Verkehr belasten – auch aus Gründen der Verkehrssicherheit, insbesondere für die Kinder. Das habe man den Anwohnern auf die Beschwerden hin auch schriftlich so dargelegt, sagt Rütsche. Daraufhin hätten die meisten auf den Baurechtsentscheid, der zum Rekurs berechtigt, verzichtet. Auch Helbling. Ein Mitstreiter habe sich bei einem Anwalt erkundigt und erfahren, dass die Aussichten auf Erfolg gering seien. «Und bei einem Rekurs wird es schnell einmal sehr teuer.»
Laut Gemeindeschreiber Karl Rütsche werde der Gemeinderat auch ohne Rekurse bei Bedarf Massnahmen prüfen, um die Sicherheit im Quartier zu verbessern. Denkbar sei zum Beispiel eine Tempo-30-Zone. «Aber jetzt muss man die Verantwortlichen erst einmal bauen lassen.» Rütsche hält das Projekt für bewilligungsfähig und geht davon aus, dass der neu konstituierte Gemeinderat Mitte April darüber befinden wird.
* Namen geändert
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Erstellt: 10.03.2010, 04:00 Uhr




