Zürich

Bauma: 6-Jährige misshandelt?

Der «Blick» berichtete am Dienstag über einen Misshandlungsfall in Bauma. Der Schulpräsident weiss nichts von Aussergewöhnlichem.

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«Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, was da passiert», sagt Rudolf Bertels (FDP). Seit der «Blick» am Dienstag Vormittag auf seiner Internetsite einen angeblichen Misshandlungsfall publik machte, klingelte das Telefon beim Schulpräsidenten mehrfach.

Darüber, was am Donnerstagmorgen im Baumer Schulhaus Altlandenberg passiert ist, gehen die Meinungen auseinander. Der Vater der 6-Jährigen, die im Schulhaus einen Deutschkurs für Fremdsprachige besucht, berichtete dem «Blick» gegenüber von einem happigen Übergriff. Zwei 15-Jährige hätten das kleine Mädchen am Hals gepackt, ihm den Thek weggenommen und sie im Schwitzkasten gehalten. Ein ebenfalls 15-jähriges Mädchen habe die Peinigung mit seinem Handy fotografiert. Weiter ist dem Artikel zu entnehmen, dass eine Lehrerin dem Treiben zugesehen habe, ohne einzuschreiten.

«Die Fotos waren harmlos»

Rudolf Bertels sieht die Sache etwas anders: «Der Vater kam am Donnerstagmittag ins Schulhaus und schilderte den Fall den Lehrern aus seiner Sicht.» Mit deren Hilfe seien die Jugendlichen rasch aufgespürt worden. Weil das Baumer Sekundarschulhaus derzeit umgebaut wird, teilen sich Sek- und Primarschüler seit gut drei Wochen das Altlandenberg-Schulhaus wie auch das Schulhaus Haselhalde. «Die Jugendlichen räumten ein, mit dem kleinen Mädchen gesprochen und Spässe gemacht zu haben. Mehr ist nicht gewesen», betont Bertels. Dies würden auch die Fotos auf den am Donnerstag konfiszierten Handys belegen. «Ich habe die Bilder gesehen, darauf sitzen die Jugendlichen zusammen mit der Kleinen auf einem Bänklein vor dem Klassenzimmer – von Schwitzkasten kann keine Rede sein.» Er kann sich aber gut vorstellen, dass sich die Kindergärtlerin von den älteren Schülern bedroht gefühlt habe. Eine Lehrerin habe die Schüler im Gang gesehen, aber keine Besonderheiten festgestellt. «Es war absolut harmlos, es gab nichts einzuschreiten», betont Bertels abermals. Am Freitag hätten sich Vertreter der Schule, Eltern der Jugendlichen sowie der Vater des Mädchens zu einem klärenden Gespräch getroffen. Dort sei auch beschlossen worden, die Handybilder unter Aufsicht zu löschen. «Ich sah den Fall danach als erledigt an und dachte, das gelte auch für den betroffenen Vater», sagt Bertels. Deshalb erschüttere ihn die Tatsache, dass die ganze Sache beim «Blick» gelandet sei und nun weitere Kreise ziehe.

«Die Aufregung tut mir vor allem wegen des kleinen Mädchens leid», sagt Bertels. Doch auch die Jugendlichen seien da in eine unangenehme Situation hineingeraten. «Ich bin überzeugt, dass sie nichts Böses wollten. Keiner der drei ist bisher negativ aufgefallen.»

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Erstellt: 17.03.2010, 04:00 Uhr

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