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Bis zu 500 Muslime sollen in Hegnau beten

Von Thomas Bacher. Aktualisiert am 12.12.2008 6 Kommentare

In der Industrie Hegnau soll das grösste islamische Gebetshaus im Kanton entstehen. Ein Minarett ist nicht geplant. Auf der Gemeinde hält man den Bau für bewilligungsfähig.

Zur Zürichstrasse hin soll das Gebetshaus einen offene Glasfassade aufweisen. Das Gebäude wird «mit etwas Fantasie» als sakraler Bau zu erkennen ein.

Zur Zürichstrasse hin soll das Gebetshaus einen offene Glasfassade aufweisen. Das Gebäude wird «mit etwas Fantasie» als sakraler Bau zu erkennen ein.
Bild: Rene Kälin

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«Für das Gebetshaus ist kein Minarett geplant, und es wird auch kein Muezzin zum Gebet aufrufen», betont Klaus Vetter, der Leiter der Volketswiler Bauabteilung. Das Haus zwischen der Zürich- und der Juchstrasse sei von aussen aber «mit etwas Fantasie» als sakraler Bau zu erkennen, «wenn auch nicht mit den Rundungen, die wir von Moscheen her kennen». Man habe das Projekt noch nicht vertieft begutachtet, erachte es aber als bewilligungsfähig. Die Initianten hätten schon früh eine Vorstudie vorgelegt und abklären lassen, ob ihre Pläne in Bezug auf das Baurecht grundsätzlich realisierbar seien. «Und das ist der Fall», hält Vetter fest. «Um einen politischen Entscheid geht es hier nicht.»

Der Gebetsraum allein soll bis zu 500 Personen Platz bieten. Mit einer Grundfläche von 35 auf 25 Meter wäre der Bau das grösste muslimische Gebetshaus im Kanton Zürich. Das bestätigt Hasan Taner Hatipoglu, der Präsident der Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich (Vioz). Vom Projekt in Hegnau hatte er keine Kenntnis. Die in den 60er-Jahren an der Forchstrasse in Zürich erbaute Mahmud-Moschee sei deutlich kleiner. Dagegen bietet die Moschee im Genfer Stadtteil Petit-Saconnex 1500 Gläubigen Platz. Laut Hatipoglu werden die meisten Gebetsräume für Muslime in umgenutzten Gewerbe- oder Industriebauten realisiert. Neubauten gebe es kaum. Eine Ausnahme bildet die Moschee im aargauischen Wohlen, die nach grossem Widerstand Ende 2007 eröffnet wurde – entgegen dem Willen des Gemeinderats: Ein Entscheid des Verwaltungsgerichts machte es möglich.

Kein Widerstand erwartet

Hinter dem Projekt in Hegnau steht der «Kulturelle Verein El Imam», der bereits einen Gemeinschaftsraum in einer Gewerbeliegenschaft in Dietlikon unterhält. Um das Projekt zu finanzieren, wurde die Stiftung Islam Zentrum Volketswil gegründet. Vertreten wird diese von Wissam El Mais. «Im Kanton Zürich ist es sehr schwierig, geeignete grosse Räumlichkeiten für Opferfeste oder andere wichtige Feiern zu finden», nennt der gebürtige Libanese einen der Gründe, weswegen sein Verein das Projekt verwirklichen möchte. In Gewerbequartieren hätten sie keine geeigneten Räumlichkeiten gefunden. Neben dem Gebetsraum sind im Neubau auch eine Cafeteria und Unterrichtsräume vorgesehen. «Wir werden Deutsch- und Arabischkurse anbieten, vor allem für Frauen und Kinder», sagt El Mais. «Damit wollen wir einen Beitrag zur Integration leisten.» Gepredigt wird denn auch in arabischer und deutscher Sprache.

Man wolle sich gegenüber der Öffentlichkeit nicht verschliessen, hält El Mais fest. «Vielmehr möchten wir den Leuten den echten, wahren Islam zeigen.» So mache man auch keinen Unterschied zwischen der sunnitischen und der schiitischen Glaubensrichtung. Das Gebäude stehe für jedermann offen, egal welchen Glauben die Leute lebten. Um dies zu unterstreichen, soll der Eingangsbereich zur Zürichstrasse hin mit viel Glas gestaltet werden und so einladend wirken und für alle einsehbar sein. Allerdings ist die Finanzierung des Projekts noch nicht gesichert. El Mais hofft nicht zuletzt auf Spenden aus dem Kulturverein, dem rund 80 Familien angehören. Man wolle das Projekt deshalb schrittweise realisieren. Einen Zeitrahmen kann er nicht angeben.

El Mais lobt die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Dass es wie in Wohlen Widerstand aus der Bevölkerung geben könnte, glaubt er nicht. Er sei aber jederzeit dazu bereit, offen zu informieren.

Minarett ein Luxusartikel

Schon viel Streitereien wegen Moscheen hat Toni Marti erlebt, der mit seinem Architekturbüro für die Planung des Projekts verantwortlich zeichnet. Marti ist Experte in der Sache, hat bereits zehn Moscheen zur Baureife gebracht, die meisten in Gewerbeliegenschaften, aber eben auch das erwähnte Gebetshaus in Wohlen. Um dieses zu realisieren, habe er zusammen mit der verantwortlichen islamischen Gemeinschaft eine wahre Odyssee durchlebt. «Ich hätte früher gar nicht gedacht, dass die dort in der Gegend so erzkonservativ sind», meint er rückblickend. Gleichzeitig gebe es aber auch Gemeinden, da rechne man mit Widerstand, und dann werde das Projekt einfach durchgewunken. Wie das im Fall von Volketswil aussehen könnte, vermöge er nicht abzuschätzen. Die Initianten seien jedenfalls «ganz liberale Leute», welche sich ihr Gebetshaus zusammensparen würden. «Die wollten auch nie ein Minarett haben, schliesslich ist das ein reiner Luxusartikel. Den Initianten geht es um die Sache, und das Geld investieren sie lieber in die Ausstattung der Räume.»

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Erstellt: 12.12.2008, 21:32 Uhr

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6 Kommentare

Walter Gross

13.12.2008, 10:36 Uhr
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Wer im 21. Jahrhundert mit einer solch beispiellosen radikalen Ansicht ein Weltbild vertritt, der hat ganz andere Probleme, als Baugesuche. Wann ensteht aus *Hänsel und Gretel" eine Religion? Wann werden in deren Namen Kriege geführt? Sind wir wirklich so labil, dass wir an einen "Gott" glauben müssen, um zusammen leben zu können? Es ist beschähmend. Antworten


Silvia Dähler

13.12.2008, 11:13 Uhr
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Bitte kann die Bevölkerung genauer aufgeklärt werden, was bei "Muslimen " genau "beten" heisst. Bei Muslimen gibt es Länder, da gehört auspeitschen, Kinder eingraben und steinigen, Hände abhacken oder das Abtragen von verseuchten Friedhofserde, von verdammten toten Christen, zur Normalität. Entweder erzieht man Kinder, oder die Kinder erziehen uns. Ganz einfach. Oder. Antworten



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